Künstliche Intelligenz (KI) verändert die globale Wirtschaft. Neue Untersuchungen der Boston Consulting Group (BCG) machen jedoch deutlich, dass mehr als 70 Prozent der Volkswirtschaften weltweit nur unzureichend auf diese technologische Revolution vorbereitet sind. Während KI ihre disruptive Wirkung in allen Branchen beschleunigt, müssen Volkswirtschaften weltweit ihre KI-Bereitschaft bewerten, um diese transformative Welle effektiv zu bewältigen.
Die KI-Landschaft: Globale Bereitschaft und Anfälligkeit
BCGs KI-Reifegradmatrix bewertete 73 Volkswirtschaften weltweit und ordnete sie anhand ihrer Anfälligkeit für Disruption durch KI und ihrer Anpassungsfähigkeit sechs Archetypen zu. Nur fünf Volkswirtschaften – Kanada, Festlandchina, Singapur, das Vereinigte Königreich und die USA – erwiesen sich als KI-Führer. Sie zeichnen sich durch hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung, solide Talentpools und florierende KI-Ökosysteme aus.
Volkswirtschaften wie Luxemburg und Hongkong sind dagegen erheblichen Beeinträchtigungen in Sektoren wie Finanzdienstleistungen und Einzelhandel ausgesetzt. Diesen Ländern fehlt die entscheidende Bereitschaft zur Anpassung und nachhaltigem Wachstum, was die wachsende globale Kluft bei der KI-Reife verdeutlicht.
Messung der KI-Bereitschaft: Der ASPIRE-Index
Der ASPIRE-Index von BCG bewertet sechs für die KI-Strategie entscheidende Dimensionen: Ambition, Kompetenzen, Politik, Investitionen, Forschung und Ökosystem. Vorreiter im Bereich künstlicher Intelligenz zeichnen sich in diesen Bereichen aus. Festlandchina führt bei Patenten und akademischer Forschung, während die USA und Singapur bei der Entwicklung von Talenten und Investitionen dominieren. Viele Volkswirtschaften schneiden jedoch bei Forschung und Entwicklung sowie beim Aufbau von Ökosystemen schlecht ab und können KI nur eingeschränkt integrieren. Für diese Länder sind eine strategische Abstimmung und gezielte Investitionen entscheidend, um die Bereitschaftslücke zu schließen.
Vorbereitung auf eine KI-getriebene Zukunft
Der Bericht nennt drei strategische Initiativen, mit denen Volkswirtschaften sich positionieren können:
- KI ermöglichen: Grundlegende Kompetenzen für Schwellenländer aufbauen
- KI beschleunigen: Politische Maßnahmen und Investitionen in Volkswirtschaften der mittleren Entwicklungsstufe stärken
- KI verstärken: Globale Innovationen anführen und KI-Politik für Vordenker gestalten
„Politische Entscheidungsträger müssen schnell handeln, um die Widerstandsfähigkeit zu stärken, die Modernisierung voranzutreiben und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern“, sagte Aparna Bharadwaj, Managing Director bei BCG und Mitautorin des Berichts.
Während KI die Branchen weiter neu definiert, wird die Kluft zwischen Bereitschaft und Anfälligkeit immer deutlicher. Diese Lücke zu schließen, erfordert mutige Initiativen, langfristige Planung und Investitionen in Bildung, Forschung und Entwicklung sowie Infrastruktur. Volkswirtschaften, die sich rasch an KI-Technologie anpassen, werden nachhaltiges Wachstum sichern, während diejenigen, die zögern, in einer zunehmend von KI geprägten Welt den Anschluss zu verlieren drohen.


