Nach einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde über 35 Millionen US-Dollar im vergangenen März hat Zero Gravity Labs eine Seed-Finanzierung über 40 Millionen US-Dollar eingeworben, um ein dezentralisiertes KI-Betriebssystem zu entwickeln. Die Investitionen stammen hauptsächlich von Venture-Capital-Firmen aus den Bereichen Krypto und Web 3.0, darunter Hack VC, Polygon und Delphi Digital. Zero Gravity sicherte sich außerdem eine „Token-Kaufzusage“ über 250 Millionen US-Dollar, die dem Unternehmen den Zugriff auf liquide digitale Vermögenswerte ermöglicht, die an Börsen gehalten werden, um das wachsende Projekt zu finanzieren. Das KI-Betriebssystem, das bei Investoren so viel Aufmerksamkeit erregt, versteht sich als Schritt zur Verwirklichung der umstrittenen Vision eines stärker dezentralisierten Internets, bekannt als Web 3.0.
„0G entwickelt das globale Fundament für ein besseres, faireres und offeneres KI-Ökosystem, in dem Macht verteilt ist und Innovation floriert“, schrieb Zero Gravity und erläuterte die Mission des Unternehmens im Vorwort zum Projektpapier für Investoren.
Das Unternehmen stellte das Projekt außerdem als energieeffizientere und hochgradig skalierbare Option für die Erstellung und Unterstützung von AGI-Modellen dar und bezeichnete es als „die schnellste modulare KI-Blockchain, die eine unübertroffene Infrastruktur zur Skalierung von Web3 und KI bereitstellt und die enormen Anforderungen der KI-Infrastruktur zukunftssicher macht.“
Das ist ein großes Versprechen zu einer Zeit, in der führende Vertreter der KI erkennen, dass die Ressourcenintensität der aktuellen KI-Infrastruktur nicht nachhaltig ist und sogar eine potenzielle Quelle des Klimawandels.
Dezentrale KI: Was Sie wissen müssen
Was genau entwickelt das Unternehmen also?
„0G (Zero Gravity) ist das erste dezentralisierte KI-Betriebssystem, das als grundlegende Schicht für dezentralisierte KI-Anwendungen und -Chains fungiert“, erklärt das Unternehmen in Marketingmaterialien zu seinem dezentralisierten KI-Betriebssystem dAIOS. „Es orchestriert effizient die Nutzung von Hardwareressourcen wie Speicher und Rechenleistung sowie von Software-Assets wie Daten und Modellen, um den Umfang und die Komplexität von KI-Workloads zu bewältigen.“
Im Gegensatz zu einem zentralisierten KI-Betriebssystem, das sämtliche Daten und Entscheidungen über eine einzige zentrale Instanz verwaltet, verteilt ein dezentralisiertes KI-Betriebssystem die Datenverarbeitung über ein Netzwerk von Knoten und nutzt typischerweise eine Blockchain für mehr Sicherheit. Entwickler behaupten, dass die Dezentralisierung zu einer stärkeren Kontrolle der Nutzer über den Datenschutz führt und damit eine Demokratisierung der KI bewirkt – sie könnte also mehr Menschen dabei helfen, KI in ihr Unternehmen zu integrieren.
Laut den Marketingmaterialien des Unternehmens ist die Mission von Zero Gravity klar: „KI zu einem öffentlichen Gut zu machen.“ Ob das gelingt, bleibt abzuwarten.


