Uber wartet in London auf Robotaxi-Fahrgäste – ein Signal für den größeren Vorstoß beim autonomen Ride-Hailing

Robotaxi in London.

Image: Uber

Verfasst von
David Curry
David Curry
Jun 9, 2026
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Londons Robotaxi-Rennen beginnt mit einer Warteliste.

Uber hat in London eine Warteliste für Fahrgäste gestartet, die seine ersten selbstfahrenden Fahrzeuge ausprobieren möchten. Diese werden von autonomer Technologie von Wayve angetrieben. Kunden, die sich in die Interessentenliste eintragen, werden mit größerer Wahrscheinlichkeit einem Wayve-Fahrzeug zugeordnet, sobald der selbstfahrende Dienst später in diesem Jahr startet.

Wie bereits in Austin und Atlanta mit Waymo, in Las Vegas mit Motional, in Dallas mit Avride und in Dubai mit WeRide wird Uber die Plattform für die Vermittlung von Fahrten bereitstellen, über die Anbieter selbstfahrender Fahrzeuge Fahrgäste erreichen. Wie viel Prozent Uber und Wayve von jeder Fahrt erhalten, wurde nicht bekannt gegeben. 

Derzeit liegt Ubers Anteil im Mobilitätsgeschäft bei etwa 25 %, doch angesichts der niedrigeren Kosten pro Fahrt ohne menschlichen Fahrer könnte das Unternehmen einen deutlich höheren Anteil anstreben.

Uber und Lyft haben beide mit Baidus fahrerlosem Apollo-Programm kooperiert, das etwa zeitgleich mit Waymo und Wayve in London starten will.

Wie Waymo kartiert Wayve derzeit die Stadt. Dutzende Fahrzeuge fahren durch London, während Radar, Lidar und Kameras die zahlreichen Besonderheiten und Herausforderungen erfassen. Wenn sie grünes Licht erhalten, werden sie zunächst autonome Fahrten mit einem Sicherheitsfahrer auf dem Vordersitz anbieten, der bei Bedarf die Kontrolle übernehmen kann. 

Das Verkehrsministerium und die britische Regierung haben erklärt, dass sie bis 2027 einen vollständig fahrerlosen Betrieb erreichen wollen.

Wayve: die britische Antwort auf Waymo

Laut Reuters, wird Wayve eine Flotte von Ford Mustang Mach-E-SUVs über die Uber-App einsetzen. Damit startet das Unternehmen erstmals kommerziell. Waymo ist allerdings noch weit voraus und hat angekündigt, 2026 auf mehr als 20 Städte zu expandieren, darunter mit London und Tokio die ersten beiden außerhalb der USA.

Das britische Unternehmen erhielt im Februar 1,2 Milliarden US-Dollar an frischer Finanzierung , um sein Robotaxi-Programm zu beschleunigen. Die großen Automobilhersteller Mercedes-Benz, Stellantis und Nissan waren an der Finanzierungsrunde beteiligt. Außerdem will das Unternehmen Automobilhersteller mit selbstfahrender Technologie für Serienfahrzeuge beliefern, statt ausschließlich als Robotaxi-Unternehmen tätig zu sein.

Ist 2026 das Jahr der Robotaxis?

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Ursprüngliche Prognosen sahen 2020 als das Jahr des selbstfahrenden Fahrzeugs. Führungskräfte von Ford, General Motors und Tesla hatten 2014 und 2015 ähnliche Behauptungen aufgestellt. Eine frühe Welle von Konsolidierungen und Schließungen dämpfte die Erwartungen; eine Zeit lang war Waymo der einzige Anbieter, der noch Millionen Meilen mit selbstfahrenden Fahrzeugen testete.

Nach der Pandemie kam neues Leben in den Markt, als Waymo seine ersten kommerziellen Tests startete. Uber, das sein Geschäft mit autonomen Fahrzeugen 2020 nach einer Kostenexplosion verkauft hatte, kehrte 2022 mit seiner Vereinbarung über autonome Fahrzeuge mit Motional und einer Partnerschaft mit Waymo zurück. 2024 beschleunigte das Unternehmen seine Investitionen durch Finanzierungsvereinbarungen mit WeRide, Avride, Nuro, Lucid und anderen.

Uber positioniert sich nun als Netzwerk- oder Marktplatzebene für diese Fahrzeuge. Kunden könnten dadurch Fahrten bei mehreren verschiedenen Anbietern bestellen – ähnlich wie Nutzer derzeit zwischen einer Uber-Fahrt, einem Lime-Fahrrad oder einem Mietwagen wählen können.

Dass Robotaxis außerhalb einiger weniger Standorte verfügbar sein werden, ist zumindest 2026 weiterhin unwahrscheinlich. Waymo hat seine Expansion beschleunigt und Uber erhebliche Investitionen getätigt, doch es wird noch einige Jahre dauern, diese Technologie hochzufahren und sicherzustellen, dass die Öffentlichkeit sie akzeptiert. 

Vorerst kommt Londons Robotaxi-Zukunft also weiterhin mit Sicherheitsfahrer und einer langen Liste an Vorbehalten. Die größere Bewährungsprobe besteht jedoch nicht mehr darin, ob autonome Fahrzeuge in begrenzten Gebieten funktionieren können. Entscheidend ist, ob Unternehmen wie Uber und Wayve sie so zuverlässig, reguliert und alltäglich machen können, dass Fahrgäste ihnen vertrauen.

Auch lesenswert: Ba idus Robotaxi-Fiasko in Wuhan hat neue Fragen zur Zuverlässigkeit autonomer Fahrzeuge und zur öffentlichen Sicherheit aufgeworfen.

David Curry

David Curry is a tech journalist and analyst with over a decade of experience writing for established outlets. He holds a master’s degree in International Journalism from the University of Leeds and has covered the technology sector since the early 2010s. His work focuses on B2B technology, data journalism, mobile apps and app markets, artificial intelligence, digital platforms, and emerging technologies. He earned a BA from the University of Lincoln and an MA from the University of Leeds.

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