Intel und AMD verhandeln mit chinesischen Rechenzentrumskunden über längerfristige Liefervereinbarungen, da die Nachfrage nach KI-Infrastruktur die Preise für Serverprozessoren in die Höhe treibt und den Wettbewerb um verfügbare Chips verschärft.
Laut Reuters würden die geplanten Vereinbarungen im Allgemeinen Prozessor-Abnahmemengen für etwa ein Jahr sichern, ohne Preise festzuschreiben. Einige Kunden diskutieren jedoch über Zusagen mit einer Laufzeit von zwei Jahren oder länger. Die Verhandlungen spiegeln den wachsenden Druck auf den Markt für Server-CPUs wider, da KI-Einsätze nicht nur Grafikprozessoren, sondern auch große Mengen an CPUs benötigen, um Speicher-, Netzwerk- und Inferenz-Workloads zu betreiben.
Diese breitere Nachfrage verändert den Markt für Server-CPUs nun grundlegend. Reuters berichtete, dass einige Preise für Serverprozessoren in China seit Jahresbeginn um mehr als 40 % gestiegen sind und bestimmte Produkte weiterhin monatliche Preiserhöhungen von über 10 % verzeichnen. Der Bericht markiert eine Veränderung für einen Markt, der die bei KI-Beschleunigern und Speicherchips beobachteten Lieferengpässe traditionell vermieden hat.
Anfang dieses Jahres berichtete Reuters außerdem, dass Intel chinesische Kunden gewarnt habe, die Lieferzeiten für einige Xeon-Serverprozessoren könnten sich auf bis zu sechs Monate verlängern.
Intel-CEO Lip-Bu Tan räumte den Lieferdruck während des Quartalsberichts im April ein und sagte Analysten, dass die Nachfrage "weiterhin das Angebot übersteigt", insbesondere bei Xeon-Serverprozessoren. Tan sagte außerdem, Intel habe im ersten Quartal mehrere langfristige Liefervereinbarungen unterzeichnet, darunter einen mehrjährigen Vertrag mit Google.
AMD, das voraussichtlich Anfang August seine Quartalsergebnisse vorlegen wird, hat seine Prognose für den globalen Markt für Server-CPUs bis 2030 auf mehr als 120 Milliarden US-Dollar angehoben und verwies dabei auf die wachsende Nachfrage durch agentische KI-Workloads.
China bleibt ein kritischer Markt
China ist weiterhin einer der weltweit größten Abnehmer von Servern, da Unternehmen und staatlich unterstützte Projekte den Ausbau der KI-Recheninfrastruktur fortsetzen. Während US-Exportbeschränkungen Chinas Zugang begrenzen zu den modernsten KI-GPUs, bleiben Server-CPUs von Intel und AMD ein wichtiger Bestandteil von KI-Einsätzen, was den Wettbewerb um das verfügbare Angebot verschärft.
Die gemeldeten Verträge könnten Kunden dabei helfen, sich künftige Prozessorzuteilungen zu sichern. Da sie jedoch keine Preise festschreiben, könnten Käufer weiterhin mit steigenden Kosten konfrontiert werden, wenn die Engpässe anhalten. Reuters zufolge könnte die knappere Verfügbarkeit von CPUs außerdem den Ausbau der KI-Infrastruktur bei chinesischen Cloud-Anbietern und Internetunternehmen verlangsamen.
Was dies für den KI-Hardwaremarkt bedeutet
Die gemeldeten Vereinbarungen deuten darauf hin, dass der Boom der KI-Infrastruktur in eine neue Phase eintritt, in der CPUs strategisch fast ebenso wichtig werden wie GPUs.
Für Intel und AMD sorgen längerfristige Abnahmezusagen von Kunden für eine besser planbare Nachfrage und lassen zugleich die Flexibilität, Preise an veränderte Marktbedingungen anzupassen. Für Käufer fällt der Kompromiss weniger günstig aus, da der garantierte Zugang zu Prozessoren keinen Schutz vor künftigen Preiserhöhungen bietet.
Sollte das Angebot knapp bleiben, könnten sich ähnliche Einkaufsvereinbarungen schließlich auch in anderen Regionen etablieren und den KI-Hardwaremangel über Beschleuniger hinaus auf nahezu jede wichtige Komponente ausweiten, die für den Bau moderner Rechenzentren benötigt wird.


