Während des chaotischen Reiseansturms zum Frühlingsfest im vergangenen Februar, als sich Millionen Fahrgäste durch Bahnhöfe im ganzen Land drängten, erlebten Pendler in Hefei eine Überraschung: Roboterhunde patrouillierten auf den Bahnsteigen, Drohnen surrten durch die Tunnel und humanoide Maschinen gaben Wegweisungen.
Das System, das örtliche Behörden als Chinas ersten „Full-Space“-Robotikverbund für den Schienenverkehr bezeichnen, wurde während einer der reisestärksten Zeiten des Jahres eingesetzt. Man kann es sich als koordiniertes Team von Maschinen vorstellen: Einige bewegen sich auf Beinen, andere auf Rädern und wieder andere in der Luft – alle arbeiten Seite an Seite mit dem menschlichen Personal.
Dieser Einsatz in der Hauptstadt der Provinz Anhui ist das erste Mal, dass eine chinesische Metro ein „Full-Space“-Roboterteam nutzt. Statt isoliert zu arbeiten, werden die Maschinen über eine zentrale Plattform gesteuert, um jeden Winkel der Verkehrsinfrastruktur abzudecken.
Im Gespräch mit Euronews erläuterte Dai Rong, der Leiter des Science and Education Center von Hefei Rail Transit, den Umfang des Projekts: „Die „Full-Space“-robotergestützte intelligente Dispositionsplattform ist hauptsächlich in drei Bereichen tätig: intelligenter Service innerhalb der Stationen, Fahrzeuginspektion und Tunnelinspektion.“
Während humanoide Roboter den Kundenservice übernehmen, indem sie Fragen von Fahrgästen beantworten und den Weg weisen, kümmern sich die Roboterhunde um die Arbeit „vor Ort“, indem sie die Bahnsteige patrouillieren und die Sicherheit im Auge behalten.
Die schmutzige Arbeit unter Tage
Der beeindruckendste Teil dieses Tech-Teams spielt sich dort ab, wo Fahrgäste normalerweise nicht hinsehen können.
Tief in 1,5 Meter tiefen Wartungsgruben kriechen autonome Roboter unter abgestellten Zügen hindurch, um Kontrollen durchzuführen. Diese Maschinen nutzen hochauflösende Kameras und Ultraschallsensoren, um nach lockeren Schrauben oder winzigen Rissen in den Rädern zu suchen – Aufgaben, die menschliche Arbeitskräfte früher stundenlange, mühsame Arbeit kosteten.
Laut Euronews, meldet dieses automatisierte System Probleme sofort und beschleunigt die Sicherheitskontrollen erheblich. Ziel ist es nicht, Menschen aus der Station zu verdrängen, sondern ihnen die schwere Arbeit abzunehmen.
„Wir hoffen, dass es die menschlichen Mitarbeitenden unterstützen, unsere Arbeitseffizienz steigern und die Arbeitsbelastung reduzieren kann, um den Schienenverkehr in Hefei durch Technologie zu stärken“, sagte Dai Rong gegenüber Euronews.
Ein besseres „Gehirn“ entwickeln
Im weiteren Verlauf des Jahres lotet das Team in Hefei bereits Möglichkeiten aus, diese Roboter noch intelligenter zu machen. Die derzeitige Konfiguration ist nur der Anfang; als Nächstes sollen die Maschinen eine ausgefeiltere Art erhalten, über die unvorhersehbare Umgebung einer stark frequentierten Metro nachzudenken und auf sie zu reagieren.
„In Zukunft wollen wir diese Plattform mithilfe großer KI-Modelltechnologien aufbauen, um diesen Roboterhunden und Drohnen ein besseres zentrales „Gehirn“ für die Steuerung zu geben. Dadurch werden sie verschiedene ungewöhnliche Situationen genauer erkennen und darauf reagieren können“, erklärte Luo Lei, leitender Betreuer am Science and Education Center, gegenüber Euronews und skizzierte damit die Vision für die Zukunft.
Der menschliche Faktor
Auch wenn Drohnen durch die Tunnel surren und Roboterhunde über die Bahnsteige patrouillieren, bleibt der menschliche Kontakt das Herzstück des Betriebs.
Die Behörden haben klargestellt, dass diese Maschinen Helfer und kein Ersatz sind. Sie übernehmen die sich wiederholenden, gefährlichen oder eintönigen Aufgaben, damit sich die menschlichen Mitarbeitenden auf die Fahrgäste und komplexe Entscheidungen konzentrieren können.
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