Zach Yadegari ist der 18-jährige CEO des beliebten Start-ups Cal AI, das Berichten zufolge Millionen wert ist. Obwohl er einen Notendurchschnitt von 4,0, eine ACT-Punktzahl von 34 und ein erfolgreiches Start-up vorzuweisen hat, wurde Yadegari von 15 der 19 renommiertesten Hochschulen abgelehnt, bei denen er sich beworben hatte – darunter Harvard, Yale, Stanford und das MIT.
In einem viralen Beitrag auf X teilte Yadegari seine Absagen und kritisierte das Hochschulzulassungsverfahren. In seinem Essay schrieb der junge Unternehmer, dass er nun studieren wolle, um „von Menschen zu lernen“ – eine Abkehr von seiner früheren Überzeugung, dass eine höhere Bildung nicht notwendig sei. Seine Geschichte hat inzwischen eine landesweite Debatte über Hochschulzulassungen und den Wert praktischer Erfahrung ausgelöst.
Ein Autodidakt im Programmieren
Laut TechCrunch begann Yadegari im Alter von 7 Jahren mit dem Programmieren und brachte es sich mithilfe von YouTube-Tutorials und Onlinekursen selbst bei. Mit 12 Jahren hatte er seine erste App auf den Markt gebracht, und mit 16 verkaufte er eine Gaming-Website für einen sechsstelligen Betrag.
Sein jüngstes Unternehmen, Cal AI, ist eine KI-gestützte App zur Kalorienerfassung, deren Wert Berichten zufolge bei 30 Millionen US-Dollar liegt, auch wenn TechCrunch anmerkte, dass diese Zahl nicht unabhängig überprüft wurde. Trotz seiner beeindruckenden Erfolgsbilanz in der Tech-Branche entschied sich Yadegari für eine Bewerbung an Hochschulen. In seinem auf X geteilten Essay schrieb er, dass er nun „von Menschen lernen möchte – von Professoren und Studierenden –, nicht nur von Computern oder Lehrbüchern“.
Zulassungen wieder fair machen
Nach den Absagen veröffentlichte Yadegari einen offenen Brief an die Zulassungsstellen, in dem er die Fairness des Verfahrens infrage stellte. Er argumentierte, dass die Zulassungsstellen Vielfalt über Leistung stellten, und forderte die Hochschulen auf, „Zulassungen wieder fair zu machen“. Sein Beitrag löste eine breite Debatte über die bei Hochschulzulassungen angewandten Kriterien aus: Seine Unterstützer lobten seine Leistungen, während andere Ton und Inhalt seines Essays kritisierten.
Yadegari wurde an der University of Texas, am Georgia Tech und an der University of Miami angenommen, für die er sich letztlich zum Studium entschied.
Sind Abschlüsse im KI-Zeitalter noch notwendig?
Yadegari ist ein weiterer Fall in einer wachsenden Debatte über die Rolle höherer Bildung im KI-Zeitalter. Er ist nicht der Einzige, der zeigt, dass ein Hochschulabschluss keine Voraussetzung für Erfolg in der KI-Branche sein muss.
Alexander Wang beispielsweise brach das MIT ab, um Scale AI zu gründen, ein KI-Unternehmen , das für große Organisationen wie Meta und NVIDIA schnell unverzichtbar wurde.
Ein weiteres bekanntes Beispiel ist Chungin „Roy“ Lee, der suspendiert wurde und die Columbia University schließlich abbrach, nachdem er das umstrittene KI-Tool zum Schummeln bei Programmierinterviews entwickelt hatte. Statt sich zurückzuziehen, gründete Lee Cluely mit, ein KI-Start-up , das 5,3 Millionen US-Dollar an Startkapital einnahm und einen Umsatz von mehr als 3 Millionen US-Dollar erzielte.
Da künstliche Intelligenz mehr als nur die Technologie verändert und Studierende dazu bringt, schneller zu innovieren als im Hörsaal: Haben Hochschulabschlüsse ihren Vorsprung verloren?


