Wenn man sie nicht schlagen kann, sollte man seine Bilder auf ihrer Plattform anzeigen.
Die Aktien der Getty Images Holdings Inc. erlebten am Montag eine dramatische Kehrtwende und schossen im Tagesverlauf nach der Bekanntgabe einer mehrjährigen Partnerschaft mit OpenAI um bis zu 145 % in die Höhe. Der Anstieg hauchte den Aktien des Stockfoto-Giganten neues Leben ein, die angesichts tiefer Anlegerängste hinsichtlich der Zukunft der generativen künstlichen Intelligenz.
Laut offiziellen Unternehmensangaben wird die mehrjährige Vereinbarung die lizenzierte Inhaltsbibliothek von Getty Images direkt in die Such- und Entdeckungsfunktionen von OpenAI innerhalb von ChatGPT bringen. Die Integration soll die Interaktion der Nutzer verbessern, indem sie Chatbot-Antworten mit hochwertigen, rechtlich abgesicherten Bildern anreichert.
Craig Peters, CEO von Getty Images, bezeichnete die Partnerschaft als Gewinn für die Glaubwürdigkeit des Internets, und erklärte: „Hochwertige, lizenzierte visuelle Inhalte machen KI-gestützte Suche und Entdeckung nützlicher und vertrauenswürdiger. Diese Partnerschaft mit OpenAI spiegelt unser gemeinsames Verständnis davon wider, und gemeinsam werden wir ChatGPT-Nutzern visuell reichhaltigere Erlebnisse bieten.“
Ein Sprecher von Getty bestätigte gegenüber Fast Company , dass es sich bei der Vereinbarung ausdrücklich um eine „Display“-Partnerschaft und nicht um eine Lizenz zum Scraping von Daten handelt. OpenAI darf die Bilder also Endnutzern anzeigen, die Vereinbarung räumt dem Tech-Unternehmen jedoch nicht das Recht ein, Gettys umfangreiche Fotoarchive zum Training künftiger KI-Modelle zu verwenden. Die Unternehmen haben die finanziellen Einzelheiten der Vereinbarung nicht offengelegt.
Die KI-Erzählung verschiebt sich
Die explosive Reaktion des Marktes signalisiert eine enorme Erleichterung für Anleger, die die Aktie zuvor verkauft hatten, weil sie befürchteten, dass KI-native Tools die traditionelle Stockfotografie überflüssig machen würden. Vor der Bekanntgabe lag die Getty-Aktie seit Jahresbeginn fast 55 % im Minus und schloss am Donnerstag vor dem langen Juneteenth-Wochenende bei gerade einmal 61 Cent, laut Bloomberg.
In den vergangenen Jahren hat Getty sein geistiges Eigentum vehement verteidigt. Das Unternehmen reichte 2023 bekanntlich eine Klage wegen Urheberrechtsverletzung gegen Stability AI ein, obwohl Reuters anmerkte, dass Getty diese Klage im November vergangenen Jahres weitgehend verlor.
Indem Getty nun auf eine Vertriebspartnerschaft mit OpenAI setzt, verändert das Unternehmen nach Einschätzung von Analysten seine Wahrnehmung am Markt.
Was Getty bevorsteht
Während die Getty-Aktie am Montag mit einem Plus von 90 % bei 1,15 US-Dollar schloss – die beste Tagesperformance seit Juli 2022 –, steht das Unternehmen weiterhin vor einem steinigen Weg, um seine frühere Bewertung wiederzuerlangen. Die Aktie liegt nach wie vor deutlich unter ihrem Höchststand von über 30 US-Dollar je Aktie nach dem SPAC-IPO im August 2022.
In Zukunft werden Branchenbeobachter verfolgen, wie OpenAI diese Inhalte technisch integriert, ob die finanziellen Bedingungen wiederkehrende Umsätze vorsehen und wie sich der Deal auf Gettys weitergehende Unternehmensziele auswirkt.
Laut Bloomberg verfehlte der Fotoriese im Mai seine Umsatzerwartungen für das erste Quartal und wartet derzeit auf die behördliche Genehmigung für die geplante Übernahme der konkurrierenden Stock-Plattform Shutterstock Inc. für 3,7 Milliarden US-Dollar.
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