Amazon hat gerade deinen Einkaufsbegleiter durch einen intelligenteren, stärker agentenbasierten ersetzt.
Der Einzelhandelsriese hat am Mittwoch Alexa for Shopping angekündigt, einen neuen KI-gestützten Einkaufsassistenten, der Rufus als primären Retail-Chatbot des Unternehmens ersetzt und dabei viele von Rufus’ Fähigkeiten im Hintergrund beibehält. Mit dem neuen Angebot bündelt Amazon viele seiner Einkaufstools in Alexa, während das Unternehmen auf ein effektiveres Einkaufserlebnis hinarbeitet.
Anders als Rufus, der sich hauptsächlich darauf konzentrierte, Nutzern beim Entdecken von Produkten zu helfen und Fragen innerhalb des Amazon-Marktplatzes zu beantworten, ist der aufgerüstete Assistent darauf ausgelegt, stärker personalisiert und agentenbasiert. Amazon zufolge kann das neue Erlebnis Produkte vergleichen, sich an Nutzerpräferenzen erinnern, Preisnachlässe überwachen, konkrete Empfehlungen geben und dabei helfen, Käufe über Geräte hinweg im Amazon-Ökosystem zu verwalten.
Indem Amazon seinen Assistenten neu definiert, scheint das Unternehmen darauf zu setzen, dass sich seine Kunden zunehmend auf den KI-Assistenten verlassen werden – nicht nur, um nach Produkten zu suchen, sondern auch, um Kaufentscheidungen zu treffen und letztlich Teile des Einkaufsprozesses selbst zu automatisieren.
Was sich bei Alexa for Shopping ändert
Unter der Oberfläche kombiniert Alexa das umfassende Produktwissen von Rufus mit den agentenbasierten Fähigkeiten von Alexa+, um Amazon-Kunden auf neue Weise zu unterstützen.
Zwei Jahre nach der Einführung von Rufus als Einkaufsassistent stellt das Unternehmen das Tool nun ein und ersetzt es durch eine spezielle Variante seiner Alexa-KI, um das gesamte Amazon-KI-Erlebnis zu vereinheitlichen. Diese Vereinheitlichung verschafft Alexa for Shopping einen einzigartigen Vorteil, den der herkömmliche Rufus nicht bietet, und Amazon verspricht, dass sich das lohnen wird.
Ein Einkaufsassistent, der dir Empfehlungen gibt
Amazon zufolge ist Alexa for Shopping darauf ausgelegt, dein Einkaufsverhalten mit der Zeit zu lernen, wodurch Nutzer sich das Durchsuchen von Millionen Produkten ersparen. Das Unternehmen erklärt, der Assistent könne sich Präferenzen merken, etwa häufig nachbestellte Produkte oder Budgetspannen, um künftige Einkaufserlebnisse persönlicher zu gestalten.
Um das zu ermöglichen, verknüpft Amazon das Erlebnis eng mit seinen Echo-Geräten, über die Nutzer bereits täglich mit dem Assistenten interagieren. Statt einer einmaligen Chatbot-Sitzung soll Alexa for Shopping als dauerhafter Einkaufsassistent fungieren, der Nutzer über Geräte und Sitzungen hinweg begleitet und nach und nach ein Verständnis dafür entwickelt, wie sie einkaufen.
In der Praxis könnte das bedeuten, dass Alexa Angebote hervorhebt, nach denen Nutzer Echo gefragt haben, Käufer anhand des Zeitpunkts an die Nachbestellung von Haushaltsartikeln erinnert oder Produktvorschläge auf Grundlage des bisherigen Verhaltens und der Präferenzen eingrenzt.
Alexa for Shopping will mehr, als nur Fragen zu beantworten
Amazon positioniert seinen Einkaufsassistenten nicht mehr nur als Konversationswerkzeug, sondern als etwas, das einem aktiven Einkaufsagenten näherkommt. Der Assistent soll nicht nur auf Eingaben reagieren, sondern im Auftrag der Kunden mehrstufige, einkaufsbezogene Aufgaben erledigen.
Das Unternehmen erklärt, Nutzer könnten geplante Aktionen erstellen, etwa Produktbenachrichtigungen bei Verfügbarkeit oder Preisnachlässen – entweder einmalig oder wiederkehrend. Darüber hinaus kann der Assistent Artikel in den Warenkorb legen und sogar Käufe für dich tätigen, mithilfe der Funktion „Buy for Me“, für die deine verknüpfte Karte erforderlich ist.
Ein Assistent, der dir zu schnellen Kaufentscheidungen verhelfen soll
Alexa for Shopping soll außerdem die Produktrecherche verkürzen. Amazon zufolge kann der Assistent Produkte anhand mehrerer Kriterien vergleichen, KI-generierte Zusammenfassungen in der Suche anzeigen und für manche Produkte eine bis zu einjährige Preisentwicklung darstellen.
Wenn der Assistent ein Produkt nicht anhand mehrerer Kriterien mit Tausenden anderen vergleicht, zeigt er in der Suche KI-generierte Produktübersichten an, sodass du entweder gründlich nachforschen oder einfach weiterscrollen kannst.
Ein weiteres Merkmal des KI-Assistenten ist seine Fähigkeit, die Preisentwicklung eines Produkts über einen Zeitraum von bis zu einem Jahr anzuzeigen. Das kann besonders bei saisonalen Produkten nützlich sein und Käufern die Entscheidung erleichtern, ob sie sofort bestellen oder für später einen Preisalarm einrichten möchten. Um die Preisentwicklung eines Produkts zu sehen, fragst du entweder den Assistenten oder tippst auf der Produktseite auf „Preisentwicklung“.
Wann können Käufer Alexa for Shopping nutzen?
Amazon zufolge ist der Assistent für alle Amazon-Nutzer kostenlos – unabhängig davon, ob sie eine Prime-Mitgliedschaft, die Alexa-App oder ein Echo-Gerät besitzen.
Die Verfügbarkeit startet in den USA und wird in den kommenden Wochen schrittweise ausgeweitet. Amazon hat nicht mitgeteilt, wann der Assistent international eingeführt wird. Kunden können darauf zugreifen, indem sie die Amazon-Shopping-App aktualisieren.
Desktop-Nutzer sehen den Assistenten oben auf dem Bildschirm, während mobile Nutzer ihn unten in der Navigationsleiste finden.
Lesen Sie auch: Amazons umfassendere Robotik-Ambitionen nehmen auch jenseits von Einkaufsassistenten Gestalt an. Das Unternehmen hat kürzlich das humanoide Robotik-Start-up Fauna Robotics und dessen Roboterplattform Sprout übernommen.


