Das globale Rennen um die Geschwindigkeit von Robotern hat einen neuen Spitzenreiter.
Am Montag stellte ein Forschungsteam der Zhejiang University in Zusammenarbeit mit den Technologieunternehmen MirrorMe Tech und Kaierda offiziell „Bolt“ vor, einen menschengroßen humanoiden Roboter, der eine atemberaubende Spitzengeschwindigkeit von 10 Metern pro Sekunde erreicht hat.
Der 175 Zentimeter große und 75 kg schwere Metallathlet wurde entwickelt, um die absoluten physischen Grenzen der zweibeinigen Fortbewegung auszuloten. Um seine Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen, ließ man den Roboter auf einem Laufband gegen MirrorMe-Gründer Wang Hongtao antreten. Während der menschliche Läufer schließlich an seine Grenzen stieß, hielt der rot lackierte Android seinen gleichmäßigen Schritt, bis der Tachometer 10 m/s anzeigte.
Bei seinem derzeitigen Tempo könnte der Roboter theoretisch einen 100-Meter-Lauf in exakt 10 Sekunden absolvieren und damit in die Nähe von Spitzenleistungen auf olympischem Niveau kommen. Zugleich ist dies die schnellste aufgezeichnete Geschwindigkeit eines humanoiden Roboters seiner Art.
Vom Sprint-Spektakel zum praktischen Einsatz
Die Leistung stellt einen gewaltigen Sprung in der Fähigkeit von Maschinen dar, Gleichgewicht und Energie zu beherrschen. Laut People’s Daily, das den Roboterentwickler zitiert, führte das Projekt zu Durchbrüchen bei „der Fortbewegungssteuerung von Robotern, dem dynamischen Gleichgewicht und leistungsstarken Antriebssystemen“.
Zu den früheren Rekorden des Teams gehörte der Vierbeiner „Black Panther“, der 2025 mehr als 10 m/s erreichte. Dies ist jedoch das erste Mal, dass ein menschengroßer humanoider Roboter diesen Meilenstein erreicht.
Die Geschwindigkeit ist beeindruckend, doch die Entwickler betonen, dass es ihnen nicht nur darum geht, Trophäen zu gewinnen. Wang erklärte, das Hauptziel bestehe darin, eine technologische Grundlage zu entwickeln, die „an die biologischen Grenzen menschlicher Bewegung herankommt oder sie übertrifft“, laut CGTN.
Die Technologiebranche sieht eine Zukunft, in der diese „Superspezies“-Maschinen mehr als bloße Kuriositäten sind. MirrorMe stellt sich vor, dass Bolt zum „Stahl-Sparringspartner“ für Profisportler wird und ihnen das Training gegen eine Maschine ermöglicht, die in Echtzeit die Weltrekordgeschwindigkeiten von Legenden wie Usain Bolt oder Noah Lyles reproduzieren kann.
Das große Bild: Warum Geschwindigkeit zählt
In der größeren Technologielandschaft signalisiert Bolts Erfolg, dass 2026 zum Jahr wird, in dem humanoide Roboter vom Gehen zum Arbeiten übergehen.
Für eine Branche, die auf den kommerziellen Einsatz ausgerichtet ist, ist schnelle Fortbewegung entscheidend für die Effizienz in Lagerhäusern, bei der Katastrophenhilfe und in industriellen Umgebungen mit hoher Belastung. Ihr Wert liegt darin, dass sie sich in für Menschen geschaffenen Umgebungen bewegen, Treppen steigen, Griffe betätigen und enge Räume durchqueren können. Geschwindigkeit und Stabilität sind entscheidend für Effizienz und Sicherheit.
Ende 2025 gab es allein in China mehr als 150 Hersteller humanoider Roboter. Eine Geschwindigkeit und Wahrnehmung auf „menschlichem Niveau“ bedeuten, dass diese Maschinen nun endlich bereit sind, das Labor zu verlassen und in eine für Menschen geschaffene Welt einzutreten – und möglicherweise kritische Lücken auf dem Arbeitsmarkt in Branchen zu schließen, die sowohl Agilität als auch schnelle Reaktionen erfordern.
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