Der AMOLED-Markt kollabiert 2026 nicht, wird aber in zwei unterschiedliche Richtungen gezogen. Die jüngste Prognose deutet nach einem Wachstum von 3 % im Jahr 2025 auf einen insgesamt stagnierenden OLED-Markt hin: Die Auslieferungen von OLED-Panels für Smartphones dürften zurückgehen, während Monitore, Laptops und Tablets weiter wachsen
Smartphones machen nach wie vor den größten Anteil der Nachfrage nach OLED-Panels aus, daher wiegt ein Rückgang von 3 % in diesem Bereich schwerer, als die Schlagzeilenzahl vermuten lässt. Auf dem Papier mag der Markt stabil wirken, doch sein Schwerpunkt verschiebt sich.
Smartphones schwächeln, während OLED im IT-Bereich weiter wächst
Counterpoint Research zufolge dürften die Auslieferungen von OLED-Panels für Smartphones 2026 um 3 % zurückgehen, nachdem die weltweiten Auslieferungen von OLED-Panels 2025 um 3 % gestiegen waren. Gleichzeitig sollen die Auslieferungen von OLED-Monitoren um 45 %, von Laptop-Panels um 33 % und von Tablet-Panels um 13 % zulegen. Damit bleibt der Gesamtmarkt in etwa stabil, statt insgesamt zu schrumpfen.
Der unmittelbare Druckpunkt sind die Kosten. Counterpoint führte seine revidierte Prognose auf höhere Speicherpreise zurück, die Smartphones stärker treffen als andere OLED-Kategorien. DigiTimes berichtete Ende März außerdem, dass der Smartphone-Panel-Markt seinen üblichen Nachschubzyklus nach dem Mondneujahr noch nicht erlebt habe. Steigende Kosten in der vorgelagerten Lieferkette und eine schwächere Endnachfrage belasteten die Lage.
Das ist deshalb relevant, weil OLED für Smartphones nach wie vor der Mengentreiber der Kategorie ist. Das Wachstum bei IT-Displays ist real, geht aber weiterhin von einer kleineren Basis aus. Ein starkes Jahr für OLED-Monitore und -Laptops kann den Gesamtmarkt abfedern, ändert jedoch nichts daran, dass das größte Segment unter Druck steht.
Was die stagnierende Prognose für 2026 tatsächlich aussagt
TrendForce’s vierteljährlicher AMOLED-Tracker behandelt Fernseher, Monitore, Notebook-PCs und Smartphones als getrennte Segmente und spiegelt damit wider, wie die Branche diese Märkte selbst betrachtet. Mit anderen Worten: Das Wachstum in einem Bereich beseitigt den Druck in einem anderen nicht automatisch.
Diese Verschiebung zeigt sich bereits an den Gerätetypen, die voraussichtlich weiterhin die OLED-Verbreitung vorantreiben werden. Apples aktuelle Roadmap deutet auf mehr Aufmerksamkeit für OLED-Hardware für MacBooks im weiteren Jahresverlauf, während Samsungs jüngster Vorstoß im Flaggschiffsegment zeigt, wie Premium-Smartphones weiterhin auf Differenzierung durch das Display setzen. Diese Entwicklungen stützen die OLED-Nachfrage, ändern aber nichts an der kurzfristigen Abschwächung bei den gesamten Smartphone-Panel-Auslieferungen.
Ein weiteres Zeichen für den Preisdruck ist bereits erkennbar: DigiTimes berichtet, dass die Preise für AMOLED-Panels in der zweiten Jahreshälfte 2026 voraussichtlich um mehr als 20 % fallen werden.
Das könnte später eine stärkere Verbreitung im mittleren Preissegment auslösen. Vorerst deutet es jedoch auf einen Markt hin, der eine schwächere Nachfrage und eine angespanntere Kostenlage verarbeitet, statt mit gleichmäßigem Schwung ins Jahr zu starten.
Lesen Sie auch: Apple bricht mit dem Touchscreen-Tabu beim MacBook Pro.


