Das Private-Cloud-Infrastrukturunternehmen SoftIron hat soeben seine Virtualisierungsplattform VM Squared vorgestellt – mit dem Ziel, VMwares vSphere-Suite zu verdrängen. Kürzlich habe ich mit Jason Van der Schyff, Chief Operating Officer bei SoftIron, über diese Entwicklung gesprochen.
„Unsere raison d’être war es, eine neue Art von On-Premises-Infrastruktur bereitzustellen, die wir True Private Cloud nennen“, sagte er mir. „Unsere Position war, dass man dafür sowohl die Hardware als auch den Software-Stack kontrollieren muss. Genau das bieten wir mit unserem Produkt HyperCloud, das wir von Grund auf entwickelt haben. Wir haben diese Hauptplatinen selbst gefertigt und das fertige Produkt in unseren eigenen Anlagen montiert.“
Warum maßgeschneiderte Hauptplatinen und Hardware?
Ich fragte mich, warum das Unternehmen angesichts der großen Auswahl an handelsüblichen Hauptplatinen und Hardware nicht einfach diesen Weg einschlug.
„Wir sind der Ansicht, dass man die Kontrolle über die gesamte Hardware haben möchte“, sagte Van der Schyff. „In der Praxis kann man das heute nicht erreichen, wenn man etwas von der Stange kauft. Man hat es mit vielen Anbietern zu tun; sie arbeiten nicht immer reibungslos zusammen, und am Ende steht man vor diesem Albtraum einer Kompatibilitätsmatrix.“
Van der Schyff verwies auf Hyperscaler wie AWS, die schon seit einiger Zeit maßgeschneiderte Hardware für bestimmte Zwecke entwickeln.
Das VM-Squared-Angebot von SoftIron
Wie sieht also die VM-Squared-Lösung von SoftIron aus?
SoftIron hat VM Squared als Alternative zur über Jahre gewachsenen Komplexität von VMware entwickelt:
- Installation: Das Unternehmen zufolge lässt sich VM Squared in höchstens einer halben Stunde installieren.
- Benutzeroberfläche: Das Unternehmen zufolge wurde die Benutzeroberfläche optimiert, sodass keine Konfigurationseinstellungen mehr als ein paar Klicks entfernt sind.
- Komplexität reduzieren: SoftIron zufolge automatisiert VM Squared die Bereitstellung und das Deployment, sodass Unternehmen effizienter skalieren können, ohne zusätzlichen Verwaltungsaufwand zu erzeugen.
- Der Weg zur Private Cloud: Das Private-Cloud-Angebot des Unternehmens, HyperCloud, steht neben VM Squared zur Verfügung, und es gibt einen einfachen Upgrade-Pfad zur Private Cloud.
- Migration von VMware: Das Unternehmen bietet ein Migrationstool an, um eine VMware-vSphere-Umgebung zu übertragen.
Private-Cloud-Funktionen aus VM Squared heraus ausführen
Eine Reihe von HyperCloud-Funktionen kann innerhalb von VM Squared ausgeführt werden und erhält dadurch Zugriff auf eine virtualisierte Umgebung, darunter:
- Mandantenfähigkeit, die ab Werk einsatzbereit sein kann, mit dem einfachen Hinzufügen neuer Mandanten, MSP-tauglicher Sicherheitskonformität und der Möglichkeit, am Edge zu arbeiten.
- Zentralisierte, integrierte Cloud-Abrechnung mit einem Chargeback-Dashboard und einer rollenbasierten Zugriffskontrolle.
- Cloud-Skalierbarkeit mit automatisierter Bereitstellung und Deployment, geringerem Verwaltungsaufwand, einem einfacheren Deployment- und Node-Hinzufügeprozess, der Möglichkeit zur horizontalen Skalierung und einer elastischen Ressourcenverteilung.
- Cloud-Ausfallsicherheit mit integrierter Hochverfügbarkeit, einer verteilten Steuerungsebene und verteiltem Speicher sowie der Möglichkeit, VMs ohne Ausfallzeit zwischen Hosts zu verschieben.
Das Unternehmen hob außerdem die einfachere Lizenzierung und seinen Marketplace hervor, der nach eigenen Angaben „ab Tag 1 einsatzbereite Click-and-go-Images“ mit Installationen von Linux, Windows und Partner-Appliances umfasst.
Fazit: SoftIrons Ambitionen sind beträchtlich
SoftIron verfolgt einen neuartigen Ansatz. Manchmal ist ein neuartiger Ansatz gut. Manchmal ist er nur ein neuer Weg, der irgendwann später Akzeptanz finden könnte. Ich bin mir nicht sicher, wo SoftIron in diesem Spektrum steht. Das Unternehmen nimmt sich viel vor. Maßgeschneiderte Hardware ist normalerweise den großen Anbietern vorbehalten. SoftIron muss also davon überzeugt sein, weit über seine Gewichtsklasse hinaus boxen zu können, wenn es dieses Spiel unbedingt spielen will.
Ich bewundere jedoch die Kühnheit des Unternehmens und halte die Konzepte für solide. Da Broadcom grundlegend verändert, wie Kunden vSphere kaufen und betreiben, suchen IT-Profis nach Alternativen – der Zeitpunkt ist also günstig für SoftIron.
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