Warum Anthropic den ehemaligen Fed-Chef Ben Bernanke bei der KI-Aufsicht dabeihaben will

Former Federal Reserve Chair Ben Bernanke.

Former Federal Reserve Chair Ben Bernanke. Image: Brookings Institution

Verfasst von
Aminu Abdullahi
Aminu Abdullahi
Jul 13, 2026
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Der ehemalige Vorsitzende der Federal Reserve, Ben Bernanke, übernimmt eine Rolle in der KI-Governance und bringt jahrzehntelange wirtschaftswissenschaftliche Expertise in das unabhängige Aufsichtsgremium von Anthropic ein.

Anthropic hat den ehemaligen Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve und Nobelpreisträger Ben Bernanke in den Long-Term Benefit Trust (LTBT) berufen, ein unabhängiges Gremium, das sicherstellen soll, dass sich das KI-Unternehmen weiterhin auf die Entwicklung künstlicher Intelligenz zum langfristigen Nutzen der Menschheit konzentriert.

Bernanke, heute Distinguished Fellow bei der Brookings Institution, stößt zu den bisherigen Treuhändern Neil Buddy Shah, Richard Fontaine und Mariano-Florentino Cuéllar. Der Trust berät die Führung von Anthropic bei wichtigen Entscheidungen in Bezug auf KI-Risiken und gesellschaftliche Auswirkungen, und ist zudem befugt, Mitglieder in den Vorstand des Unternehmens zu berufen.

Anthropic zufolge wird Bernanke vor allem seine Expertise dazu einbringen, wie KI Volkswirtschaften und Arbeitsmärkte umgestaltet.

„Das Potenzial künstlicher Intelligenz ist enorm, ebenso wie die Bandbreite möglicher Ergebnisse. Wie sich dieses Potenzial entfaltet, wird zum Teil von den Institutionen abhängen, die wir um die KI herum aufbauen“, sagte Bernanke in einer Erklärung. „Anthropic hat eine einzigartige Governance-Struktur geschaffen, um sicherzustellen, dass der langfristige Nutzen der KI für die Menschheit die Risiken deutlich überwiegt. Ich fühle mich geehrt, diese Gelegenheit zu erhalten, und werde versuchen, auf jede mir mögliche Weise zu dieser wichtigen Aufgabe beizutragen.“

Warum Anthropic Bernanke ausgewählt hat

Bernanke leitete die Federal Reserve von 2006 bis 2014 und stand während der globalen Finanzkrise von 2008 und in den darauffolgenden Jahren an der Spitze der US-Notenbank. Bevor er in den Staatsdienst wechselte, war er mehr als zwei Jahrzehnte lang als Wirtschaftswissenschaftler an der Princeton University tätig. Seine Forschungen zur Great Depression und zu Bankenkrisen brachten ihm 2022 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ein.

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Die Präsidentin und Mitgründerin von Anthropic, Daniela Amodei, sagte, Bernankes Erfahrung mache ihn besonders geeignet, dem Unternehmen dabei zu helfen, die wirtschaftlichen Folgen von KI zu verstehen. „KI könnte die bedeutendsten wirtschaftlichen Auswirkungen aller Technologien in der modernen Geschichte haben, und Anthropic trägt eine doppelte Verantwortung: Diese Auswirkungen zu verstehen und entsprechend zu handeln“, sagte Amodei.

Sie fügte hinzu, Bernankes Karriere „wird uns dabei helfen, besser vorherzusehen und darauf zu reagieren, wie fortschrittliche KI die Arbeitswelt beeinflusst und Volkswirtschaften auf der ganzen Welt.“

So funktioniert der Trust

Anthropic zufolge arbeitet der Long-Term Benefit Trust unabhängig von der Unternehmensleitung und den Investoren. Die Treuhänder halten keine Unternehmensanteile, sind nicht am Gewinn beteiligt und werden ausschließlich für ihre Zeit und ihren Dienst vergütet.

Als Public Benefit Corporation ist Anthropic eigenen Angaben zufolge so strukturiert, dass kommerzieller Erfolg und ein umfassenderer gesellschaftlicher Nutzen miteinander in Einklang gebracht werden. Der Trust dient als Governance-Mechanismus, der dazu beitragen soll, dieses Gleichgewicht langfristig zu wahren.

Ein Zeichen für die Weiterentwicklung der KI-Aufsicht

Bernankes Berufung unterstreicht einen wachsenden Trend unter führenden KI-Unternehmen, ihre Governance über Technologieexperten hinaus auszuweiten und Fachleute aus Wirtschaft, Recht, öffentlicher Politik und nationaler Sicherheit einzubeziehen.

Für Unternehmen deutet dieser Schritt darauf hin, dass KI-Entwickler den Auswirkungen der Technologie auf Arbeitsplätze, Produktivität und die Gesamtwirtschaft zunehmend Aufmerksamkeit schenken – und nicht nur der Modellleistung und Sicherheit. Für politische Entscheidungsträger und Investoren spiegelt er die wachsende Erkenntnis wider, dass die Institutionen, die KI beaufsichtigen, ebenso wichtig werden könnten wie die Technologie selbst.

Der Nachteil ist, dass Aufsichtsgremien wie der Trust von Anthropic zwar eine unabhängige Kontrolle ermöglichen, ihre Wirksamkeit letztlich aber davon abhängen wird, wie viel Einfluss sie auf Unternehmensentscheidungen haben, wenn KI-Systeme leistungsfähiger werden.

Weiterführende Lektüre: Wer mehr darüber erfahren möchte, wie KI selbst die Erwartungen ihrer größten Befürworter zunichtemacht, sollte lesen, warum Elon Musk zugibt, dass er sich beim Unternehmen geirrt hat.

Aminu Abdullahi

Aminu Abdullahi is a B2C and B2B technology and finance writer with more than six years of experience covering enterprise IT, cybersecurity, cloud computing, artificial intelligence, fintech, business software, and emerging technologies. His work has appeared in publications including TechRepublic, eWEEK, Channel Insider, Geekflare, Enterprise Networking Planet, eSecurity Planet, CIO Insight, and Webopedia. With a technical background in computer science, he specializes in translating complex technology topics into clear, accessible content for business leaders and decision-makers.

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