ByteDance, die Muttergesellschaft von TikTok, verklagt einen ehemaligen Praktikanten auf 1,1 Millionen US-Dollar Schadensersatz wegen eines mutmaßlichen KI-Sicherheitsvorfalls. Der ehemalige Praktikant Tian Keyu soll die Infrastruktur des Unternehmens zum Training großer Sprachmodelle der künstlichen Intelligenz sabotiert haben, indem er den Code absichtlich manipulierte und nicht autorisierte Änderungen vornahm.
ByteDance setzt in seinen verschiedenen Apps und Plattformen zahlreiche Technologien der künstlichen Intelligenz ein. So wurde das generative KI-Modell Doubao, das ChatGPT ähnelt, Anfang dieses Jahres zum beliebtesten Chatbot in China. Generative KI nutzt riesige Datenmengen, um Texte, Bilder und andere neue Medieninhalte zu erstellen.
Erste Berichte über den KI-Sicherheitsvorfall
Berichte über den KI-Sicherheitsvorfall verbreiteten sich Ende Oktober in den sozialen Medien, während die Öffentlichkeit sich fragte, ob es dem Praktikanten gelungen war, Doubao oder ein anderes äußerst beliebtes KI-Modell zu beschädigen. Einige behaupteten, der Praktikant habe Tausende leistungsstarker Grafikprozessoren (GPU) manipuliert und einen Schaden von mehr als 10 Millionen US-Dollar verursacht.
Diese Gerüchte über den KI-Sicherheitsvorfall veranlassten ByteDance dazu, gegenüber der BBC eine Erklärung abzugeben, in der das Unternehmen Berichte über das Ausmaß des Schadens zurückwies. ByteDance bestätigte jedoch, dass der Praktikant im August entlassen worden war. ByteDance erklärte außerdem, dass „die Person Praktikant im [Werbe-]Technologieteam war und keinerlei Erfahrung mit dem AI Lab hatte“. Chinesische Medien identifizierten Tian als Doktoranden an der Peking-Universität.
ByteDance reicht Klage ein
Nun gibt es neue Entwicklungen in dem Fall, die darauf hindeuten, dass der Praktikant möglicherweise größeren Schaden verursacht hat, als ByteDance zunächst angedeutet hatte. Ende November berichtete die staatliche chinesische Legal Weekly , dass ByteDance beim Volksgericht des Pekinger Bezirks Haidian Klage eingereicht hatte. Mit der Klage fordert ByteDance von Tian 1,1 Millionen US-Dollar Schadensersatz.
Obwohl es für chinesische Arbeitgeber üblich ist, Mitarbeiter zu verklagen, ist es ungewöhnlich, dass sie gegen einen ehemaligen Praktikanten vorgehen oder eine derart hohe Geldsumme fordern. Der Fall zieht in China und weltweit große Aufmerksamkeit auf sich, während die Menschen darüber spekulieren, wie viel Schaden der Praktikant dem KI-Modell und welches Modell möglicherweise zugefügt haben könnte.
ByteDance lehnte eine Stellungnahme zu der Klage ab. Auch Tian reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme, als sich Medien per E-Mail an ihn wandten.


