Auch wenn es wie aus einem Science-Fiction-Film wirken mag: Neuralinks neuer Gehirnchip ist real … und wird derzeit im Vereinigten Königreich an Menschen mit Tetraplegie getestet.
„Es ist eine massive Veränderung in deinem Leben, wenn du plötzlich keines deiner Gliedmaßen mehr bewegen kannst“, sagte Sebastian Gomez-Pena, einer der Patienten, die den neuen Chip derzeit testen. „Diese Art von Technologie gibt dir gewissermaßen neue Hoffnung.“
Die Patienten, die an der aktuellen Neuralink-Studie teilnehmen, sind nicht die ersten, die den Chip erhalten. Anfang 2024 erhielt ein Freiwilliger aus den USA als erster Patient den Chip, und inzwischen tragen 21 Menschen das Gerät in ihrem Gehirn. Dazu gehören Patienten aus den USA, dem Vereinigten Königreich, Kanada und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Die Hardware wird implantiert
Der Neuralink-Chip, offiziell als N1 Implant bezeichnet, ist mit 1.024 Elektroden verbunden, die auf 64 Fäden im Gehirn des Patienten verteilt sind. Die erste Implantation dauert fünf Stunden. Während des Eingriffs steht ein Team aus Chirurgen und Ingenieuren bereit, doch der Eingriff selbst wird von Neuralinks eigenem R1 Robot durchgeführt.
Während des Eingriffs werden die 1.024 Elektroden in einer Tiefe von etwa 4 mm unter der Oberfläche des Gehirns des Patienten eingesetzt. Anschließend werden Nervensignale über die 64 Fäden direkt an den Chip gesendet, der in einer runden Öffnung im Schädel des Patienten sitzt.
Während das N1 Implant den Hardware-Teil der Gehirn-Computer-Schnittstelle (BCI) darstellt, benötigt es weiterhin ausgeklügelte KI-Software, um Signale aus dem Gehirn zu erfassen und an den N1-Chip zu interpretieren.
Die Software nutzen
Nach Abschluss des Eingriffs übernimmt die N1 User App. Daten werden vom N1 Implant an die App gesendet, die sie in komplexe Computerbefehle übersetzt und so das Tippen, die Steuerung eines Mauszeigers, das Spielen von Videospielen und mehr ermöglicht. Dank des Chips muss ein Patient nur an die Aktionen denken, die er ausführen möchte – sie werden in Echtzeit umgesetzt.
Für alle, die sich das fragen: Keine dieser Hardware- oder Softwarekomponenten ist käuflich erhältlich. Das N1 Implant, die N1 User App und der R1 Robot sind derzeit ausschließlich im Rahmen der Neuralink-Studie verfügbar.
N1 Implant befindet sich noch in der Studienphase
Neuralink zufolge besteht das übergeordnete Ziel darin, „Menschen mit bisher nicht erfüllten medizinischen Bedürfnissen ihre Autonomie zurückzugeben und neue Dimensionen des menschlichen Potenzials zu erschließen“. Das Team ist auf einem guten Weg, dieses Ziel zu erreichen. Wichtig ist jedoch, dass sich das N1 Implant noch in der Studienphase befindet.
Bevor der Chip Chip und die Software weiteren Patienten mit Lähmungen auf der ganzen Welt zur Verfügung stehen, müssen zweifellos noch einige Fehler behoben werden.
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