Chinas Bemühungen um eigene CPUs haben gerade einen neuen Meilenstein erreicht: Loongson Technology zufolge wurden mehr als eine Million seiner 3A6000-Desktop-Prozessoren ausgeliefert.
Der Meilenstein liefert Chinas heimischer Chipbranche einen Referenzwert, während Peking daran arbeitet, den Einsatz lokal entwickelter Prozessoren in Behörden und anderen prioritären Bereichen auszuweiten. Der Einsatz des 3A6000 in Chinas XinChuang-Programm zeigt die wachsende Nachfrage nach lokalen CPUs – auch wenn seine Leistung weiterhin hinter der neuerer Intel-Chips zurückbleibt.
Loongson erreicht Meilenstein bei den Auslieferungen
Wie die South China Morning Post berichtete basiert Loongsons 3A6000-Prozessor auf der selbst entwickelten LoongArch-Architektur des Unternehmens, proprietären IP-Kernen und einer inländischen Fertigungslieferkette.
„Das Unternehmen erklärte, die Leistung des Chips sei im Großen und Ganzen mit der von Intel-Desktopprozessoren vergleichbar, die um 2020 auf den Markt kamen“, merkte SCMP an.
Der 3A6000 ist ein Desktop-Prozessor und eignet sich daher besser für alltägliche PC- und Büroanwendungen als für das Training von KI-Modellen oder große Rechenzentrumssysteme.
Loongson wurde 2001 als Forschungsprojekt unter der Chinese Academy of Sciences gegründet und 2010 ausgegliedert. 2022 war das Unternehmen der erste auf CPUs spezialisierte Konzern, der am Star Market in Shanghai notiert wurde.
Chinas CPU-Lokalisierung geht weiter
Loongsons Auslieferungszahl fällt in eine Zeit, in der China weiterhin heimische Alternativen zu ausländischer Technologie fördert. Das XinChuang-Programm hat diese Bemühungen unterstützt, indem es in Behörden und anderen prioritären Bereichen einige ausländische IT-Produkte durch lokale Optionen ersetzt.
Die Einführung des 3A6000 in XinChuang verschafft Loongson eine klarere Rolle in Chinas Technologiestrategie für den öffentlichen Sektor. Der Meilenstein bedeutet nicht, dass chinesische Desktop-CPUs zu den weltweit führenden Produkten aufgeschlossen haben. Er zeigt jedoch, dass lokale Prozessoren zunehmend breiter eingesetzt werden.
Für die APAC-Märkte zeigt der Meilenstein, wie die Chipbeschaffung lokaler wird, während Regierungen und Unternehmen Lieferketten und die Verfügbarkeit von Prozessoren stärker in den Blick nehmen.
Lokale Chipinitiativen gehen über Prozessoren hinaus
Auch BIS Infotech brachte Loongsons 3A6000 mit Chinas umfassenderen Bemühungen in Verbindung, seine heimische CPU-Basis zu stärken.
Chinas Lokalisierungsbestrebungen gehen über CPUs hinaus. So hatte ein von der Shanghai Artificial Intelligence Laboratory geleitetes Forschungsteam die Automatisierung genutzt, um die lokale Produktion eines Materials für die Chipherstellung.
„Ein von der Shanghai Artificial Intelligence Laboratory geleitetes Forschungsteam erklärte am Montag, es habe mithilfe eines Systems zur ‚KI-gestützten Entscheidungsfindung plus automatisierter Synthese‘ eine stabile Produktion von hochwertigem KrF-Fotolackharz erreicht“, schrieb SCMP.
KrF-Fotolackharz wird bei der Chipherstellung eingesetzt und war lange Zeit von einer kleinen Gruppe ausländischer Zulieferer dominiert.
Für Loongson liefert die Zahl der Auslieferungen Chinas heimischem CPU-Sektor einen klaren Referenzwert. Sie zeigt außerdem, wie die staatliche Beschaffung, lokale Chiparchitekturen und die Halbleiterpolitik Chinas Technologiemarkt.
Chinas CPU-Meilenstein ist Teil eines umfassenderen Wettrennens um KI-Chips, darunter Nvidias Investitionsstrategie im Umfang von 40 Milliarden US-Dollar die über Chips hinausgeht.


