Trevor Milton versucht, 1 Milliarde US-Dollar für KI-gestützte Flugzeuge aufzubringen. Damit rückt der Nikola-Gründer mit einem neuen Vorstoß in der Luftfahrt fast ein Jahr nach seiner Begnadigung durch den Präsidenten wieder ins Rampenlicht.
Im Mittelpunkt des neuen Vorhabens steht SyberJet Aircraft, ein angeschlagenes Luftfahrtunternehmen, das Milton und eine Investorengruppe Ende vergangenen Jahres gekauft haben. Der Plan ist keine bescheidene Neuauflage eines bestehenden Geschäftsflugzeugs. Vielmehr geht es um eine deutlich größere Wette darauf, Flugzeuge rund um eine auf KI ausgerichtete Flugtechnologie zu bauen – und Milton präsentiert nach dem Zusammenbruch von Nikola erneut eine ambitionierte Vision für den Transportsektor.
Laut The Wall Street Journal, versucht Milton, das Geld für das aufzubringen, was er als KI-gestützte Flugzeuge beschreibt.
TechCrunchs Bericht vom 18. März zufolge will er autonome Flugzeuge bauen und von Grund auf ein völlig neues Avioniksystem entwickeln, das SyberJet dabei helfen könnte, das zu entwickeln, was er den „ersten Light Jet mit Schwerpunkt auf künstlicher Intelligenz in der Flugsteuerung“ nannte. Dem Bericht zufolge glaubt Milton außerdem, dass das Vorhaben die Tür zu Verträgen im Verteidigungsbereich.
Eine größere Wette auf autonomes Fliegen
Die Berichte legen nahe, dass Milton seit Monaten versucht, SyberJet wieder auf Kurs zu bringen und zugleich die Grundlage für eine weitaus größere Finanzierungsrunde zu schaffen.
TechCrunch berichtete, dass dazu die Einstellung von Dutzenden ehemaligen Nikola-Mitarbeitern, die Kontaktaufnahme mit potenziellen Investoren in Saudi-Arabien und Ausgaben von einigen hunderttausend Dollar für Lobbyarbeit gehörten. Milton sagte dem Journal außerdem, Flugzeuge würden „zehnmal schwieriger als alles, was Nikola je war“, sein – ein Eingeständnis, dass der Aufstieg in der Luftfahrt technisch und regulatorisch deutlich steiler ist als bei dem Lkw-Startup, das ihn berühmt gemacht hat.
1 Milliarde US-Dollar für ein Luftfahrtprogramm aufzubringen, ist selbst ohne die Altlasten aus Miltons Vergangenheit eine große Forderung. Für Flugzeuge, die rund um KI und autonome Systeme konzipiert sind, kommt eine weitere Ebene der Skepsis hinzu, denn Investoren und Aufsichtsbehörden in der Luft- und Raumfahrt verlangen in der Regel weitaus mehr Belege als die Softwaremärkte. Zugleich zeigt die Höhe des Ziels, dass Milton auf etwas deutlich Größeres als eine geräuschlose Rückkehr zur Geschäftsluftfahrt abzielt.
Seine Vergangenheit prägt den Vorstoß weiterhin
Miltons Vergangenheit ist weiterhin Teil der Geschichte, auch wenn sie nicht mehr im Mittelpunkt steht. TechCrunch berichtete im März 2025 , dass er von Präsident Donald Trump begnadigt worden war, nachdem er 2022 wegen Betrugs im Zusammenhang mit irreführenden Aussagen über Nikola verurteilt worden war. Dieser Hintergrund dürfte beeinflussen, wie Investoren, Partner und Kritiker den aktuellen Vorstoß bewerten.
Die größere Frage lautet nun, ob Milton einen schlagzeilenträchtigen Vorstoß in ein glaubwürdiges Luftfahrtunternehmen verwandeln kann. Der derzeit aktuellste und am besten belegte Entwicklungsstand ist jedenfalls die Finanzierungsrunde selbst: eine gemeldete Kapitalbeschaffung von 1 Milliarde US-Dollar für KI-gestützte Flugzeuge über SyberJet. Das reicht aus, um die Geschichte bemerkenswert zu machen – auch wenn der schwierigere Teil, der Nachweis der Technologie und die Überzeugung der Investoren, noch bevorsteht.
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