Google stellt neue KI-Coding-Tools vor und fordert Anthropic und OpenAI heraus

Software developer or programmer coding program with laptop.

Image: Koto Amatsukami/Adobe

Verfasst von
David Curry
David Curry
May 20, 2026
3 minute read
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Google scheint Anthropic und OpenAI im Coding-Bereich den Kampf ansagen zu wollen – mit einer ganzen Reihe von Ankündigungen zu Coding- und agentischer KI auf seiner Entwicklerkonferenz I/O.

Das neue Modell des Suchriesen, Gemini 3,5 Flash, wird als Modellebene für Coding-Agenten positioniert. Google zufolge handelt es sich um sein bislang leistungsfähigstes agentisches und Coding-Modell. Bei wichtigen Benchmarks übertrifft es Gemini 3,1 Pro und erreicht oder übertrifft die neuesten Versionen von Claude und GPT. Laut den von Google auf der Veranstaltung präsentierten Benchmark-Daten gelingt dies bei halben Kosten im Vergleich zu vergleichbaren Modellen.

Die Kosten sind bei Coding- und agentischen Aufgaben zu einem echten Problem geworden, da große Unternehmen ihre Budgets deutlich schneller als prognostiziert aufbrauchen. Uber gab kürzlich bekannt, dass es sein Jahresbudget für Claude Code innerhalb von vier Monaten überschritten hatte. Ein schlankeres KI-Modell mit vergleichbarer Leistung könnte genau der Weg sein, wie Google im Geschäftskundenmarkt Marktanteile gewinnt.

Neben dem neuen Modell widmete Google einen großen Teil der Konferenz Agenten-Tools. Antigravity 2,0, eine Plattform zur Verwaltung mehrerer Coding-Agenten, ist jetzt eine eigenständige Desktop-App. Entwickler können mehrere Agenten parallel ausführen und so komplette Workflows orchestrieren, statt lediglich einfache Codevervollständigungen zu erzeugen.

Google hat außerdem Antigravity CLI eingeführt, die terminalbasierte Antwort des Unternehmens auf Claude Code. Da auch das Antigravity SDK verfügbar ist und Entwicklern Zugriff auf dieselben Agenten-Frameworks sowie die Erstellung eigener Verhaltensweisen ermöglicht, versucht Google, zur Full-Stack-Entwicklungsplattform für agentische KI zu werden.

Google hat zudem sein Vibe-Coding-Studio ausgebaut. Entwickler können nun Android-Apps nativ per Prompt programmieren. Diese lassen sich in einem Android-Emulator anzeigen und im internen Test-Track von Google Play veröffentlichen – im Grunde ein automatisierter, schrittweiser Weg von der Idee bis zum Store.

Der Schwenk von Nutzern zu Geschäftskunden

Google versucht seit einigen Monaten, sich stärker auf Geschäftskunden auszurichten. Im März zeigte das Unternehmen, dass Gemini Claude und GPT bei bestimmten Coding-Aufgaben übertraf, obwohl die Branche nach wie vor weitgehend von Claude begeistert zu sein scheint. Außerdem stellte das Unternehmen im vergangenen Monat in Las Vegas die Gemini Enterprise Agent Platform vor.

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Die Zahl seiner Geschäftskunden wächst rasant. „Vor zwei Jahren verarbeiteten wir über unsere verschiedenen Angebote hinweg 9,7 Billionen Token pro Monat – eine gewaltige Zahl“, sagte Pichai. „Im vergangenen Jahr waren es bei der I/O bereits rund 480 Billionen Token. Heute sind wir bei mehr als 3,2 Billiarden pro Monat – das entspricht dem Siebenfachen.“

Die stärkere Fokussierung auf Geschäftskunden ist teilweise auf den Umsatzsprung zurückzuführen, den Anthropic seit Anfang 2026 verzeichnet und der zu einem beträchtlichen Teil aus seinen Coding- und agentischen Tools stammt. Während ChatGPT und Gemini jeweils 900 Millionen aktive Nutzer haben, soll Anthropic durch sein Wachstum im Geschäftskundensegment OpenAIs Umsatztempo erreicht haben. 

Google weist seine KI-Umsätze zwar nicht separat aus, doch Berichten zufolge erzielt das Unternehmen bei Coding- und agentischen Aufgaben eine geringere Monetarisierung pro Nutzer als Anthropic und GPT und liegt beim Marktanteil laut Menlo Ventures.

Auch andere Anbieter von KI-Modellen wollen sich ein Stück vom lukrativen Coding-Markt sichern. xAI hat diese Woche Grok Build eingeführt, wenige Wochen nachdem CEO Elon Musk intern mehr Geschäftskunden-Tools gefordert hatte, um mit Claude und GPT zu konkurrieren.

Auch wenn Google bei Coding und agentischer KI hinter Anthropic und OpenAI zurückliegen mag, macht das Unternehmen dies durch höhere Werbeumsätze sowie Kunden von Google Cloud und Workspace mehr als wett. Im ersten Quartal dieses Jahres steigerte Google seinen Umsatz im Jahresvergleich um 22 Prozent, wobei KI erheblich zu dieser Entwicklung beitrug. 

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David Curry

David Curry is a tech journalist and analyst with over a decade of experience writing for established outlets. He holds a master’s degree in International Journalism from the University of Leeds and has covered the technology sector since the early 2010s. His work focuses on B2B technology, data journalism, mobile apps and app markets, artificial intelligence, digital platforms, and emerging technologies. He earned a BA from the University of Lincoln and an MA from the University of Leeds.

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