Während sich das weltweite Wettrennen um die KI-Videogenerierung verschärft, bereitet Kuaishou Berichten zufolge die Abspaltung seiner Kling-AI-Sparte in einem Deal vor, der den Geschäftsbereich mit rund 20 Milliarden US-Dollar bewerten könnte.
Das geplante Spin-off würde den Weg für neue externe Finanzmittel ebnen. Berichten zufolge will das Unternehmen vor einem möglichen Börsengang in Hongkong im Jahr 2027 rund 2 Milliarden US-Dollar von Investoren einwerben. Die mit diesem Schritt verbundenen Finanzzahlen deuten auf ein wachsendes Investoreninteresse an Unternehmen hin, die KI-Tools entwickeln, die auf der globalen Bühne konkurrieren können.
Dies spiegelt auch die Finanzierungslandschaft für chinesische KI-Unternehmen wider.
Kling AIs globaler Aufstieg
Kling AI wurde 2024 auf den Markt gebracht und hat schnell Aufmerksamkeit erregt – mit seinen Funktionen zur Umwandlung von Text in Videos und von Bildern in Videos steht der Dienst in engem Wettbewerb mit Googles Veo und ByteDances Douyin sowie anderen fortschrittlichen Tools zur Videogenerierung. Kling AI hat rasch an Dynamik gewonnen, sich schnell weiterentwickelt und qualitativ hochwertigere Versionen hervorgebracht, wodurch es zu einem der weltweit am häufigsten genutzten Tools zur KI-Videogenerierung geworden ist.
Die erschwinglichen Tools von Kling AI zur Video- und Bildgenerierung haben Kreative, Werbetreibende und Unternehmen in China, den USA, Europa und Japan angezogen. Mit zunehmender Verbreitung entwickelt sich Kling zu einem kommerziell tragfähigen Produkt mit eigenständigem Monetarisierungspotenzial.
Während der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen im März hob Kuaishou-CEO Cheng Yixiao das finanzielle Wachstum hervor, das, im Januar bei 300 Millionen US-Dollar an jährlich wiederkehrenden Umsätzen (ARR) lag und im Mai 500 Millionen US-Dollar betrug.
Yixiao merkte an, dass der aktuelle ARR von Kling AI in diesem Jahr voraussichtlich „mehr als doppelt so hoch“ sein wird – ein deutlicher Hinweis sowohl auf das Vertrauen der Unternehmensinsider als auch auf die langfristige Marktakzeptanz.
Dieses stetige Wachstum verändert nun die Art und Weise, wie Investoren und Analysten die langfristigen Aussichten von Kling AI einordnen und bewerten, wobei ihr jüngster Fokus auf dem Potenzial des Dienstes als eigenständiger Werttreiber liegt. Dadurch hat sich die Diskussion angesichts des harten globalen Wettbewerbs über die Produktfähigkeiten hinaus auf Fragen der Skalierung, der finanziellen Unterstützung und der strategischen Rückendeckung verlagert.
Ein milliardenschwerer Börsengang im Zuge des chinesischen Finanzierungstrends
Laut einem Bericht des Wall Street Journal befinden sich viele chinesische KI-Unternehmen derzeit „mitten in einem Fundraising-Rausch“. Damit ist Kuaishous IPO-Plan Teil eines größeren Trends unter chinesischen KI-Unternehmen.
Das Unternehmen plant, Kling AI im kommenden Jahr in Hongkong an die Börse zu bringen, und befindet sich derzeit in Gesprächen mit potenziellen Investoren; die Verhandlungen stehen noch am Anfang. Einer der möglichen Investoren, mit denen Kuaishou Gespräche führt, ist Tencent, das bereits ein bedeutender Anteilseigner des Unternehmens ist.
Vorerst bleibt das gemeldete Spin-off eine vorläufige Planung. Sollte es Kuaishou jedoch gelingen, substanzielle externe Unterstützung zu sichern, könnte Kling AI zu einem der deutlichsten Tests dafür werden, ob Chinas KI-Videounternehmen die virale Dynamik ihrer Produkte in einen eigenständigen Börsenwert verwandeln können.
Weiterführende Lektüre: Wer mehr über Chinas KI-Ambitionen erfahren möchte, sollte die Berichterstattung von eWeek über seinen KI-gestützten Mondroboter lesen, der für die Mondmission Chang’e-8 im Jahr 2029 geplant ist.


