IBM übernimmt Randori: Mehr Sicherheit durch die „Perspektive des Angreifers“

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Verfasst von
Charles King
Charles King
Jun 13, 2022
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Die Gleichsetzung von Wirtschaft mit militärischen Strategien und Taktiken ist seit Jahren beliebt. Tatsächlich konnte man noch vor nicht allzu langer Zeit kaum eine Branchenveranstaltung oder Unternehmenskongress besuchen, ohne Führungskräfte dabei zu erleben, wie sie sich wortreich über den kommerziellen Nutzen der Überlegungen von Sun Tzu und Carl von Clausewitz.

Auch wenn viele dieser Vorstellungen kaum glaubwürdig sind, bieten einige davon allgemein gültige Erkenntnisse, die auf bestimmte geschäftliche Situationen anwendbar sind, darunter die Entwicklung innovativer neuer Lösungen für die digitale Transformation.

Zum Beispiel die geplante Übernahme durch IBM von Randori, einem führenden Anbieter von Attack-Surface-Management (ASM) und offensiver Cybersicherheit, erinnert eindeutig an Sun Tzus berühmte Aussage in Die Kunst des Krieges: „Kenne den Feind und kenne dich selbst, und in hundert Schlachten wirst du niemals in Gefahr sein. Kennst du den Feind nicht, aber dich selbst, sind deine Chancen auf Sieg oder Niederlage gleich groß. Kennst du weder den Feind noch dich selbst, bist du in jeder Schlacht mit Sicherheit in Gefahr.“

Betrachten wir diesen Punkt etwas genauer.

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IBM, Randori und die „Perspektive des Angreifers“

Belege für die Gefahren, denen Unternehmen und Organisationen des öffentlichen Sektors durch Cyberkriminelle ausgesetzt sind, sind im vergangenen Jahrzehnt zunehmend alltäglich geworden. Der Diebstahl großer Mengen an Verbraucherinformationen, Exploits, die auf wertvolles geistiges Eigentum abzielen, und Ransomware-Angriffe, die den Betrieb effektiv lahmlegen oder zum Erliegen bringen, haben allesamt zugenommen.

Angebliche Lösungen gibt es zuhauf. Doch die Verhinderung von Cyberkriminalität ähnelt inzwischen dem Spiel „Hau den Maulwurf“: Stoppt man einen Angriff, tauchen schnell andere auf, die seinen Platz einnehmen.

Was hat all das mit IBMs Interesse an Randori und der Übernahme des Unternehmens zu tun?

Randori bezeichnet sich selbst als „ein Hacker-geführtes Unternehmen“, dessen cloudnative Lösung Kunden dabei helfen soll, Sicherheitslücken und Angriffsflächen zu entdecken, potenzielle Risiken zu bewerten und ihre Sicherheitslage zu verbessern. Die Lösung des Unternehmens für das Attack-Surface-Management nutzt eine „Gegner“-Logik – sie betrachtet Situationen aus der Sicht böswilliger Akteure und stützt sich dabei auf reale Cyberangriffe – und bietet Empfehlungen auf Grundlage sowohl der Risikostufen als auch der Attraktivität von Assets.

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Mit anderen Worten: genau die Strategie, die Sun Tzu empfohlen hat.

Der Prozess beginnt damit, dass Randori eine E-Mail-Domain eingibt, um die Angriffsfläche eines Kunden zu erfassen. Dadurch lassen sich Einstiegspunkte für Ransomware-Angriffe, Risiken durch Schatten-IT und andere Probleme identifizieren. Das Unternehmen bietet außerdem eine Lösung an, die Attack-Surface-Management mit kontinuierlichem automatisiertem Red Teaming (CART) kombiniert, um Abwehrmaßnahmen einem Stresstest zu unterziehen und Teams für die Reaktion auf Sicherheitsvorfälle zu schulen.

Laut IBM wird Randori die Hybrid-Cloud-Strategie des Unternehmens voranbringen und sein KI-gestütztes Cybersicherheitsportfolio stärken. Nach Abschluss der Übernahme plant IBM, Randoris Software für das Attack-Surface-Management mit den Funktionen für Extended Detection and Response (XDR) von IBM Security QRadar zu integrieren. Das wird Unternehmenskunden Transparenz über ihre Angriffsflächen in Echtzeit verschaffen und ihnen ermöglichen, die Prozesse für die Bedrohungssuche, die Reaktion auf Sicherheitsvorfälle und die Triage von Warnmeldungen zu verbessern.

Erkenntnisse aus Randori werden außerdem über die Organisation IBM’s Managed Security Services angeboten. Der Abschluss der Übernahme wird in den nächsten Monaten erwartet.

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Kenne sie, kenne dich selbst

Eine der größten Herausforderungen für Organisationen im Umgang mit Cyberangriffen ist die Unkenntnis der Soziopathologie und anderer Tendenzen, die Angreifer aus kriminellen und unkontrollierten Organisationen antreiben. Virtuelle Türen und Fenster einfach „zu verriegeln“, bietet nur selten echte Sicherheit. Besser ist es, zu verstehen, wie Cyberfeinde denken. Also sie zu kennen und sich selbst zu kennen, wie Sun Tzu bekanntlich bemerkte.

Dieser Punkt ist entscheidend, um sowohl den Wert zu verstehen, den Randori Unternehmen bietet, als auch IBMs Wunsch, das Unternehmen zu übernehmen und seine Lösungen in das IBM-Security-Portfolio zu integrieren. Insgesamt sollte dieses Geschäft IBM und Randori sowie den zahlreichen Kunden und Partnern beider Unternehmen einen wesentlichen Mehrwert bieten.

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Charles King

Charles King is a longtime writer for eWEEK and founder and principal analyst at PUND-IT. He covers a wide range of IT topics, including large enterprise systems, processors, servers, cloud services and others. Mr. King is considered one of the top 10 IT analysts in the world by Apollo Research, which quantified the listing of 3,960 analysts globally by their individual press coverage metrics (number of mentions and length of responses in the press).

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