Trotz eines landesweiten Verbots ist Grok AI in Indonesien und Malaysia weiterhin aktiv – unterstützt durch Anpassungen am Domain Name System (DNS) und virtuelle private Netzwerke (VPNs).
Nachdem Berichte bekannt geworden waren, dass Grok nicht einvernehmliche sexuelle Bilder von Frauen und Kindern erzeugt hatte, gingen die Regierungen Malaysias und Indonesiens umgehend dazu über, die umstrittene KI-Plattform zu verbieten.
Malaysia führte am 11. Jan. zunächst eine landesweite Sperre ein, Indonesien zog kurz darauf nach. Die Länder erklärten, das KI-Tool werde gesperrt bleiben, bis xAI nachweisen könne, dass die Plattform für ihre Bürger deutlich sicherer geworden sei.
Das schnelle Verbot des KI-Tools erwies sich jedoch fast unmittelbar als wirkungslos, da die Regierungen auf eine DNS-Sperre setzten.
Die technologische Lücke, die das Verbot untergräbt
Die Sperre verpflichtete Internetdienstanbieter (ISPs), den Zugriff auf sämtliche von den Regionen ausgehenden Anfragen an X-Server zu verhindern. Nutzer konnten die DNS-Sperre jedoch problemlos umgehen, da viele VPNs kostenlosen oder kostengünstigen Zugang anboten. Der einfache Zugriff untergrub die Maßnahme der Regierung sofort und ermöglichte uneingeschränkten Zugang zu einem geografisch gesperrten Dienst.
Seit Jahren sind VPNs die bevorzugte Lösung, um auf eingeschränkte Plattformen zuzugreifen – sowohl legal als auch illegal. In diesem Fall verdeutlicht die „leichte“ Maßnahme den grundlegenden Fehler, sich auf herkömmliche technologische Kontrollen zu verlassen.
Als das Grok-Konto auf X einem Nutzer antwortete, bestätigte es seinen Betrieb in der Region: „Yep, still here! That DNS block in Malaysia is pretty lightweight — easy to bypass with a VPN or DNS tweak. What’s on your mind?“
Andere Länder diskutieren intensiv darüber, die Plattform streng zu regulieren, zu verbieten oder strafrechtlich zu verfolgen; das schnelle Verbot hatte jedoch kaum Auswirkungen auf ihre Verfügbarkeit.
Xs bisherige Reaktion
Nach der weltweiten Empörung schränkte X zunächst die Bilderzeugung für Nutzer ohne Premium-Abo ein und zwar mit der auf X eingebetteten Version von Grok. Die teilweise Einschränkung stellte die empörten Staats- und Regierungschefs jedoch nicht zufrieden und veranlasste xAI, weitere Beschränkungen anzukündigen. Später berichtete die BBC, xAI habe angekündigt, Grok daran zu hindern, solche Bilder in Regionen zu erzeugen, in denen die Inhalte illegal sind.
In einem X-Post schrieb die für Sicherheit zuständige Abteilung: „Wir haben weltweit technologische Maßnahmen implementiert, um zu verhindern, dass das [@]Grok-Konto auf X die Bearbeitung von Bildern realer Personen in freizügiger Kleidung wie Bikinis ermöglicht. Diese Einschränkung gilt für alle Nutzer, einschließlich zahlender Abonnenten.“
Die letztgenannte Entscheidung wurde allgemein positiv aufgenommen. Die britische Technologieministerin Liz Kendall, die zuvor damit gedroht hatte, das britische Office of Communications (Ofcom) zu unterstützen, falls es sich für eine Regulierung von X entscheiden sollte, begrüßte die neue Richtung. Sie deutete jedoch an, dass die Untersuchungen in dieser Angelegenheit unabhängig davon fortgesetzt würden.
Die begrenzte Wirkung des Verbots
Die anhaltende Verfügbarkeit von Grok in Malaysia und Indonesien vereitelt die beabsichtigte Wirkung des Verbots. Obwohl X die Bilderzeugung generell eingeschränkt hat, können Nutzer mit der eigenständigen Grok-App weiterhin explizite Bilder erzeugen, wie The Guardian berichtete. Weitere Berichte legen nahe, dass die Sperre in Indonesien nur für die Grok-App galt, sodass Nutzer weiterhin über die Website auf den Chatbot zugreifen konnten.
Die malaysische und die indonesische Regierung haben bislang keine Stellungnahme zu der Lücke in den von ihnen ergriffenen Maßnahmen abgegeben, mit denen sie die Nutzung von Grok zur Erzeugung sexueller Bilder eindämmen wollten. Ihre Haltung in dieser Frage hat sich jedoch nicht geändert: Grok bleibt gesperrt, bis es sicherer geworden ist.
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