Mark Zuckerberg hat mit einer neuen Personalentscheidung seine „Trump“-Karte ausgespielt.
Meta gab diese Woche bekannt, dass Dina Powell McCormick – ehemalige Insiderin der Trump-Regierung und Goldman-Sachs-Schwergewicht – als Präsidentin und stellvertretende Vorsitzende zu Meta kommt, um einen Infrastrukturplan im Umfang von 600 Milliarden US-Dollar voranzutreiben.
Powell McCormick übernimmt diese neu geschaffene Position, während Meta gleichzeitig die Gründung von Meta Compute, einer neuen Organisation zum Bau von Rechenzentren mit einem Stromverbrauch von „Dutzenden Gigawatt“ in diesem Jahrzehnt, ankündigte. Die Dimensionen sind gigantisch – eine Infrastruktur, die letztlich „Hunderte Gigawatt oder mehr“ erreichen wird.
Die Verbindung zu Trump
Powell McCormick bringt politische Schlagkraft direkt aus den höchsten Regierungskreisen mit. Zuvor war sie stellvertretende Nationale Sicherheitsberaterin von Präsident Trump und hatte hochrangige Positionen unter Präsident George W. Bush inne.
Trump selbst äußerte sich umgehend und bezeichnete Powell McCormick in einem Beitrag auf Truth Social als „fantastische und sehr talentierte Person“, die seiner Regierung mit „Stärke und Auszeichnung“ gedient habe. Ihre Rolle wird sich laut Zuckerbergs Ankündigung speziell darauf konzentrieren, „Partnerschaften mit Regierungen und souveränen Staaten“ einzugehen, um Metas massive Infrastrukturprojekte aufzubauen und zu finanzieren.
Powell McCormick bringt 16 Jahre Erfahrung und Schlagkraft an der Wall Street von Goldman Sachs mit, wo sie dem Management Committee angehörte und das Global Sovereign Investment Banking leitete. Erst im vergangenen Monat legte sie ihr Mandat im Verwaltungsrat von Meta nieder, um diese Führungsrolle zu übernehmen – ein Schritt, der auf umfangreiche Vorbereitungen hinter den Kulissen schließen lässt.
Metas Infrastrukturplan
Meta Compute ist eine Organisation auf höchster Ebene, die Rechenzentren mit enormem Strombedarf beaufsichtigen wird. Zum Vergleich: Allein Metas Rechenzentrum in Louisiana soll auf fünf Gigawatt anwachsen – genug Strom für Millionen von Haushalten, gebündelt in einer Anlage, die Zuckerberg als „fast so groß wie Manhattan“ beschrieben hat.
Das Unternehmen hat sich verpflichtet, bis 2028 bis zu 600 Milliarden US-Dollar in die Infrastruktur und Arbeitsplätze in den USA zu investieren. Das ist kein Tippfehler – wir sprechen von mehr Geld als dem gesamten Bruttoinlandsprodukt der meisten Länder.
Hinter den Kulissen ist Meta durch kürzlich angekündigte neue Energiepartnerschaften außerdem zu einem der weltweit größten Unternehmenskäufer von Atomstrom geworden. Meta Compute wird von Infrastrukturchef Santosh Janardhan und Daniel Gross geleitet und direkt an Zuckerberg berichten.
Superziele
Diese Umstrukturierung signalisiert Metas kompromisslose Wette auf das Erreichen von „Superintelligenz“ – KI-Systemen, die Menschen bei vielen Aufgaben übertreffen können. Die Ernennung von Powell McCormick erfolgt, während Meta seine Suche nach bahnbrechender KI und persönlicher Superintelligenz beschleunigt, und markiert eine dramatische Steigerung der Ambitionen des Technologiekonzerns.
Der Wettbewerbsdruck ist unablässig. Meta steckt Milliarden in den Ausbau von Rechenzentren, um mit KI-Konkurrenten wie OpenAI, Google und Anthropic zu konkurrieren. Powell McCormick wird die Bemühungen anführen, neue Kapitalpartnerschaften aufzubauen und Metas langfristige Investitionskapazitäten auszuweiten, wodurch das Unternehmen Zugang zu bislang unerschlossenen Finanzierungsquellen erhält.
Powell McCormicks einzigartige Kombination aus Wall-Street-Expertise und Beziehungen zu Regierungsvertretern wird Meta dabei helfen, sich im komplexen regulatorischen und finanziellen Umfeld zu bewegen.
Doch es gibt schlechte Nachrichten. Meta bereitet sich darauf vor, etwa 1.500 Stellen abzubauen und markiert damit in dieser Woche eine weitere Verschiebung der strategischen Prioritäten des Technologiekonzerns.


