NASA setzt auf robotische Raumfahrzeuge, um abstürzendes Teleskop zu retten

A NASA convention.

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eWEEK Staff
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Jun 29, 2026
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NASA versucht etwas, das einfach klingt, bis die Physik ins Spiel kommt: ein abstürzendes Teleskop auffangen, bevor es die Erde tut.

Die Behörde hat Katalyst Space Technologies mit einer robotischen Rettungsmission beauftragt, um das Neil Gehrels Swift Observatory in eine höhere Umlaufbahn zu heben. Swift befindet sich seit 2004 im All, doch die jüngste Sonnenaktivität hat den Luftwiderstand auf das Raumfahrzeug erhöht und es in einen schnelleren als erwarteten Abstieg gedrängt.

Laut der South China Morning Post, könnte die 30 Millionen US-Dollar teure Mission bereits am Dienstag starten. Katalysts dreibeiniges Link-Raumschiff wird auf einer von einem Flugzeug über dem Pazifik gestarteten Pegasus-Rakete mitfliegen, Swift anschließend verfolgen und es in eine sicherere Umlaufbahn schieben.

Swift braucht einen Schubs

Swift wurde entwickelt, um einige der energiereichsten Explosionen des Universums aufzuspüren, darunter Gammastrahlenausbrüche. Das Teleskop kann sich schnell auf plötzliche kosmische Ereignisse ausrichten, wodurch es auch nach mehr als 20 Jahren im Orbit noch nützlich ist.

Diese lange Betriebsdauer stößt nun auf ein Problem, mit dem sich jedes Raumfahrzeug in einer niedrigen Umlaufbahn irgendwann konfrontiert sieht: die Flughöhe. Die SCMP berichtete unter Berufung auf die Associated Press, dass Swift aufgrund intensiver Sonnenaktivität schneller absinkt. Die Ausbrüche der Sonne können die obere Erdatmosphäre ausdehnen und dadurch den Luftwiderstand auf Raumfahrzeuge in einer niedrigen Erdumlaufbahn erhöhen.

Wenn die Mission erfolgreich ist, wird Link Swifts Umlaufbahn anheben und dem Teleskop mehr Zeit verschaffen. Scheitert sie, könnte Swift weiter in Richtung Wiedereintritt sinken.

Die Mission ist außerdem ein Test für eine flexiblere Art, Weltraumausrüstung zu verwalten. Satelliten und Teleskope sind teuer in der Herstellung, im Start und im Ersatz, und viele wurden nicht mit Blick auf eine robotische Rettung entwickelt. Wenn es Katalyst gelingt, sicher an Swift heranzufliegen und es ohne eine bemannte Wartungsmission anzuheben, stärkt das die Argumente für robotische Raumfahrzeuge als Wartungswerkzeuge für alternde orbitale Infrastruktur.

Unternehmen und Behörden legen zunehmend Wert auf Systeme, die in schwierigen oder abgelegenen Umgebungen arbeiten – von Satelliten bis hin zu Industrierobotern. Derselbe übergreifende Wandel hin zur Robotik erreicht bereits schwierige Umgebungen auf der Erde, darunter die Reparatur hochriskanter Infrastruktur.

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Hubble könnte als Nächstes an der Reihe sein

Swift ist das unmittelbare Ziel, doch eine erfolgreiche Rettung dürfte wahrscheinlich die Aufmerksamkeit von Teams auf sich ziehen, die für andere alternde Raumfahrzeuge verantwortlich sind.

Die SCMP berichtete, dass Katalyst-CEO Ghonhee Lee erklärte, der noch in Entwicklung befindliche Roboter des Unternehmens der nächsten Generation könnte dem Hubble Space Telescope möglicherweise in ein paar Jahren helfen. Hubble genießt in der Öffentlichkeit ein deutlich größeres Ansehen als Swift, doch die technische Frage ist ähnlich: ob ein robotisches Raumfahrzeug sicher an ein älteres Teleskop heranfliegen, mit ihm interagieren und dessen Nutzungsdauer verlängern kann.

NASA hat eine solche Möglichkeit bereits früher untersucht. Die Behörde prüfte zuvor, ob ein kommerzielles Raumfahrzeug Hubble in eine höhere Umlaufbahn heben könnte, doch eine Hubble-Rettungsmission wurde bislang nicht genehmigt.

Damit wird Swift zu einem praktischen Testfeld. Ein reibungsloses Anheben würde den Weg für Hubble nicht automatisch freimachen, aber NASA und kommerziellen Betreibern eine reale Mission zur Untersuchung liefern – statt ausschließlich Simulationen und Konzepten auf dem Papier.

Der Zeitpunkt passt zudem zu einem umfassenderen Wandel bei der Weltrauminfrastruktur. Unternehmen erforschen ambitioniertere Systeme im Orbit, darunter solarbetriebene Rechenzentren im All, während NASA Roboter für künftige Operationen außerhalb der Erde untersucht, etwa Schwärme von Mondrobotern.

Vorerst ist Swift das Teleskop in Schwierigkeiten, und Link ist der Roboter, der zu seiner Hilfe geschickt wurde. Wenn die Mission erfolgreich ist, könnte sie aus einer Notfallrettung ein Modell dafür machen, wie wertvolle Raumfahrzeuge länger betriebsfähig bleiben.

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