Anthropic hat seinen dritten Economic Index veröffentlicht, eine breit angelegte Studie zur Nutzung von Claude AI in Ländern, US-Bundesstaaten und Unternehmen. Der Bericht vom September 2025 zeigt, dass Programmierung weltweit nach wie vor den größten Anteil der Aktivitäten ausmacht, während Bildung und Wissenschaft an Bedeutung gewinnen.
Die Studie ergab außerdem, dass Automatisierung zunehmend verbreitet ist und mehr Nutzer Claude vertrauen, ganze Aufgaben zu erledigen. Anthropic erklärte, dieser Trend biete einen ersten Einblick, wie KI die Arbeit verändert, und könnte bestimmen, welche Beschäftigten und Regionen am meisten von der Technologie profitieren.
Vom Debuggen von Code bis zum Unterrichten im Klassenraum
Softwareentwicklung bleibt der häufigste Anwendungsfall für Claude und macht weltweit mehr als ein Drittel der Aktivitäten aus. Die Art der Programmierung hat sich jedoch verändert. Die Erstellung neuen Codes hat sich in den vergangenen acht Monaten verdoppelt, während das Debuggen zurückging. Das deutet darauf hin, dass Nutzer Claude in einem einzigen Versuch zunehmend für anspruchsvollere Ergebnisse einsetzen.
Auch die Nutzung von Claude AI für Bildungs- und Wissenschaftszwecke hat zugenommen. Der Anteil von Bildungsaufgaben stieg von etwa 9 % Anfang 2025 auf mehr als 12 % im August. Wissenschaftliche Aufgaben legten von 6 % auf über 7 % zu. Im Gegensatz dazu sank der Anteil von Geschäfts- und Finanzprozessen von 6 % auf 3 %, während Managementaufgaben von 5 % auf 3 % zurückgingen.

Claude-Nutzung nach Aufgabentyp: Computer- und mathematische Aufgaben bleiben stark vertreten; Bildung und Bibliothekswesen legen zu. Quelle: Anthropic Economic Index
Automatisierung und Erweiterung bei KI-Aufgaben
Anthropic untersuchte nicht nur, welche Aufgaben Claude übernahm, sondern auch, wie Menschen mit dem Modell arbeiteten. Gespräche, in denen Nutzer Claude eine Aufgabe gaben und ihn mit minimalen Eingaben selbstständig arbeiten ließen, stiegen von 27 % Ende 2024 auf 39 % im August 2025. Zum ersten Mal überwog die Automatisierung insgesamt die Zusammenarbeit, wodurch das Verhältnis von Automatisierung und Erweiterung bei KI-Aufgaben zu einem zentralen Trend wurde.

Anteil der Claude-Gespräche: Automatisierung übertrifft inzwischen die Erweiterung. Quelle: Anthropic Economic Index
Das KI-Unternehmen erklärte, zwei Faktoren könnten den Wandel erklären: Verbesserungen bei Claudes Fähigkeit, bereits beim ersten Versuch genaue Ergebnisse zu liefern, und das wachsende Vertrauen der Nutzer. Diese Kombination hat dazu geführt, dass Menschen komplexe Aufgaben häufiger vollständig an das KI-Tool delegieren, anstatt Schritt für Schritt zu iterieren.
Globale und unternehmerische Muster
Auf die USA entfielen 21,6 % der weltweiten Nutzung – deutlich mehr als auf Indien, Brasilien, Japan und Südkorea. Unter Berücksichtigung der Bevölkerungszahl führten kleinere Länder mit hohem Einkommen bei der Pro-Kopf-Nutzung. Israel, Singapur, Australien, Neuseeland und Südkorea nutzten Claude deutlich stärker, als anhand ihrer Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter zu erwarten gewesen wäre.
Innerhalb der USA wies Washington, DC die höchste Pro-Kopf-Nutzung auf, gefolgt von Utah, Kalifornien, New York und Virginia. Anthropic erklärte, dass die lokalen Volkswirtschaften prägten, wie Menschen das Modell nutzten: IT-bezogene Anfragen waren in Kalifornien am häufigsten, während Tourismusaufgaben in Hawaii überproportional vertreten waren.
Die Nutzung in Unternehmen setzte stärker auf Automatisierung als die Nutzung durch Verbraucher. Etwa 44 % des API-Datenverkehrs betrafen Programmierung, verglichen mit 36 % bei Claude.ai. Auch Verwaltungsaufgaben waren häufig, während Bildung und kreative Arbeit deutlich seltener vorkamen. Fast acht von zehn Interaktionen in Unternehmen wurden automatisiert. Das zeigt, dass Firmen Claude direkt in ihre Arbeitsabläufe integrieren.
Anthropic erklärte, das Unternehmen werde seinen Economic Index weiter aktualisieren und Daten veröffentlichen, um Forschern und politischen Entscheidungsträgern bei der Vorbereitung auf die wirtschaftlichen Auswirkungen von KI zu helfen. Die Ergebnisse deuten auf einen uneinheitlichen, aber sich beschleunigenden Wandel hin: Programmierung führt weiterhin, doch Bildung, Wissenschaft und Automatisierung nehmen einen wachsenden Anteil an der frühen Rolle der KI in der Wirtschaft ein.
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