Humanoide Roboter sind offiziell in ihrer „Moment mal … das passiert wirklich“-Ära angekommen.
Jahrelang existierten sie hauptsächlich in der Science-Fiction und in spektakulären Demovideos – als eine Art Technologie, die dauerhaft fünf Jahre entfernt schien. Doch plötzlich tauchen humanoide Roboter mit spürbarer Dringlichkeit in Lagerhäusern, Fabriken und Investorenpräsentationen auf.
Dank rascher Fortschritte bei KI, besserer Hardware und einer Flut von Finanzierungen liefern sich eine Handvoll Unternehmen ein Wettrennen um den Bau des ersten wirklich nützlichen Allzweck-Roboterarbeiters. Dutzende Start-ups verfolgen den Traum vom humanoiden Roboter, doch drei Namen stechen als diejenigen hervor, die am wahrscheinlichsten bestimmen werden, wie es weitergeht.
Hier sind die drei Unternehmen für humanoide Roboter, die man genau im Auge behalten sollte, während Roboter von der Bühne in die Arbeitswelt treten.
1. Figure AI – Das Start-up, das am schnellsten zur Einführung in der Praxis voranschreitet

Quelle: Figure
Wenn es ein Unternehmen für humanoide Robotik gibt, das es eilig zu haben scheint, dann ist es Figure AI.
Figure ist dank umfangreicher Finanzierung, ehrgeiziger Ziele und eines klaren Fokus darauf, Roboter eher früher als später in kommerzielle Umgebungen zu bringen, schnell zu einem der meistdiskutierten Start-ups in diesem Bereich geworden.
Die Vorzeigemaschine des Unternehmens, Figure 01, ist für allgemeine Aufgaben konzipiert – etwa das Bewegen von Gegenständen, die Unterstützung bei repetitiven Arbeiten und den Einsatz in für Menschen geschaffenen Umgebungen.
Besonders interessant an Figure ist, dass das Unternehmen humanoide Roboter nicht als futuristische Haushaltshilfen positioniert. Stattdessen zielt es auf den naheliegendsten ersten Markt: industrielle Arbeit. Fabriken und Lagerhäuser sind strukturierte, vorhersehbare Umgebungen, in denen humanoide Roboter schon heute tatsächlich einen Mehrwert bieten können.
Figure hat außerdem durch frühe Partnerschaften und Pilotprogramme Aufmerksamkeit erregt, darunter Projekte im Umfeld großer Hersteller.
Warum relevant: Figure agiert weniger wie ein Forschungslabor und mehr wie ein Unternehmen, das schnell ein Produkt auf den Markt bringen will. Wenn humanoide Roboter bald in die Arbeitswelt Einzug halten, möchte Figure als erstes Unternehmen durch diese Tür gehen.
2. Tesla Optimus: Der ehrgeizigste humanoide Roboter

Quelle: Tesla
Keine Diskussion über humanoide Roboter ist vollständig ohne Tesla.
Unter der Leitung des Milliardärs Elon Musk ist Teslas Optimus-Projekt zum bekanntesten Vorhaben der Branche geworden. Das liegt vor allem daran, dass Tesla etwas mitbringt, das den meisten Start-ups der Robotik fehlt: Fertigungskapazitäten im großen Maßstab.
Während viele Unternehmen beeindruckende Prototypen bauen können, hat Tesla über Jahrzehnte bewiesen, dass es komplexe Maschinen in großen Stückzahlen produzieren kann. Das ist wichtig, denn humanoide Roboter werden nichts verändern, wenn sie teuer und selten bleiben.
Teslas Vision ist klar: Optimus soll irgendwann repetitive, zeitaufwendige Arbeiten übernehmen – zunächst in Teslas eigenen Fabriken und möglicherweise später weit darüber hinaus. Der langfristige Traum ist ehrgeizig: eine Welt, in der humanoide Roboter zu Preisen für Endverbraucher allgemein verfügbar sind.
Dennoch ist Optimus auch der umstrittenste Eintrag auf dieser Liste. Tesla hat Fortschritte gezeigt, doch Skeptiker argumentieren, dass der Sprung von Demos zu zuverlässigen Roboterarbeitern gewaltig ist. Das Potenzial ist unglaublich groß … aber ebenso groß ist das Umsetzungsrisiko.
Warum relevant: Wenn Tesla die humanoide Robotik auf dieselbe Weise beherrscht wie die Produktion von Elektrofahrzeugen, verändert sich die gesamte Branche über Nacht.
3. Agility Robotics: Das Unternehmen, das der praktischen Einführung in Lagerhäusern am nächsten ist

Quelle: Agility Robotics
Während manche humanoiden Roboter vor allem beeindrucken sollen, hat sich Agility Robotics auf etwas Einfacheres konzentriert: nützlich zu sein.
Der Roboter Digit von Agility ist speziell für Logistik- und Abwicklungsarbeiten konzipiert. Er sieht vielleicht nicht wie ein Science-Fiction-Android aus, ist aber für Arbeitsabläufe in realen Lagerhäusern gebaut – etwa zum Bewegen von Paketen und zur Unterstützung von Vertriebsabläufen. Dieser praktische Fokus hat Agility in einem dicht besetzten Feld hervorstechen lassen.
Anstatt sofort den vollständigen Traum vom „Allzweck-Humanoiden“ zu verfolgen, ist Digit auf eine engere Auswahl von Aufgaben ausgerichtet, die Unternehmen tatsächlich jetzt benötigen. Und das könnte kurzfristig die klügste Strategie sein.
Lagerhäuser sind eines der naheliegendsten Testfelder für Roboter im humanoiden Stil, weil die Arbeit dort repetitiv und arbeitsintensiv ist und die Abläufe bereits stark automatisiert sind.
Agility setzt darauf, dass humanoide Roboter nicht sofort alles können müssen. Sie müssen nur eine Aufgabe gut genug erledigen, um ihren Einsatz zu rechtfertigen.
Warum relevant: Agility ist vielleicht nicht der schillerndste Name in der humanoiden Robotik, könnte aber zu den ersten Unternehmen gehören, die echte Umsätze und eine echte Verbreitung erzielen.
Also … kommen humanoide Roboter tatsächlich?
Ja, aber nicht auf die Weise, wie die meisten Menschen es sich vorstellen.
Die ersten humanoiden Roboter werden weder das Abendessen kochen noch mit Ihrem Hund spazieren gehen. Sie werden repetitive, körperlich anstrengende oder schwer zu besetzende Aufgaben übernehmen – insbesondere in industriellen Umgebungen.
Kurzfristig geht es bei humanoiden Robotern um Unterstützung bei der Arbeit, nicht um deren Ersetzung. Mit der Zeit werden sie jedoch große Fragen zur Veränderung der Arbeitswelt, zur Sicherheit und sogar zur Cybersicherheit aufwerfen.
Schließlich ist ein vernetzter Roboter nicht einfach nur eine Maschine. Er ist ein Computer auf Beinen. Und sobald Roboter an Arbeitsplätzen alltäglich werden, müssen Unternehmen sie genauso behandeln wie jeden anderen Endpunkt: überwacht, abgesichert und verwaltet.
Außerdem im Trend: Tesla beendet die Produktion von Model S und Model X, um seine Fabrik für humanoide Optimus-Roboter und Robotaxis umzunutzen.


