Kriminelle nutzen inzwischen Kryptowährungen und nicht fungible Token (NFTs), um ihre illegal erworbenen Gelder zu verschleiern – als zusätzliche Methode der Geldwäsche. Für Banken und ihre Aufsichtsbehörden wirft die aufstrebende Welt der dezentralen Finanzen (DeFi) eine ganze Reihe von Cybersicherheitsfragen auf. Um illegale Aktivitäten zu verhindern, müssen diese neuen digitalen Währungen reguliert werden, doch das wird Zeit brauchen.
Im Folgenden werden anhand von vier Datenpunkten die Probleme aufgezeigt, die DeFi und Kryptowährungen verursachen, sowie die Kenntnisse, die Organisationen benötigen, um ihre Cybersicherheit.
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1. Kryptokriminalität nimmt zu
Ein Bericht von Chainalysis ergab, dass die auf Kryptowährungen basierende Kriminalität 2021 einen Rekordwert erreichte: Illegale Adressen erhielten im Laufe des Jahres 14 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: 2020 waren es 7,8 Milliarden US-Dollar.
Derzeit arbeitet DeFi mit kaum vorhandenen AML-Prüfungen (Geldwäschebekämpfung) oder KYC-Prüfungen (Know Your Customer). Im Vergleich zu den zentralisierten Finanzen ist der Bereich größtenteils unreguliert. Dort sind die Vorschriften eindeutig, und zentrale Anbieter von Dienstleistungen für virtuelle Vermögenswerte sind an dieselben Standards gebunden wie traditionelle Finanzinstitute.
Einige Kryptowährungen werden weitaus häufiger zur Ransomware-Geldwäsche verwendet als andere. Es wird angenommen, dass einige wenige virtuelle Währungen 10–20 % der Lösegeldzahlungen ausmachen. Gleichzeitig akzeptiert eine wachsende Zahl von Dark-Web-Seiten für alle möglichen illegalen Käufe ausschließlich Kryptowährungen – von Waffen bis zu Drogen.
2. Dezentrale Finanzen haben neue Methoden der Geldwäsche hervorgebracht
Wie viel NFTs wert sind, ist willkürlich; im Grunde sind sie so viel wert, wie jemand dafür verlangt. Stellen wir uns vor, ein Krimineller möchte eine große Geldsumme waschen: Er kann NFTs kaufen und verkaufen und die Zahlung dann über einen Dritten leiten. Mit dieser Methode lässt sich das Geld sicherer und einfacher verschleiern als mit herkömmlichen Layering-Methoden. Solche Transaktionen sind mit den derzeitigen Vorschriften nur schwer zu kontrollieren und zu erkennen.
DeFi ist zwar etwas besser nachverfolgbar als NFTs, dennoch bleibt die Situation komplex. Um Geld aus vielen dieser dezentralen Währungen abzuheben, muss man eine zentrale Plattform wie Coinbase nutzen.
Nehmen wir zum Beispiel an, Sie kaufen Kryptowährungen im Wert von 10.000 US-Dollar und hinterlegen sie auf einer dezentralen Plattform. Dann übertragen Sie die Kryptowährungen an jemand anderen. Anschließend müssen Sie sie entweder zurückübertragen oder beim Transfer zurückkaufen. Da jeder die Transaktionshistorie über die Blockchain einsehen kann, wird die Transaktion dadurch besser nachvollziehbar.
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3. Die Regulierung hinkt schmerzlich hinterher
Die neuen digitalen Währungen müssen reguliert werden, um kriminelle Aktivitäten zu verhindern. Eine Regulierung wird jedoch Zeit und Sorgfalt erfordern, damit das Wachstum nicht ausgebremst wird.
In diesem Jahr veröffentlichte die Financial Action Task Force (FATF) neue Empfehlungen. Doch nur 58 der 128 meldepflichtigen Regionen geben an, die geänderten FATF-Kriterien auf virtuelle Vermögenswerte anzuwenden. Und da jede Region ihr eigenes Regulierungsverfahren durchlaufen muss, braucht die Umsetzung solcher Vorschriften viel Zeit.
Dennoch unterzeichnete im März 2022 US-Präsident Joseph Biden eine Durchführungsverordnung, mit der die Bundesregierung angewiesen wurde, einen Plan zur Regulierung von Kryptowährungen zu entwickeln. Ziel ist es, die Bemühungen der Regulierungsbehörden zu koordinieren, um die Risiken der illegalen Nutzung von Kryptowährungen besser zu verstehen und einzudämmen sowie die Chancen zu untersuchen, die digitale Vermögenswerte bieten.
Darüber hinaus gibt es mehrere weitere Gesetzesvorhaben und verabschiedete Gesetze, die den Umgang mit Kryptowährungen klären und ihre Rolle bei kriminellen Aktivitäten eindämmen sollen. Dazu gehören:
- The Sanction and Stop Ransomware Act soll Vorschriften entwickeln, um die Anonymität von Kryptobörsen zu verringern.
- The Eliminate Barriers to Innovation Act verpflichtet die SEC und die CFTC, eine gemeinsame Gruppe einzurichten, um für regulatorische Klarheit zu sorgen und Innovationen zu fördern.
- The Token Taxonomy Act soll durch die Definition digitaler Token für regulatorische Transparenz sorgen und sie von der Definition eines Wertpapiers ausnehmen.
Diese Vorschläge und Bidens Anordnung stellen einen großen Schritt nach vorn dar. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie und wann sie umgesetzt werden und wie schnell die Erkenntnisse in konkrete Maßnahmen überführt werden.
4. Finanzinstitute müssen informiert bleiben
Der erste Schritt zur Lösung des Problems besteht darin, herauszufinden, wie sich dezentrale Finanzen kontrollieren lassen, ohne sie übermäßig einzuschränken. Derzeit können Finanzinstitute am besten neue Vorschriften beobachten und mit Organisationen zusammenarbeiten, die versuchen, diese Kriminellen aufzuspüren – selbst wenn Finanzunternehmen nicht dazu verpflichtet sind, sie zu fassen und in solche Lösungen zu investieren.
Die Überwachung von DeFi erfordert einen kooperativen Ansatz, an dem neben Branchenführern auch Aufsichtsbehörden beteiligt sind, wie die U.S. Ransomware and Digital Extortion Task Force und andere zeigen.
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Auf dem Laufenden bleiben und zusammenarbeiten
Kriminelle bevorzugen den einfachsten Weg. Die Entwicklung komplexerer Systeme zur Transaktionsüberwachung mit KI in traditionellen Finanzinstituten zwingt sie dazu, sicherere alternative Methoden für Finanzbetrug zu nutzen. Diese Techniken kommen in weniger regulierten Märkten wie NFTs und DeFi zum Einsatz.
Finanzexperten müssen sich über die neuesten Geldwäscheschemata auf dem Laufenden halten und mit Aufsichtsbehörden zusammenarbeiten, um es Kriminellen schwerer und riskanter zu machen, diese Methoden einzusetzen.
Über die Autoren:
Edward Moss, Head of Market Research, und Deleep Nair, Head of Solution Engineering, Symphony AyasdiAI


