Die kostengünstigen V4-Modelle von DeepSeek setzen den chinesischen KI-Markt erneut unter Preisdruck.
Chinesische KI-Unternehmen reagieren laut der South China Morning Post mit drastischen API-Rabatten und neuen Abrechnungsmodellen, während Konkurrenten versuchen, Entwickler davon abzuhalten, zu günstigeren Modellen zu wechseln. Für Führungskräfte im Enterprise-Tech-Bereich könnten günstigere KI-APIs die Inferenzkosten senken, aber auch die Risiken bei Anbietern und Cloud-Preisen erhöhen.
DeepSeek löst neue API-Preissenkungen aus
Xiaomi gehört zu den jüngsten chinesischen Technologieunternehmen, die auf den Preisdruck durch DeepSeek reagieren. Der Smartphone- und Elektrofahrzeughersteller senkte laut der South China Morning Post (SCMP) die API-Kosten für sein MiMo-V2.5-Modell im Vergleich zu den bisherigen Preisen um bis zu 99 %.
Die Preissenkungen scheinen die Nachfrage von Entwicklern angekurbelt zu haben. SCMP stellte fest, dass die Nutzung der Modelle MiMo-V2.5 und MiMo-V2.5-Pro von Xiaomi nach der Preisankündigung stark zunahm. MiMo-V2.5 kletterte bei OpenRouter auf den sechsten Platz, nachdem das Modell in den sieben Tagen bis Montag 1,7 Billionen Token verarbeitet hatte – ein Anstieg von mehr als 999 % gegenüber der Vorwoche.
Niedrigere Preise können die Wirtschaftlichkeit von KI-Produkten verändern, die auf häufige Modellaufrufe, lange Kontextfenster oder agentenbasierte Workflows angewiesen sind.
KI-Unternehmen testen neue Umsatzmodelle
Andere chinesische KI-Unternehmen verfolgen angesichts des zunehmenden Preisdrucks unterschiedliche Ansätze.
SCMP ergänzte, dass MiniMax sein Flaggschiffmodell der nächsten Generation, MiniMax M3, mit tokenbasierter Abrechnung und Abonnements zwischen 7,24 und 69,28 US-Dollar pro Monat auf den Markt gebracht hat.
Der Start zeigt, dass einige chinesische KI-Anbieter niedrigere Token-Preise mit Abonnements kombinieren, um wiederkehrende Umsätze zu schützen.
Cloud-Anbieter geraten unter Margendruck
Der Preiskrieg könnte auch auf Chinas Cloud-Sektor übergreifen. AI Weekly erklärte, dass dieser Wandel sowohl Risiken als auch Chancen schafft – Cloud-Anbieter könnten unter Margendruck geraten, während Entwickler und Start-ups von niedrigeren Inferenzkosten profitieren könnten.
AI Weekly hob außerdem hervor, dass Xiaomis Preissenkung um 99 % schwer aufrechtzuerhalten sein könnte, wenn das Nutzungswachstum nicht zu dauerhaft zahlenden Kunden führt. Dieses Risiko ist für Unternehmen relevant, die günstigere KI-Dienste prüfen, da sich niedrige Preise später ändern können, wenn Anbieter ihre Bedingungen anpassen, Preise erhöhen oder Kunden zu Abonnements bewegen.
Die Preisgestaltung von DeepSeek V4 hat nicht nur konkurrierende Modellanbieter unter Druck gesetzt. Sie hat Chinas KI-Ökosystem dazu gebracht, neu zu überdenken, wie der Zugang zu Modellen gebündelt, bepreist und verkauft werden sollte.
Der Preisdruck durch DeepSeek ist nur eine Front in einem größeren KI-Wettlauf. Anthropic hat gewarnt, dass der Wettbewerb zwischen den USA und China bis 2028 einen entscheidenden Punkt erreichen könnte.


