Trotz Microsofts Zusage, im Geschäftsjahr 2025 80 Milliarden US-Dollar für KI-Rechenzentren auszugeben, hat der Tech-Gigant Berichten zufolge einige Mietverträge für seine KI-Rechenzentren gekündigt. Laut einem von dem Finanzdienstleistungsunternehmen TD Cowen veröffentlichten und von Michael Elias, Cooper Belanger und Gregory Williams verfassten Bericht hat Microsoft bereits mehrere Schritte unternommen, die darauf hindeuten, dass das Unternehmen von einigen seiner früheren Vereinbarungen über Kapazitäten abrücken könnte.
Warum kündigt Microsoft Rechenzentrumsmietverträge?
Der Bericht beginnt mit dem Hinweis auf die Kündigung von Mietverträgen über Rechenzentrumskapazitäten im Umfang von „einigen hundert MW“. Obwohl der Bericht keine Unternehmen nennt, bestätigt er, dass diese Kündigungen mindestens zwei verschiedene Rechenzentrumsbetreiber betrafen. In Anbetracht dessen, dass Microsoft eines der führenden KI-Unternehmen ist, könnten die gekündigten Mietverträge für diese privaten Rechenzentrumsbetreiber und ihre Geschäftsergebnisse verheerend sein.
Die Autoren des Berichts sind sich zwar nicht sicher, was die Ursache für diese Kündigungen ist, verweisen aber auf eine mögliche Überbindung seitens Microsofts. Außerdem vermuten sie, dass Microsoft verschiedene technische Verzögerungen als Begründung für die gekündigten Mietverträge anführen könnte.
Unsicherheit bei möglichen Umwandlungen durch Microsoft
Microsoft schreckt außerdem davor zurück, einige seiner derzeitigen „Statements of Qualification“, kurz SOQs, in Mietverträge umzuwandeln; im Bericht von TD Cowen wird jedoch nicht klargestellt, ob diese Umwandlungen lediglich verzögert oder vollständig gestrichen wurden. Da das „Statement of Qualification“ gewöhnlich als Vorstufe zu einem vollständigen Mietvertrag dient, stehen Unternehmen, die in Zukunft mit dem Abschluss solcher Verträge gerechnet hatten, nun vor einer ungewissen Lage.
Microsofts Umverteilung von Ressourcen
Microsoft scheint Ressourcen von internationalen Investitionen in Rechenzentren auf den US-Markt umzuschichten. Laut TD Cowen könnten die umverteilten Mittel auf eine Verlangsamung bei internationalen Mietverträgen hindeuten.
Dem Bericht zufolge war Microsoft im gesamten Jahr 2023 und bis in die erste Hälfte des Jahres 2024 hinein der aktivste Mieter gemessen an der Kapazität von KI-Rechenzentren. Ein großer Teil dieser Aktivitäten war speziell dafür vorgesehen, die OpenAI-Workloads von Azure und die Nutzung verschiedener Arten von KI-Modellen zu unterstützen – darunter GPT-4o, DALL-E und weitere. Eine Verlangsamung könnte ein Zeichen dafür sein, dass Microsoft seine Rechenzentrumsstrategie anpasst, um sie besser auf die Nachfrage abzustimmen.
Interpretation von Microsofts Vorgehen
Die Autoren des TD-Cowen-Berichts wiesen umgehend darauf hin, dass ihre Schlussfolgerungen eine Interpretation der jüngsten Maßnahmen von Microsoft darstellen und ihre Prognose geändert werden kann, sobald weitere Informationen verfügbar sind.
Bloomberg berichtete, dass ein Sprecher von Microsoft in der Stellungnahme des Unternehmens sagte: „Auch wenn wir unsere Infrastruktur in einigen Bereichen strategisch in einem bestimmten Tempo ausbauen oder anpassen, werden wir in allen Regionen weiterhin stark wachsen. Unsere Pläne, in diesem Geschäftsjahr mehr als 80 Milliarden US-Dollar in Infrastruktur zu investieren, liegen weiterhin im Zeitplan, während wir mit Rekordtempo weiter wachsen, um die Nachfrage unserer Kunden zu erfüllen.“
Auch Microsoft-CEO Satya Nadella hat seine Begeisterung über die Ausgaben für und das Wachstum von KI-Rechenzentren bis 2028 zum Ausdruck gebracht.


