Irlands Rechenzentren verbrauchten 2025 7.663 Gigawattstunden Strom – fast so viel wie alle Haushalte des Landes zusammen.
Vom Central Statistics Office Irlands veröffentlichte Zahlen zeigen, dass die Nachfrage gegenüber dem Vorjahr um 10 % gestiegen ist und nun 23 % des gemessenen Stromverbrauchs ausmacht.
Ein Wachstum in diesem Tempo stellt das Land vor die Frage, ob es schnell genug neue Energiequellen erschließen kann, um seine digitale Wirtschaft zu unterstützen, ohne höhere Kosten oder strengere Beschränkungen des Stromnetzes auf Haushalte und Unternehmen abzuwälzen.
Ein Jahrzehnt ununterbrochenen Stromwachstums
Der Stromverbrauch irischer Rechenzentren hat sich seit 2015 mehr als versechsfacht. Nach Angaben des CSO, „Der Verbrauch von Rechenzentren ist ausnahmslos in jedem einzelnen Jahr gestiegen.“
Der Stromverbrauch anderer Haushalte und Unternehmen stieg 2025 lediglich um 2 %. Nachfrage aus Rechenzentren nahm weiter zu, während Beschränkungen fast das gesamte Jahr über die meisten neuen Netzanschlüsse im Raum Dublin begrenzten, The Register berichtete.
KI macht nur einen Teil des Gesamtverbrauchs aus. Die Daten des CSO umfassen auch Einrichtungen, die Cloud-Dienste, Streaming-Plattformen und Finanzsysteme betreiben, sodass die landesweite Zahl nicht ausschließlich der KI zugeschrieben werden kann.
Neue Rechenzentren müssen ihre Stromversorgung mitbringen
Die Regulierungsbehörden ersetzten die Beschränkungen im Raum Dublin im Dezember durch eine neue Anschlussregelung. Entwickler können weiterhin einen Netzanschluss beantragen, sofern jede Anlage dazu beiträgt, das von ihr erwartete Stromangebot für das System bereitzustellen.
Jedes Projekt muss ausreichend Erzeugungs- oder Batteriekapazität bereitstellen, um seine maximale Entnahme aus dem Netz auszugleichen. Die Betreiber müssen diese Kapazität bei Bedarf außerdem dem Strommarkt zur Verfügung stellen.
Unternehmen haben sechs Jahre Zeit, mindestens 80 % ihres jährlichen Bedarfs durch zusätzliche Projekte für erneuerbare Energien im Land zu decken. Vorschläge in Gebieten mit wenig verfügbarer Netzkapazität könnten einer strengeren Prüfung.
unterzogen werden. Nach Angaben der Commission for Regulation of Utilities könnten Rechenzentren 2034 etwa 31 % der landesweiten Stromnachfrage ausmachen.
Die Unterstützung durch die Regierung bleibt stark, da die Verantwortlichen die Anlagen als wichtig für digitale Dienste und ausländische Investitionen betrachten. Der Minister für öffentliche Ausgaben, Jack Chambers, bezeichnete sie als „zentralen Bestandteil von Irlands wirtschaftlicher und digitaler Zukunft.“
Was die steigende Nachfrage für irische Kunden bedeuten könnte
Haushalte und kleine Unternehmen könnten höhere Rechnungen erhalten, wenn ein Teil der Kosten für neue Stromleitungen oder Erzeugungskapazitäten an die Stromkunden weitergegeben wird. Wie viel die Betreiber im Vergleich zu anderen Nutzern zahlen werden, ist weiterhin unklar.
Ein im Mai veröffentlichter und von RTÉ behandelter Bericht schätzte, dass die Nachfrage von Rechenzentren zwischen 2015 und 2023 durchschnittlich 360 € zu den Stromkosten eines Haushalts beigetragen haben könnte. Die Forscher stellten den Betrag als eine marktweite Schätzung dar, nicht als separate Gebühr auf jeder einzelnen Rechnung.
Beschränkungen des Stromnetzes können auch neue Anschlüsse verzögern. Wohnbauprojekte, lokale Unternehmen und öffentliche Dienste müssen in Gebieten mit wenig verfügbarer Kapazität möglicherweise länger warten. Ob die Schutzmaßnahmen andere Nutzer schützen, wird davon abhängen, ob die Betreiber ihre Verpflichtungen erfüllen, bevor die Nachfrage noch deutlich weiter steigt.
Lesen Sie auch: OpenAI und Google stehen in der Kritik wegen der Frage, ob chinesische Technologiekonzerne über Tochtergesellschaften in Singapur auf modernste KI-Modelle zugegriffen haben.


