Eine durchgesickerte Audioaufnahme enthüllt Zuckerbergs wahre Erklärung dafür, warum Meta seine Mitarbeiter überwachte.
Sie kennen vielleicht „Lernen durch Tun“. Meta erfand „Lernen, indem man Mitarbeitern beim Tun zusieht und sie dann ersetzt“.
Eine durchgesickerte Audioaufnahme von einer Meta-Gesamtversammlung, die More Perfect Union zugespielt wurde, hält fest, wie Mark Zuckerberg erklärt, dass Meta die Aktivitäten seiner Mitarbeiter in Gmail, GChat, dem internen Tool Metamate und VSCode (der Programmiersoftware, die die meisten Ingenieure verwenden) überwacht hat, um seine KI-Modelle zu trainieren. Seine Begründung: Die KI „lernt, indem sie wirklich klugen Menschen bei ihren Tätigkeiten zusieht“, und Spitzeningenieure seien bessere Trainingsobjekte als externe Auftragnehmer.
Das ist, fairerweise, eine solide Trainingsstrategie. Der Teil mit dem „sie anschließend entlassen“ macht die Sache allerdings seltsam.
So nahm die Sache ihren Lauf
- 21. April: Meta kündigte an, Software zur Erfassung von Tastaturanschlägen und Mausbewegungen auf den Computern der Mitarbeiter zu installieren. Metas öffentliche Reaktion fiel gemäßigt aus: Die Modelle müssten lediglich lernen, wie Menschen Dropdown-Menüs anklicken. Routineangelegenheit.
- 30. April: Bei einer internen Gesamtversammlung gab Zuckerberg auf Tonband eine ganz andere Erklärung ab. Die KI lerne, indem sie „wirklich klugen Menschen“ zusieht. Er räumte außerdem das Risiko eines Leaks ein und sagte den Mitarbeitern, es sei „strategisch nicht in eurem Interesse“, Details offen zu teilen.
- Montag, 19. Mai: Meta kündigte an, 7.000 Mitarbeiter in neue, auf KI ausgerichtete Teams zu versetzen. Intern wurde dies als Produktivitätssteigerung dargestellt.
- Mittwoch, 20. Mai: Rund 8.000 Mitarbeiter erhielten ab 4 Uhr morgens Singapurer Zeit ihre Kündigungsmitteilungen. Die durchgesickerte Audioaufnahme wurde noch am selben Tag veröffentlicht. In den Büros tauchten Flugblätter gegen das Überwachungsprogramm auf.
Warum das wichtig ist
Die Kluft zwischen der öffentlichen Version („wir trainieren Modelle lediglich im Umgang mit Software“) und der internen Version („wir lernen, indem wir unseren besten Leuten zusehen“) ist die ganze Geschichte. Meta ist bei Weitem nicht das einzige Unternehmen, das Verhaltensdaten von Mitarbeitern sammelt. Es ist nur das Unternehmen, das dabei erwischt wurde, die wahre Logik auf Tonband zu erklären – unmittelbar bevor es die Menschen entließ, die es überwachte.
Unsere Einschätzung
Meta wird das überstehen. Die unangenehmere Frage ist, ob dies zum Vorbild wird. Jedes Unternehmen mit einem Programm zur „Produktivitätsüberwachung“ ist jetzt nur noch ein durchgesickertes Memo von derselben Schlagzeile entfernt. Die Grenze zwischen „dir helfen, besser zu arbeiten“ und „deinen Ersatz trainieren“ ist gerade deutlich verschwommener geworden.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Newsletter unserer Schwesterpublikation The Neuron. Um mehr von The Neuron zu lesen, melden Sie sich hier für den Newsletter an.


