Der Wechsel zwischen KI-Chatbots könnte sich schon bald weniger wie ein Neuanfang anfühlen.
Google testet Berichten zufolge eine neue Gemini-Funktion, mit der Nutzer frühere Unterhaltungen aus ChatGPT und anderen KI-Tools importieren können – inklusive Kontext, Präferenzen und laufender Projekte. Statt ganz von vorn anzufangen, könnte Gemini diese Unterhaltungen dort fortsetzen, wo sie aufgehört haben.
Laut TestingCatalog arbeitet Google an einem Betatool namens „Import AI chats“, mit dem Nutzer Unterhaltungen von anderen KI-Plattformen hochladen und in Gemini fortsetzen können, ohne den Kontext zu verlieren. Die Funktion scheint sich an Nutzer zu richten, die andernorts über Monate oder sogar Jahre detaillierte Chatverläufe, Präferenzen und laufende Projekte aufgebaut haben.
Auf Grundlage von den Erkenntnissen von TestingCatalog, dürfte die Importoption im Anhangmenü von Gemini zu finden sein. Nutzer würden ihre Unterhaltungen zunächst aus einem anderen KI-Dienst exportieren und die Datei anschließend direkt in Gemini hochladen.
Nach dem Import würden diese Chats in der Gemini-Aktivität des Nutzers gespeichert, sodass der Assistent in künftigen Antworten auf den bisherigen Kontext zurückgreifen kann. Diese Einfachheit könnte ebenfalls beabsichtigt sein. Statt Nutzer durch einen langwierigen Migrationsprozess zu führen, behandelt Google Chat-Importe offenbar wie jeden anderen Dateiupload.
Datenschutz bringt Kompromisse mit sich
Es gibt allerdings einen wichtigen Haken: TestingCatalog berichtet, dass importierte Chats zusammen mit allen Folgeunterhaltungen in der Gemini-Aktivität gespeichert und dazu beitragen würden, Google-KI-Modelle zu trainieren.
Das macht den bewussten Umgang mit Daten zu einem wichtigen Teil der Entscheidung. Nutzer, die sensible oder sehr persönliche Unterhaltungen übertragen, sollten ihre Exporte vor dem Hochladen möglicherweise prüfen und bereinigen. Gemini bietet zwar bereits Aktivitätskontrollen, doch die Importfunktion bringt eine weitere Datenebene hinzu, die bedacht werden muss.
Weitere Gemini-Funktionen entdeckt
Derselbe Bericht von TestingCatalog verweist auf weitere Gemini-Updates, die sich derzeit in der Entwicklung befinden. Eine davon ist eine neue Einstellung namens „Likeness“, die zu einer Seite zur Videoverifizierung führt – ein Hinweis auf künftige Tools zur Identifizierung oder Authentifizierung von Videoinhalten. Die Details sind weiterhin begrenzt, und die Funktion scheint sich in einem frühen Entwicklungsstadium zu befinden.
Auch Geminis Bildwerkzeuge ziehen Aufmerksamkeit auf sich. Google testet Bilddownloads mit höherer Auflösung, darunter Optionen mit 2K und 4K, wobei die höchste Einstellung als für den Druck geeignet beschrieben wird. Das könnte Gemini für Kreative attraktiver machen, die KI-generierte Bilder über den Bildschirm hinaus nutzen möchten.
Google hat die Funktion „Import AI Chats“ bislang weder offiziell angekündigt noch einen Zeitplan für ihre Veröffentlichung genannt. TestingCatalog beschreibt sie als Betafunktion, was bedeutet, dass sie sich vor einer öffentlichen Einführung noch ändern könnte. Das Vorhandensein dieser Funktionen deutet darauf hin, dass Google schnell vorgeht, um Nutzer von seinen Konkurrenten abzuwerben.
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