So lange zu swipen, bis der Daumen taub wird, ist nicht mehr zeitgemäß – und Tinder weiß das.
Der Betreiber der Dating-App erklärt, dass er mithilfe von KI verändern will, wie Matches Nutzer finden, und mehr Arbeit bei Suche, Sortierung und Anzeige an Empfehlungssysteme übergibt, die Verbindungen weniger zufällig erscheinen lassen sollen. Tinder führte die Änderung als Teil eines größeren Updates für die App ein.
KI trägt nun dazu bei, Dating bewusster, persönlicher und besser auf die Art abzustimmen, wie Menschen heute daten möchten.
Da mehr als die Hälfte der Nutzer unter 30 ist, erklärt Tinder, dass das Update für eine Dating-Zielgruppe entwickelt wurde, die sich mehr Authentizität, weniger Druck und einen lohnenden Zeitaufwand wünscht. Spencer Rascoff, CEO von Match Group und Tinder, bezeichnete es außerdem als Tinders größte Weiterentwicklung der App seit Jahren.
Matches bekommen einen neuen Vermittler
Hier setzt Tinder erstmals in großem Umfang auf KI. Das Unternehmen weitet Chemistry, seine KI-gestützte Personalisierungsschicht, über Australien und Neuseeland hinaus auf die USA und Kanada aus und macht sie zu einem sichtbareren Bestandteil der Art und Weise, wie Menschen potenziellen Matches vorgestellt werden.
Statt die Nutzer bei der gesamten Suche auf sich allein zu stellen, präsentiert Chemistry täglich eine kuratierte Empfehlung, die darauf zugeschnitten ist, was jemanden „ausmacht“. So soll Dating-Erschöpfung überwunden werden, ohne noch mehr von derselben Routine des endlosen Swipens, bis irgendetwas passt. Teile von Chemistry werden außerdem in weiteren Bereichen der Tinder-Erfahrung auftauchen.
Woran Tinder dich erkennt
Die neue Matching-Ebene basiert nicht allein auf einem Bauchgefühl. Tinder speist sie mit einer Mischung aus Profilinformationen, einmaligen Fragen und Antworten, Aktivitäten in der App und – sofern Nutzer zustimmen – aus Hinweisen aus ihrer Kamerarolle, um ein detaillierteres Bild davon zu erstellen, was sie mögen und wonach sie suchen.
Dazu gehört Camera Roll Scan, das Fotos auf Muster untersucht, um „Photo Insights“ zu Interessen, Lebensstil und Persönlichkeitsmerkmalen zu erstellen. Learning Mode passt Empfehlungen außerdem weiterhin daran an, wie Menschen die App nutzen.
Diese Erkenntnisse bleiben ebenfalls nicht verborgen. Nutzer können den Insights Hub öffnen, um zu sehen, was ihre Daily Drops beeinflusst, und jede Erkenntnis löschen, die sie nicht bei Empfehlungen berücksichtigt haben möchten.
Der erste Eindruck bekommt Unterstützung durch KI
Dasselbe Update reicht auch ins Profil selbst hinein: Dort zeigt sich die KI-Komponente in Photo Enhance, einem Tool, das Nutzern dabei helfen soll, ihre Bilder aufzubereiten, bevor überhaupt jemand Hallo sagt.
Bei den übrigen Profiländerungen geht es eher um die Präsentation. Visual Interests bietet Nutzern eine schnellere Möglichkeit zu zeigen, wofür sie sich interessieren, während Änderungen beim Onboarding und auf der Profilstartseite zu vollständigeren Profilen mit stärkerem Fokus auf Fotos, Biografien und Prompts.
Sicherheit liest zwischen den Zeilen
Auch die Sicherheitsfunktionen des Updates berücksichtigen nun mehr Kontext. Are You Sure? und Does This Bother You? werden erweitert, um mehr als nur offensichtlich markierte Wörter zu erkennen und Tonfall sowie Nuancen in Echtzeit zu erfassen.
Das zeigt sich auf zwei Arten. Does This Bother You? wird verbessert, um mehr schädliche Nachrichten zu erkennen und potenziell respektlose Inhalte automatisch zu verpixeln, während Are You Sure? feinjustiert wird, um Schaden vor dem Absenden einer Nachricht besser zu erkennen und diese Hinweise wirksamer zu machen.
Was früher ein Swipe-zentriertes Spiel war, wirkt zunehmend von Anfang bis Ende stärker geführt. Tinder macht KI zu einem Bestandteil davon, wie Menschen gefunden und verstanden werden und wie sie durch die App geleitet werden.
Wenn du Hilfe beim Entschlüsseln von Antworten, ersten Dates oder Warnsignalen brauchst, können diese KI-Tools für Dating-Ratschläge einspringen.


