Während der Krieg auf den Schlachtfeldern der Ukraine weiter wütet, wird eine weitere Front anfällig für russische Angriffe: der Cyberspace. Das Vereinigte Königreich und seine NATO-Verbündeten, darunter die USA, erkennen zunehmend die Notwendigkeit, ihre Anstrengungen zum Schutz ihrer politischen Institutionen und nationalen Infrastrukturen zu verstärken. Der britische Kabinettsminister Pat McFadden, der Kanzler des Herzogtums Lancaster, schlug auf einer NATO-Konferenz zur Cyberverteidigung am 25. November in London Alarm wegen Russlands Plan, künstliche Intelligenz zur Verstärkung seiner Cyberkriegsaktivitäten einzusetzen.
„[W]ir erleben eine einzigartige Ära des Wettstreits und Wettbewerbs“, sagte McFadden in einer Rede. „Eine Ära, in der unsere Gegner zunehmend dreister und aggressiver werden und täglich unsere gemeinsame Sicherheit auf die Probe stellen. Und dieser Wettstreit spielt sich in zwei Sphären ab: der physischen und der digitalen.“
In der Ukraine legten russische Hacker die Kommunikation von Millionen Ukrainern lahm und setzten die Stromnetze des Landes außer Betrieb. Wladimir Putin hat den NATO-Verbündeten der Ukraine gedroht, weil sie Kiew erlauben, Storm-Shadow-Raketen gegen legitime Ziele auf russischem Boden einzusetzen. Die Drohung geht außerdem mit einer Intensivierung der Cyberkriminalität und der möglichen Stilllegung der Stromnetze dieser Länder einher.
Moskau hat seine Cyberangriffe durch KI verstärkt, wobei NATO-Mitgliedstaaten angegriffen werden, die die Ukraine im Krieg unterstützen. Ziel der Angriffe ist es, kritische Infrastrukturen wie Stromnetze, Telekommunikation, Verkehrssysteme, staatliche Dienste und Finanzinstitute lahmzulegen. McFadden sagte, die Angriffe erfolgten häufig und würden immer ausgefeilter. Dabei verwies er auf einen jüngsten Vorfall, bei dem Cyberkriminelle in ein Wasserwerk in Texas eingedrungen waren.
Er forderte die NATO-Verbündeten auf, enger zusammenzuarbeiten, um im „neuen KI-Wettrüsten“ voranzukommen. Regierungen und Unternehmen müssen beim Schutz ihrer kritischen Infrastruktur vor russischen Hackern und mit Russland verbundenen Cyberkriminellen, die in Ländern wie Nordkorea operieren, wachsam bleiben. Das Vereinigte Königreich kündigte außerdem die Gründung des Laboratory for AI Security Research (LASR) an, eines in London ansässigen Forschungsprogramms, das mit neuen Technologien und den Auswirkungen von KI auf die nationale Sicherheit Schritt halten soll. Das Projekt erhielt eine anfängliche Finanzierung von 10,3 Millionen US-Dollar, um die Rolle und die Auswirkungen von KI auf die nationale Sicherheit zu untersuchen.
„Das russische Militär und seine inoffizielle Armee aus Cyberkriminellen und Hacktivisten haben nicht nur ihre Angriffe verstärkt, sondern ihre Ziele auch auf eine Reihe von NATO-Mitgliedern und Partnern ausgeweitet“, sagte McFadden.
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