Wenn ein Job auf Wiederholungen ausgelegt ist, steht er laut Mark Cuban bereits unter Druck.
Der milliardenschwere Investor und TV-Persönlichkeit warnt, dass KI die Angestelltenarbeit nicht auf einen Schlag auslöschen dürfte, aber den Bedarf der Unternehmen an Mitarbeitern für Routineaufgaben unauffällig verringern könnte. Dieser Wandel zeigt sich bereits bei Einstiegspositionen in den Bereichen Dateneingabe, Buchhaltung, Kundensupport, Softwareentwicklung, Recherche, Finanzen und juristische Dokumentation.
Die größere Geschichte ist keine plötzliche Übernahme durch Roboter. Es geht um einen langsameren Einstellungsdruck, bei dem Unternehmen mithilfe von KI Arbeit übernehmen, die Nachwuchskräften einst als erste Sprosse auf der Karriereleiter diente.
1. Angestelltenjobs auf Einstiegsniveau
Dario Amodei, CEO von Anthropic, warnt davor, dass die Automatisierung in rasantem Tempo Einstiegspositionen abschafft und in den nächsten fünf Jahren bis zu die Hälfte davon automatisiert werden könnte.
Tätigkeiten wie Buchhaltung, Dateneingabe und Rechnungsbearbeitung stehen an vorderster Front dieses Wandels hin zur Automatisierung. Tools wie Zapier Central, Notion AI, Brex AI und UiPath werden zunehmend effizient bei der Erledigung dieser Aufgaben.
Laut NewsNation warnt Cuban, dass sich die Auswirkungen nicht allein in Entlassungen zeigen werden, sondern in weniger offenen Stellen, da Unternehmen Einstiegspositionen insgesamt langsamer besetzen oder ganz darauf verzichten.
2. Softwareentwicklung
KI-Tools können inzwischen Code erzeugen, Fehler beheben und Codegerüste erstellen, die früher die Einstellung von Mitarbeitern auf Einstiegsniveau rechtfertigten. Dadurch verlagert sich die Nachfrage hin zu erfahrenen Softwareentwicklern mit Kenntnissen im Systemdesign, die KI anleiten können, statt lediglich Routinecode zu schreiben.
Agentische Tools wie Lovable, Cursor und Replit beschleunigen diesen Wandel – mit weniger Juniorentwicklern und einem schlankeren Team.
3. Tätigkeiten im Kundenservice
Unternehmen integrieren inzwischen eigens entwickelte KI-Chatbots in ihre Websites und setzen KI-Sprachagenten ein, die die meisten Supportanfragen der ersten Ebene ohne menschliches Zutun lösen – mit kürzeren Antwortzeiten und höherer Kundenzufriedenheit.
Dieser Wandel lässt Callcenter-Mitarbeiter und Mitarbeiter im Helpdesk mit Tools wie Zendesk, Connect Customers und Salesforce Einstein Service Agent konkurrieren.
4. Datenanalyse und Recherche
Die Datenanalyse verlagert sich rasant von einer vollständig menschengesteuerten hin zu einer KI-gesteuerten Arbeit – in manchen Fällen sogar zu einer vollständig von KI betriebenen.
KI-Tools können inzwischen Berichte zusammenfassen, Erkenntnisse zutage fördern und Geschäftsfragen in Sekundenschnelle beantworten. Die Analysten, die diesen Wandel überstehen, wissen, welchen richtigen Prompt sie eingeben müssen, erkennen, wenn das Tool halluziniert, und können ein KI-Ergebnis in eine Entscheidung übersetzen, die eine Führungskraft im Unternehmen umsetzen kann.
Mit Tools wie Julius AI, Tableau GPT und Perplexity AI Enterprise, die diese Branche prägen, schrumpft der Bedarf an manueller Analyse.
5. Arbeit in Finanzen und Recht
Juristen und Finanzexperten wird es weiterhin geben, doch ein erheblicher Teil ihrer Arbeit wird künftig von der KI erledigt werden. Aufgaben wie Dokumentenprüfung, Vertragsanalyse, Compliance-Kontrollen und Bürokratie werden bereits automatisiert. Zentrale Funktionen wie Strategie, Verhandlung und Urteilsvermögen dürften jedoch bestehen bleiben.
Zu den Tools, die diese Arbeit bereits übernehmen, gehören: CoCounsel, Booke AI und Blue J.
Fazit: Cubans Empfehlung
Trotz der Fortschritte, die KI gemacht hat, betont Cuban, dass Menschen nicht vollständig ersetzt werden, sondern einen Wandel bei den erforderlichen Rollen erleben werden. Das liegt daran, dass KI das Situationsbewusstsein fehlt und sie zu Halluzinationen neigt.
Die Rolle des Menschen verlagert sich nun von der Erledigung monotoner Aufgaben hin zur Steuerung von KI-Systemen. Dafür rät er Mitarbeitern, relevante KI-Kompetenzen zu bündeln, die es ihnen ermöglichen, mit KI-Tools Probleme zu lösen, anstatt KI zu meiden oder sie „denken zu lassen“.
Die Trennlinie wird hier nicht zwischen Maschinen und Menschen verlaufen, sondern zwischen denen, die KI dort einsetzen können und wollen, wo sie sinnvoll ist, und denen, die sich einer Weiterentwicklung verweigert haben.
Für alle, die sich anpassen und nicht nur reagieren wollen, gibt es hier 10 KI-Jobs, die du ohne Abschluss in Informatik bekommen kannst, von Prompt Engineering bis hin zu Tätigkeiten im KI-Training.


