Die Vision eines Unternehmens aus Toronto für den Erfolg im Bereich der physischen KI nimmt Gestalt an.
Das auf autonome Fahrzeuge spezialisierte Unternehmen Waabi hat sich eine wegweisende Finanzierung in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar gesichert. Das unterstreicht das wachsende Vertrauen der Investoren in physische KI und verschärft den Wettbewerb im Rennen um die Kommerzialisierung selbstfahrender Fahrzeuge im großen Maßstab.
Das Unternehmen gab bekannt, eine überzeichnete Serie-C-Finanzierungsrunde in Höhe von 750 Millionen US-Dollar abgeschlossen zu haben, die von Khosla Ventures und G2 Venture Partners gemeinsam angeführt wurde. Hinzu kommt eine weitere, für die Zukunft zugesagte Investition von Uber. Die Uber-Investition ist an eine neue Partnerschaft geknüpft, in deren Rahmen Robotaxis, die vom Waabi Driver angetrieben werden, exklusiv auf der Plattform von Uber eingesetzt werden sollen.
Waabi erklärte in der Ankündigung , dass die kombinierte Finanzierung die größte einzelne Finanzierungsrunde in der kanadischen Geschichte darstellt.
Vom Trucking-Startup zur physischen KI
Waabi wurde 2021 von der Computer-Vision-Forscherin Raquel Urtasun gegründet. Der Name ist ein Begriff aus der Sprache der Ojibwe und steht mit Sehen oder dem Besitzen von Sehvermögen in Verbindung.
Das Unternehmen ist im Bereich autonomer Fahrzeuge tätig und setzt dabei auf simulationsgestützte Entwicklung und KI-Systeme, die den gesamten Prozess abdecken. Anstatt separate Software-Stacks für verschiedene Fahrzeugtypen zu entwickeln, setzt Waabi auf ein einziges „gemeinsames Gehirn“, das sich auf Lastwagen und Personenfahrzeuge übertragen lässt.
Die Plattform kombiniert ein überprüfbares End-to-End-KI-Modell mit einem hochpräzisen neuronalen Simulator. Dadurch kann Waabi sein selbstfahrendes System in unterschiedlichen Regionen und unter verschiedensten Fahrbedingungen trainieren, testen und validieren, ohne ausschließlich auf kostspielige reale Fahrkilometer angewiesen zu sein.
Das Unternehmen erklärt, dieser Ansatz ermögliche es, dass dasselbe KI-Modell sowohl autonome Lastwagen als auch Robotaxis antreibt und so eine Feedbackschleife entsteht, in der Fortschritte bei einer Anwendung die Leistung der anderen verbessern.
Eine vielfältige Investorenbasis
An der Serie-C-Runde beteiligte sich eine breite Palette von Investoren aus den Bereichen KI, Automobilproduktion und globale Finanzwirtschaft. Zu den weiteren Investoren gehören NVentures (der Venture-Arm von Nvidia), Volvo Group Venture Capital und Porsche Automobil Holding SE.
Auch Finanzinstitute beteiligten sich, darunter von BlackRock, HarbourVest Partners, Radical Ventures und Linse Capital verwaltete Fonds sowie eine Tochtergesellschaft der Abu Dhabi Investment Authority. Kanadische Geldgeber wie der Thrive Venture Fund von BDC Capital, Export Development Canada, TELUS Global Ventures und BMO Global Asset Management schlossen sich der Runde ebenfalls an.
Exklusive Robotaxi-Partnerschaft mit Uber
Eine zentrale Folge der Finanzierung ist Waabis formeller Eintritt in den Robotaxi-Markt – ein Bereich, in dem die Fortschritte branchenweit uneinheitlich waren und erhebliche Kapitalmengen verbrannt wurden.
Im Rahmen der Vereinbarung wird Uber Robotaxis mit Waabi Driver auf seiner Plattform anbieten und zusätzliche, an Meilensteine geknüpfte Mittel zur Unterstützung von Entwicklung und Einsatz bereitstellen. Mit der Zeit wollen die Unternehmen 25.000 oder mehr Robotaxis in Betrieb nehmen – eine Größenordnung, die die Partnerschaft zu einem der weltweit größten geplanten Projekte für autonome Fahrdienste machen würde.
Auswirkungen auf die Branche für autonome Fahrzeuge
Waabis Finanzierungsrunde findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem Investoren bei Wetten auf autonome Fahrzeuge zunehmend selektiv vorgehen und Unternehmen bevorzugen, die einen klaren Weg zur Kommerzialisierung und einen effizienten Kapitaleinsatz nachweisen können. Indem Waabi ein einziges KI-System für Lastwagen und Robotaxis nutzt und sich stark auf Simulationen stützt, positioniert sich das Unternehmen als Gegenentwurf zu hardwareintensiveren und stärker abgeschotteten Ansätzen.
Wenn die Strategie aufgeht, könnte das Unternehmen die Zeit bis zur Einführung verkürzen, Kosten senken und das Vertrauen der Regulierungsbehörden stärken – insbesondere da autonomes Trucking und autonome Fahrdienste zunehmend Überschneidungen aufweisen. Die Partnerschaft mit Uber signalisiert zudem ein wachsendes Interesse von Plattformunternehmen daran, über differenzierte autonome Technologien selbst zu verfügen, anstatt auf mehrere Anbieter angewiesen zu sein.
Waymo wird seine Robotaxi-Software aktualisieren, nachdem ein Stromausfall in San Francisco Navigationslücken.


