Das Pentagon stellt seinen Beschäftigten zwei weitere KI-Assistenten zur Verfügung und nimmt maßgeschneiderte Versionen von ChatGPT und Grok in seine wachsende staatliche KI-Plattform auf.
Das Department of War hat OpenAIs ChatGPT Mil und Starshield AIs Grok for Government in GenAI.mil aufgenommen, seine zentrale Plattform für den Zugriff auf kommerzielle generative KI-Tools in einer sichereren staatlichen Umgebung.
Beide Modelle sind laut Department of War für Controlled Unclassified Information (CUI) auf Impact Level 5 akkreditiert. Damit können Beschäftigte sie für bestimmte sensible, aber nicht klassifizierte Arbeiten innerhalb der staatlichen Umgebung nutzen, statt auf Verbraucherversionen der Dienste zurückzugreifen.
Die Erweiterung erfolgt, während GenAI.mil im gesamten Ministerium an Bedeutung gewinnt. Mehr als 1,7 Millionen einzelne Nutzer haben sich der Plattform angeschlossen – bei einer Belegschaft von mehr als 3 Millionen militärischen und zivilen Beschäftigten, teilte das Ministerium mit.
GenAI.mil startete zunächst mit Googles Gemini for Government und entwickelt sich nun zu einem Hub für mehrere Modelle statt zu einem KI-Dienst eines einzelnen Anbieters.
ChatGPT zielt auf Dokumentenarbeit, während Grok Denkmodi ergänzt
ChatGPT Mil richtet sich vor allem an alltägliche Aufgaben, die Regierungsbeschäftigte viel Zeit kosten. Nach Angaben des Pentagons unterstützt es Chats, Dateien, Projekte und benutzerdefinierte GPTs für Anwendungsbereiche wie Verwaltung, Logistik, Planung und Politik.
Grok for Government verfolgt einen umfassenderen Ansatz. Das Pentagon erklärt, dass es tiefgehende Schlussfolgerungen, drei Denkmodi – Auto, Fast und Expert –, anpassbare Arbeitsbereiche, dauerhafte Projekte und wiederverwendbare „Playbooks“ umfasst, die dazu dienen, institutionelles Wissen zu bewahren.
Das Ministerium erklärte, diese Funktionen könnten Aufgaben unterstützen, die von Marktforschung für Beschaffungsfachleute bis zum Lieferkettenmanagement für Logistikpersonal reichen.
„Starshield AIs Grok for Government wird den Soldatinnen und Soldaten unmittelbare Produktivitätsgewinne, eine bessere Kontinuität des Wissens sowie eine sicherere und effizientere Zusammenarbeit ermöglichen“, erklärte das Department of War.
Die Analyse von eWeek: Sicherheitsfreigabe entscheidet nicht darüber, welches Modell zum Einsatz kommt
Die Ankündigungen des Pentagons zeigen, dass sich GenAI.mil zu einer verwalteten Umgebung für mehrere Modelle entwickelt und nicht zu einem KI-Dienst eines einzelnen Anbieters. ChatGPT Mil legt den Schwerpunkt auf dokumentenintensive Arbeit, während Grok auswählbare Denkmodi, dauerhafte Projekte und wiederverwendbare Playbooks ergänzt.
Beide Tools verfügen über eine IL5-Akkreditierung, doch diese Genehmigung bezieht sich auf die Umgebung und die Informationen, die sie verarbeiten dürfen – nicht darauf, welches Modell für eine bestimmte Aufgabe genauer oder geeigneter ist. Das Pentagon muss weiterhin Regeln dafür festlegen, welche Modelle welchen Arbeitslasten zugeordnet werden und wie Ergebnisse überprüft werden, insbesondere wenn KI-generierte Informationen folgenreiche Entscheidungen beeinflussen könnten.
Für Unternehmen ist diese Unterscheidung wichtig: Die Genehmigung einer KI-Plattform für den Umgang mit sensiblen Daten ist nur ein Teil der Governance. Organisationen benötigen außerdem arbeitslastspezifische Berechtigungen, Richtlinien für die Modellauswahl und Vorgaben für die menschliche Prüfung.
Der Faktor Anthropic
Die Ergänzungen erfolgen zudem vor dem Hintergrund der zunehmend konfliktreichen Beziehung des Pentagons zu Anthropic.
Das Ministerium stufte Anthropic als Risiko für die nationale Sicherheits-Lieferkette ein nachdem Verhandlungen über Beschränkungen für den militärischen Einsatz von Claude gescheitert waren. Im Mittelpunkt des Streits standen mögliche Anwendungen wie die massenhafte Überwachung im Inland und autonome Waffen.
Ein Bundesrichter hob diese Einstufung kürzlich auf und entschied, dass die Maßnahmen der Regierung gegen Anthropic eine rechtswidrige Vergeltungsmaßnahme darstellten, wie eWeek zuvor berichtete.
Vor diesem Urteil hatte The Hill berichtet dass der Chief Technology Officer des Pentagons, Emil Michael, erklärte, das Ministerium rechne damit, die Plattformen von Anthropic bis Ende September vollständig zu entfernen. Unklar ist, ob das Urteil diesen Zeitplan ändern wird. Claude bleibt jedoch in der vom Ministerium angekündigten Zusammenstellung von GenAI.mil weiterhin außen vor.
Mehr dazu: OpenAIs ursprüngliche GenAI.mil-Vereinbarung erklärt, wie ChatGPT Teil des umfassenderen Vorstoßes des Pentagons wurde, kommerzielle KI in seiner gesamten Belegschaft verfügbar zu machen.


