Eine Koalition kanadischer Nachrichtenorganisationen, darunter der Toronto Star, die Canadian Broadcasting Corporation und The Globe and Mail, hat am Freitag Klage gegen OpenAI eingereicht. Das 84-seitige Rechtsdokument wirft OpenAI vor, urheberrechtlich geschütztes Material der Kläger ohne Genehmigung zum Training von KI-Modellen wie ChatGPT verwendet zu haben. Dies, so argumentieren die Kläger, untergrabe ihre Rechte am geistigen Eigentum und verschaffe OpenAI auf ihre Kosten zu Unrecht einen wirtschaftlichen Vorteil.
Die Klage fordert Schadensersatz und eine Unterlassungsverfügung , um OpenAI daran zu hindern, ihre Inhalte weiterhin zu verwenden. Nach Angaben der Kläger spiegelt das fragliche Material die „immense Zeit, den immensen Aufwand und die immensen Kosten“ wider, die von Journalisten, Redakteuren und Mitarbeitern investiert wurden.
Weiterreichende Folgen für das KI-Training
Das mutmaßliche Scraping von Inhalten durch OpenAI von kanadischen Medienwebsites zum Training von KI steht im Mittelpunkt des Falls. Die Medienunternehmen behaupten, OpenAI habe es versäumt, ordnungsgemäße Lizenzen einzuholen, und erklären in der Klageschrift, OpenAI habe ihre Werke für kommerziellen Gewinn „widerrechtlich angeeignet“. OpenAI hat zwar Vereinbarungen mit Verlagen wie The Associated Press und Le Monde unterzeichnet, doch die kanadischen Medienunternehmen hinter dieser Klage betonen, dass sie weder eine Vergütung noch eine Anerkennung für ihre Beiträge zum KI-Training erhalten haben.
Dieser Fall ist Teil einer wachsenden Welle rechtlicher Anfechtungen gegen OpenAI und andere KI-Entwickler. Bekannte Akteure wie The New York Times, YouTube-Creator und Autoren wie Sarah Silverman haben ähnliche Klagen eingereicht. Diese Rechtsstreitigkeiten verdeutlichen die Grenzen des KI-Trainings und das komplexe Gleichgewicht zwischen Innovation und Rechten am geistigen Eigentum.
OpenAI verteidigt seinerseits seine Vorgehensweise und erklärt, seine Modelle würden „mit öffentlich zugänglichen Daten trainiert“ und hielten sich an internationale Urheberrechtsgrundsätze. Das Unternehmen verweist auf seine Zusammenarbeit mit Verlagen und auf Mechanismen, mit denen sich Inhaltsanbieter gegen die Nutzung ihrer Inhalte entscheiden können.
Wie es weitergeht
Die Klage fällt zeitlich mit einer Studie der Columbia University zusammen, die weitverbreitete Ungenauigkeiten aufdeckt bei der Art und Weise, wie ChatGPT Inhalte von Verlagen darstellt. Dadurch wachsen die Bedenken hinsichtlich des KI-Trainingsprozesses weiter. Der Ausgang dieses Rechtsstreits könnte einen wichtigen Präzedenzfall dafür schaffen, wie KI-Trainingsaufgaben mit dem Urheberrecht zusammenwirken, und möglicherweise die Landschaft für KI-Innovation und Medienrechte neu gestalten.
Während sich die kanadische Klage entwickelt, erinnert sie eindringlich an die ethischen und rechtlichen Herausforderungen, die mit dem Training von KI verbunden sind. Da immer mehr Branchen diese Entwicklungen aufmerksam beobachten, bleibt die Frage: Wie kann sich KI weiterentwickeln und dabei das geistige Eigentum respektieren?


