Inspiriert von der Aussage des gefeierten Filmemachers Werner Herzog, dass „ein Computer in 4.500 Jahren keinen Film machen wird, der so gut ist wie meiner“, machte sich der polnische Regisseur Piotr Winiewicz daran, ihm das Gegenteil zu beweisen. Winiewicz trainierte ein KI-Modell mit Herzogs Gesamtwerk und bat es, ein Drehbuch zu schreiben, das er anschließend verfilmte. Das Ergebnis? Ein Film, der nicht nur Herzogs Stil nachahmt, sondern auch die Schnittstelle zwischen KI und Filmemachen untersucht.
About a Hero spielt Vicky Krieps sowie eine KI-generierte Version von Herzog, der den Tod eines Fabrikarbeiters namens Dorem Clery in der fiktiven Stadt Getunkirchenburg untersucht. Ob Winiewicz Herzog tatsächlich erfolgreich das Gegenteil bewiesen hat, ist noch offen.
Die Rolle der KI beim kreativen Filmemachen
Traditionell als Werkzeug für Produktivität und Effizienz betrachtet, hat sich KI nach und nach in den kreativen Bereich vorgearbeitet. About a Hero zeigt, wie die KI einen großen Schritt nach vorn gemacht hat: Sie erschuf ein Werk, das Winiewicz’ Team mit seiner Fähigkeit überraschte, vorhersehbare Muster zu durchbrechen und zugleich Herzogs unverwechselbaren Stil nachzubilden.
Schließlich besteht die Hauptfunktion der KI darin, auf Grundlage der Muster, die sie in den ihr vorgelegten Daten erkennt, Ergebnisse zu identifizieren und zu generieren. Dass Winiewicz’ KI-Modell davon abwich, ist erstaunlich. Winiewicz weist jedoch schnell darauf hin, dass der Prozess nicht reibungslos verlief. Das Training des Algorithmus erforderte beträchtlichen Aufwand, um das Drehbuch zu verfeinern und ein vorhersehbares Endergebnis zu verhindern. Der Film widersetzte sich den Erwartungen und lieferte eine unheimliche Authentizität, die zugleich menschlich und mechanisch wirkt. Diese Verbindung von Technologie und Kreativität zeigt das Potenzial der KI für das Geschichtenerzählen.
Über das Drehbuchschreiben hinaus, werden KI-Tools in Animation, Vor- und Nachproduktion, visuellen Effekten, Marketing und Vertrieb eingesetzt. Der KI-Film About A Hero wirft jedoch weitergehende Fragen über die Rolle der KI in der Kunst und die Zukunft der Kreativität auf – darunter den Einsatz von Deepfake-Technologie zur Nachbildung realer Menschen.
Die Debatte über Originalität und Urheberschaft
Die Fähigkeiten der KI sind zwar unbestreitbar, doch ihre Integration in kreative Bereiche entfacht eine Debatte über Originalität und Authentizität. Kritiker argumentieren, dass KI, weil sie auf vorhandenen Daten beruht, Gefahr läuft, Klischees fortzuschreiben, statt neue Wege zu beschreiten. Das wirft Fragen nach dem Wert wirklich innovativer Kunst in einer zunehmend von Algorithmen geprägten Welt auf.
Eine weitere umstrittene Frage ist die Urheberschaft. Wenn eine KI ein Drehbuch generiert, wem sollte die Urheberschaft zugeschrieben werden? Dem KI-Modell, dem Entwickler oder der Person, die die Eingaben geliefert hat? Die Mehrdeutigkeit der Situation stellt künstlerische Konventionen infrage und wirft komplexe rechtliche und philosophische Fragen auf. Solche Diskussionen und Debatten machen Projekte wie About A Hero zu mehr als bloßen Filmen. Sie spiegeln unser sich wandelndes Verhältnis zu Technologie und Kreativität wider und stellen traditionelle Vorstellungen von Urheberschaft und dem Wesen des Geschichtenerzählens infrage.


