Amerikaner äußern zunehmend große Bedenken angesichts der wachsenden Rolle künstlicher Intelligenz bei der Gestaltung der Nachrichtenlandschaft. Eine aktuelle Umfrage des Pew Research Center ergab, dass die Hälfte der Erwachsenen in den USA glaubt, KI werde in den kommenden 20 Jahren „sehr“ (24 %) oder „eher“ (26 %) negative Auswirkungen auf die Nachrichten haben, die die Menschen erhalten. Nur 10 % erwarten einen positiven Effekt. Etwa ein Viertel (23 %) sagte, die Auswirkungen würden sowohl gut als auch schlecht sein, während 16 % unentschlossen blieben.
KI vs. Journalisten: Wer leistet die bessere Arbeit?
Für die Beschäftigten in der Nachrichtenbranche ist der Ausblick noch düsterer. Etwa 59 % der Amerikaner sagten, KI werde die Zahl der Arbeitsplätze im Journalismus verringern, während nur 5 % erwarten, dass dadurch mehr Möglichkeiten entstehen. Diese Einschätzung spiegelt die weitverbreitete Angst vor den Auswirkungen von KI auf die Beschäftigung wider. Was die Qualität betrifft, sind die Amerikaner nicht davon überzeugt, dass KI mit menschlichen Reportern mithalten kann. Laut der Pew-Umfrage glauben 41 %, dass KI beim Verfassen von Nachrichtenartikeln schlechtere Arbeit leisten würde als Journalisten. Nur 19 % meinen, KI könnte es besser machen, während 20 % erwarten, dass die Ergebnisse ungefähr gleich ausfallen würden.
Eine separate Pew-Umfrage aus dem Oktober 2024 ergab, dass 52 % der Beschäftigten in den USA befürchten, KI werde ihre berufliche Laufbahn beeinflussen, während weitere 32 % glauben, dass sie die Jobchancen in ihrem Bereich verringern wird.
Die Angst vor Fehlinformationen wächst
Bedenken, dass KI falsche Informationen verbreiten könnte, sind weitverbreitet. 66 % der Amerikaner sagen, sie seien „äußerst“ oder „sehr“ besorgt über Ungenauigkeiten von KI. Weitere 26 % sind einigermaßen besorgt. Die Technologieunternehmen selbst haben eingeräumt, dass KI-Chatbots manchmal falsche oder irreführende Antworten erzeugen, ein Problem, das als „KI-Halluzinationen“ bekannt ist.
Diese Sorgen sind nicht unbegründet. Eine kürzlich durchgeführte Untersuchung von NewsGuard ergab, dass große KI-Chatbots – darunter OpenAIs ChatGPT, Googles Gemini und Microsofts Copilot – unbeabsichtigt russische Desinformation verbreitet haben. Dem Bericht zufolge enthielten 33 % der untersuchten Chatbot-Antworten falsche Narrative, die auf Pravda, ein kremlfreundliches Propagandanetzwerk, zurückgingen.
Parteipolitische Ansichten zeigen ungewöhnliche Einigkeit
Trotz tiefer politischer Gräben beim Vertrauen in die Medien teilen Republikaner und Demokraten ähnliche Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen von KI auf Nachrichten.
- 54 % der Republikaner und 49 % der Demokraten glauben, dass KI die Nachrichten langfristig negativ beeinflussen wird.
- 67 % der Republikaner und 68 % der Demokraten sind sehr besorgt, dass KI Fehlinformationen verbreitet.
Auch der Bildungsstand beeinflusst die Meinungen: Amerikaner mit höherem Bildungsniveau misstrauen der Rolle von KI in den Nachrichten eher. Etwa 56 % der Hochschulabsolventen sagten, KI werde der Nachrichtenqualität schaden, verglichen mit 44 % derjenigen mit geringerem Bildungsstand.
Eine vorsichtige Zukunft
KI-Tools entwickeln sich weiterhin rasant, doch die Öffentlichkeit bleibt skeptisch – insbesondere wenn es um Vertrauen, Genauigkeit und die Zukunft von Arbeitsplätzen im Journalismus geht. Während Desinformationsnetzwerke wie Pravda die Schwächen im KI-Training ausnutzen, warnen Experten vor anhaltenden Schäden für die Nachrichtenqualität und den demokratischen Diskurs. Vorerst scheinen die Amerikaner nur widerwillig Maschinen die Aufgabe anzuvertrauen, die Öffentlichkeit zu informieren.


