Pate der KI bezeichnet Musks xAI als „Misserfolg“ und warnt vor dem Platzen der KI-Blase

Yann LeCun and Elon Musk.

Image: Creative Commons/eWeek

Verfasst von
Aminu Abdullahi
Aminu Abdullahi
Jun 19, 2026
3 minute read
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Alter Streit, neue Beleidigung. 

Der KI-Pionier Yann LeCun hat der Welt gerade erklärt, dass Elon Musks ehrgeizigstes KI-Vorhaben keine Erfolge erzielt – und dabei nicht gerade um Höflichkeit bemüht war.

LeCun tat Musks KI-Unternehmen xAI, als angeschlagenen Akteur ab, der kaum mit den größten Namen der Branche Schritt halten dürfte. Im Gespräch mit CNBC sagte LeCun: „xAI ist ganz ehrlich gesagt eine Art Misserfolg“, weil das Gründungsteam das Unternehmen verlassen habe.

Die Äußerungen heizen den langjährigen Streit zwischen den beiden KI-Größen erneut an. LeCun, der wegen seiner frühen Beiträge auf diesem Gebiet oft als einer der „Paten der KI“ bezeichnet wird, ist wiederholt mit Musk über KI, soziale Medien und die künftige Ausrichtung der Technologie aneinandergeraten. 

Musk wiederum warf LeCun zuvor vor, „seit Langem den Bezug zur KI verloren zu haben“, berichtete CNBC.

LeCun argumentierte, dass das Talentproblem von xAI in den kommenden Jahren zu einem noch größeren Hindernis werden könnte.

„Elon befindet sich jetzt in einer für ihn sehr, sehr schwierigen Lage, wenn es darum geht, Spitzenkräfte für KI einzustellen, weil er sich dem ... früheren Team gegenüber nicht gerade auf sehr gute Weise verhalten hat“, sagte er gegenüber CNBC.

Mehrere Mitgründer von xAI haben das Unternehmen im vergangenen Jahr verlassen. LeCun sagte, diese Abgänge hätten die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens gegenüber Rivalen wie OpenAI und Anthropic geschwächt.

„Ich bin hinsichtlich der Aussichten von xAI nicht besonders optimistisch“, sagte er. Auf die direkte Frage, ob er glaube, dass das Unternehmen an der Spitze der KI mitmischen könne, antwortete LeCun: „Nein, das glaube ich nicht.“

Infrastruktur allein reicht nicht

LeCun stellte außerdem infrage, ob sich die massiven Investitionen von xAI in die Recheninfrastruktur langfristig auszahlen werden. Er verwies auf die Rechenzentren des Unternehmens in Memphis im US-Bundesstaat Tennessee und sagte, Musk habe kaum eine andere Wahl, als Rechenkapazität an externe Unternehmen zu vermieten.

„xAI verfügt über eine riesige Infrastruktur“, sagte LeCun und fügte hinzu, dass das Unternehmen Kapazitäten vermietet , weil „das die einzige Möglichkeit ist, wie er [Musk] die Kosten wieder hereinholen kann“.

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Die als Colossus 1 und Colossus 2 bekannten Anlagen haben Kunden wie Google und Anthropic angezogen. CNBC berichtete, dass xAI Teil des KI-Geschäfts von SpaceX ist, das im Quartal bis zum 31. März einen operativen Verlust von 2,5 Milliarden US-Dollar verbuchte.

Eine Warnung an die KI-Branche

LeCun sparte seine schärfste Kritik für die wirtschaftlichen Grundlagen des breiteren KI-Marktes auf. Seiner Ansicht nach geben viele KI-Unternehmen viel Geld für die Entwicklung und den Betrieb fortschrittlicher Systeme aus und verlassen sich dabei darauf, dass Investoren die Verluste auffangen.

„Die Preise für diese KI-Dienste steigen, aber die Kosten für ihren Betrieb sinken – nur bei Weitem nicht schnell genug“, sagte LeCun. „Und deshalb machen all diese Unternehmen Verluste, und im Grunde wird die Nutzung für die meisten Menschen von den Investoren finanziert. Das kann doch nicht ewig so weitergehen, oder?“

Er warnte, dass die Unternehmen bald vor schwierigen Entscheidungen stehen könnten. „Sie werden die Preise erhöhen, die Kosten senken müssen, oder es wird eine große Blase platzen“, sagte LeCun.

Eine Wette auf eine andere Zukunft

LeCun vertritt seit Langem die Ansicht, dass die heutigen großen Sprachmodelle oder LLMs nicht ausreichen, um wirklich leistungsfähige KI-Systeme zu entwickeln.

Stattdessen befürwortet er, was er als „Weltmodelle“ bezeichnet, also Systeme, die durch Objekte, Handlungen sowie Ursache-Wirkungs-Beziehungen verstehen sollen, wie die Welt funktioniert. „Ich persönlich glaube nicht, dass wir verallgemeinerte, zuverlässige agentische Systeme haben werden, solange sie nicht auf Weltmodellen basieren“, sagte LeCun gegenüber CNBC.

Diese Ansicht bringt ihn mit vielen führenden KI-Unternehmen in Konflikt, darunter OpenAI und Anthropic, die massiv in KI-Agenten investieren, die zunehmend komplexe Aufgaben erledigen können.

Auch lesenswert: Elon Musks Ambitionen bei der KI-Infrastruktur könnten entscheidend dafür sein, ob seine Unternehmen Rechenleistung, Robotik und die Dynamik der öffentlichen Märkte in langfristigen Wert umwandeln können.

Aminu Abdullahi

Aminu Abdullahi is a B2C and B2B technology and finance writer with more than six years of experience covering enterprise IT, cybersecurity, cloud computing, artificial intelligence, fintech, business software, and emerging technologies. His work has appeared in publications including TechRepublic, eWEEK, Channel Insider, Geekflare, Enterprise Networking Planet, eSecurity Planet, CIO Insight, and Webopedia. With a technical background in computer science, he specializes in translating complex technology topics into clear, accessible content for business leaders and decision-makers.

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