Mit der zunehmenden Verankerung von Tools für künstliche Intelligenz in der globalen Arbeitswelt zeichnet sich ein düsteres Bild ab.
Während die Integration von KI die Geschäftsabläufe weiter umgestaltet, verzichten weltweit immer mehr Unternehmen zunehmend auf menschliche Arbeitskräfte und setzen auf KI-gestützte Automatisierung, um die Mitarbeiterzahl und Betriebskosten zu senken, wie aus einer neuen Studie der British Standards Institution (BSI) hervorgeht.
Für die Studie wurden mehr als 850 Unternehmen in sieben Ländern befragt, darunter die USA, das Vereinigte Königreich, Frankreich und China. Der BSI-Bericht, „Eine florierende KI-Arbeitswelt“, zeigt, dass Unternehmen die Integration von KI beschleunigt haben, um Kompetenzlücken zu schließen und Kosten zu senken – zulasten von Einstiegspositionen.
Das sind schlechte Nachrichten für junge Menschen, insbesondere für Hochschulabsolventen, die gerade ihre Karriere starten wollen.
Generation Frust: automatisierte Jobs, zerstörte Träume
Der Studie zufolge geben knapp ein Drittel der Führungskräfte an, dass ihre Unternehmen inzwischen KI-Lösungen in Betracht ziehen, bevor sie neue Mitarbeiter einstellen. 39 % räumen ein, dass Einstiegspositionen durch die Rationalisierung mithilfe von KI bereits reduziert oder abgeschafft wurden.
Darüber hinaus glauben ein Viertel der befragten Führungskräfte, dass die meisten oder sogar alle traditionell von Nachwuchskräften erledigten Aufgaben von KI übernommen werden können. Das signalisiert einen weitreichenden Wandel im traditionellen Verlauf der Kompetenzentwicklung innerhalb von Unternehmen.
Die BSI bezeichnet diese karriereverändernde Umwälzung als Aufstieg der „Generation Frust“ – kurz für „automatisierte Jobs, zerstörte Träume“ – und versucht damit, die wirtschaftlichen und emotionalen Belastungen zu erfassen, denen junge Arbeitnehmer beim Eintritt in einen Arbeitsmarkt ausgesetzt sind, der sich durch revolutionäre KI-gestützte Veränderungen wandelt.
Diese wachsende Kluft zwischen Arbeitskräfteentwicklung und technologischem Fortschritt wird im Bericht deutlich: Eine Analyse zeigt, dass das Wort „Automatisierung“ fast siebenmal häufiger vorkam als Begriffe wie „Weiterqualifizierung“ oder „Umschulung“.
„KI stellt für Unternehmen weltweit eine enorme Chance dar. Doch während sie nach höherer Produktivität und Effizienz streben, dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, dass es letztlich Menschen sind, die den Fortschritt vorantreiben“, sagte Susan Taylor Martin, CEO der BSI, laut Guardian.
Sie fügte hinzu: „Unsere Untersuchung macht deutlich, dass die Spannung zwischen der optimalen Nutzung von KI und der Schaffung einer florierenden Arbeitswelt die zentrale Herausforderung unserer Zeit ist. Neben Investitionen in KI-Tools besteht ein dringender Bedarf an langfristigem Denken und Investitionen in die Arbeitswelt, um eine nachhaltige und produktive Beschäftigung sicherzustellen.“
Die wachsende technologische Kluft stoppen
Die BSI-Studie zeigt, dass mehr als die Hälfte der befragten Führungskräfte angab, sie hätten Glück gehabt, ihre Karriere vor der breiten Einführung von KI begonnen zu haben. Dennoch sind 53 % von ihnen optimistisch, dass die Vorteile von KI ihre negativen Auswirkungen überwiegen werden. Das unterstreicht die Ambivalenz am Spannungspunkt zwischen dem befähigenden Einsatz von KI und ihrer potenziellen Bedrohung für die Arbeitswelt.
Große Unternehmen, treiben die Entwicklung jedoch voran und profitieren von frühen Investitionen in Automatisierungstechnologien, insbesondere in profitablen Branchen wie der Fertigung und dem Finanzwesen. 41 % der Führungskräfte gaben an, dass KI ihnen ermöglichen werde, die Mitarbeiterzahl zu reduzieren, während 76 % innerhalb eines Jahres messbare Vorteile durch entsprechende Tools erwarteten.
Für kleine und mittlere Unternehmen, denen das Kapital fehlt, um in zu investieren in fortschrittliche KI-Plattformen und Dateninfrastrukturen zu investieren, stellen sich die Erfolge deutlich langsamer ein. Dadurch vertieft sich die Kluft zwischen Hightech-Branchen und traditionellen Arbeitgebern weiter.
Um eine von Technologie-Insidern als „Job-Apokalypse“ bezeichnete Entwicklung einzudämmen, fordert der Bericht ein koordiniertes Vorgehen von Regierungen, Unternehmen und Bildungseinrichtungen. Ziel soll es sein, neben der KI-Innovation eine nachhaltige Beschäftigung zu fördern. Neben Investitionen in die Weiterqualifizierung, digitale Kompetenz und lebenslanges Lernen, um Arbeitnehmer jeden Alters auf sich wandelnde Aufgaben vorzubereiten, fordert der Bericht außerdem, Ethik, Transparenz und Arbeitskräfteplanung in die KI-Strategien von Unternehmen zu integrieren.
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