Diese Woche Citrix kündigte seinen neuen Secure Private Access-Service an und erweitert damit sein Portfolio für Secure Access Service Edge (SASE).
Der Service ist eine aus der Cloud bereitgestellte Zero-Trust-Network-Access-Plattform (ZTNA), die für den Nutzer vollständig transparent ist und den Zugriff auf Anwendungen und Services schützt – unabhängig davon, wo der Nutzer arbeitet. Das bedeutet, dass ein Mitarbeiter genau dieselbe Erfahrung macht, egal ob er in einer Niederlassung, im Homeoffice oder unterwegs arbeitet.
Traditionelle Netzwerkperimeter sind nicht mehr effektiv
Historisch wurden Anwendungen, Daten und andere Unternehmensressourcen geschützt, indem man eine Perimetermauer um das Netzwerk errichtete. Dieser Perimeter ist im vergangenen Jahrzehnt langsam erodiert, doch der durch die Pandemie ausgelöste Homeoffice-Trend hat auch den kleinen Rest dieser Mauer beseitigt. Außerdem verwenden Mitarbeiter eine Mischung aus unternehmensverwalteten und privaten Geräten, was zusätzlich zum Verschwinden des Perimeters beiträgt.
Viele Unternehmen sind auf virtuelle private Netzwerke (VPNs) ausgewichen – eine der kompliziertesten Möglichkeiten für Nutzer, auf ein Netzwerk zuzugreifen. Obwohl VPNs weit verbreitet sind, wurden sie nie dafür konzipiert, dass sämtliche Mitarbeiter eines Unternehmens remote arbeiten. Für Unternehmen sind sie jedoch die einzige Option.
Citrix Secure Private Access vereinfacht den Zugriff
Citrix Secure Private Access bietet VPN-losen Zugriff und Sicherheit für Mitarbeiter, die sowohl auf moderne als auch auf ältere Anwendungen zugreifen müssen. In gewisser Hinsicht ist Secure Private Access nicht neu, sondern bündelt andere Citrix-Produkte wie Single Sign-On (SSO), kontextbezogenen Zugriff und Authentifizierung, Browser-Isolierung und Data Governance in einer einzigen Sicherheitslösung. Dadurch erhalten Nutzer vereinfachten Zugriff ausschließlich auf die Anwendungen, die sie benötigen.
Zero Trust ist eine interessante Weiterentwicklung im Netzwerkbereich. Traditionelle IP-Netzwerke basieren auf der Annahme, dass alles auf alles zugreifen können sollte – deshalb funktioniert das Internet so gut und so schnell. Das Problem traditioneller Netzwerke besteht darin, dass Angreifer nach einem erfolgreichen Eindringen ebenfalls Zugriff auf alles haben. Zero Trust kehrt dieses Sicherheitsmodell um und gewährt standardmäßig keinen Zugriff, sofern dieser nicht ausdrücklich erlaubt wurde. Wird ein Gerät oder Nutzer kompromittiert, wird der effektive „Radius der Auswirkungen“ minimiert.
Citrix Zero Trust lässt sich fein abstimmen
Eine interessante Besonderheit der Citrix-Lösung ist die Kombination mit dem eigenen Analytics-Produkt. Dieses liefert eine kontinuierliche Risikobewertung der Umgebung, indem es die kontextbezogene Identität berücksichtigt. Wird ein Risikofaktor erkannt, können automatisch Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet werden, sodass Unternehmensressourcen geschützt bleiben. Dadurch lässt sich Secure Private Access je nach Umgebung „fein abstimmen“.
Die meisten Anbieter verstehen Zero Trust als binäres Konzept. Das heißt, der Zugriff ist entweder aktiviert oder deaktiviert. Da Citrix über detaillierte Kenntnisse der Anwendungsfunktionen verfügt, kann das Unternehmen einen granulareren Zugriff ermöglichen.
So könnte der Zugriff auf bestimmte Dokumente erlaubt, die Kopier- und Einfügefunktion bei sensiblen Dokumenten jedoch deaktiviert werden, wenn der Nutzer an einem öffentlichen Ort ein privates Gerät verwendet. IT-Teams können den Zugriff abhängig von Umgebungsfaktoren beschränken. Außerdem lässt sich der Service so einrichten, dass der Zugriff bei verdächtigem Nutzerverhalten sofort entzogen wird.
Der neue Secure Private Access-Service wird über die Cloud bereitgestellt und an etwa 40 Points of Presence gehostet, die auf Amazon Web Services, Google Cloud Platform und Microsoft Azure laufen. Citrix ist sich bewusst, dass möglicherweise nicht alle Kunden bereit sind, ihre Sicherheit in die Cloud zu verlagern, und bietet daher über eine Appliance auch eine On-Premises-Version an. Bei einem gewünschten hybriden Ansatz können Kunden zudem beide Varianten nutzen.
Dies ist eine sinnvolle Ergänzung des Portfolios an Netzwerkdiensten von Citrix. Kunden können den Service eigenständig oder zusammen mit Citrix Secure Internet Access, Citrix SD-WAN und Citrix Web App and API Protection einsetzen. Die meisten SD-WAN- und SASE-Anbieter verfügen über starke Sicherheits- und/oder Netzwerkportfolios, doch Citrix bringt ein Maß an Anwendungskenntnissen mit, über das die meisten nicht verfügen.


