Honor hat gerade ein Smartphone in etwas verwandelt, das sich umsehen, seinem Besitzer folgen und sogar tanzen kann.
Honor hat sein Robot Phone am Mittwoch in China vorgestellt – ein Android-Flaggschiff mit motorisierter 200-Megapixel-Gimbal-Kamera. Das Smartphone ist ab 9.999 Yuan (etwa 1.480 US-Dollar) erhältlich und richtet sich in erster Linie an Vlogger, Livestreamer und mobile Filmemacher, die andernfalls möglicherweise eine separate Gimbal-Kamera mitführen würden.
Eine schützende Abdeckung auf der Rückseite fährt auf, bevor die Kamera über das Smartphone hinausfährt. Sie kann schwenken, neigen und rotieren, um Aufnahmen zu stabilisieren, Motive zu verfolgen und unterstützte Videoanrufe und Livestreams automatisch кадrieren.

Laut Honor, erforderte der Gimbal-Mechanismus mehr als 60 Fertigungsprozesse, über 100 Präzisionskomponenten und mehr als 100 Patente. Das Unternehmen erklärt, das Gimbal-System aus Titan sei deutlich kleiner als herkömmliche Hand-Gimbals und passe dennoch in das 9,6 mm dünne Gehäuse des Smartphones.
Flaggschiff-Hardware und Kameraspezifikationen
Das Robot Phone verfügt über eine am Gimbal montierte 200-Megapixel-Hauptkamera, eine 200-Megapixel-Periskop-Telekamera mit 2,7-fachem optischem Zoom und eine 50-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera. Es unterstützt 4K-Videoaufnahmen sowie eine KI-gestützte Motivverfolgung mit automatischer Echtzeit-Bildausschnittwahl.

Das Smartphone besitzt außerdem ein 6,3 Zoll großes LTPO-OLED-Display mit adaptiver Bildwiederholrate von 120 Hz und einer Spitzenhelligkeit von bis zu 6.800 Nits. Es wird von Qualcomms Snapdragon-8-Elite-Gen-5-Chip angetrieben und bietet bis zu 16 GB RAM, bis zu 1 TB Speicher und einen 7.060-mAh-Akku mit Unterstützung für kabelgebundenes Laden mit 120 W und kabelloses Laden mit 50 W.
Honor hat mit dem Kinokamerahersteller ARRI zusammengearbeitet, um LogC3-Aufnahmen, ARRI Looks, LUT-Monitoring und einen speziellen ARRI Cinema Mode zu integrieren.
KI-Assistent mit Persönlichkeit
Die Roboterkamera dient nicht nur zum Fotografieren. Sie arbeitet auch mit Honors KI-Assistenten Yoyo zusammen, sodass das Smartphone seine Umgebung beobachten, Gesichtsausdrücke erkennen und körperliche Gesten wie Nicken, Hervorlugen und Bewegungen zur Musik ausführen kann.

Bei der Vorstellung in Guangzhou sagte Honor-CEO James Li: „Im Zeitalter der KI sollte nicht jedes Smartphone einfach nur ‚eine weitere schwarze Platte‘ sein“, laut CNET.
Preis und Verfügbarkeit
Das Robot Phone kostet in der Version mit 12 GB RAM und 512 GB Speicher ab 9.999 Yuan (etwa 1.480 US-Dollar), während das Modell mit 16 GB RAM und 1 TB 12.999 Yuan (etwa 1.930 US-Dollar) kostet. Der offene Verkauf in China beginnt am 18. August. Honor hat keine Pläne für eine breitere internationale Veröffentlichung bekannt gegeben, und mehrere Berichte deuten darauf hin, dass das Gerät vorerst auf China beschränkt bleiben könnte.
Das größere Bild
Das Robot Phone zeichnet sich dadurch aus, dass es ein Smartphone, einen KI-Assistenten, und ein stabilisiertes Kamerasystem in einem einzigen Gerät vereint. Für Vlogger, Filmemacher und Livestream-Produzenten könnte es den Bedarf verringern, eine separate Gimbal-Kamera im Taschenformat mitzuführen, und zugleich das direkte Bearbeiten und Teilen vom Smartphone aus ermöglichen.
Der Kompromiss ist die Komplexität. Bewegliche mechanische Teile werfen Fragen zur Haltbarkeit und zu Reparaturkosten auf. Das Smartphone ist bei eingefahrenem Gimbal nach IP54 geschützt, und Honor weist darauf hin, dass Nutzer bei ausgefahrener Kamera nicht mit demselben Schutz rechnen sollten.
Selbst wenn es die globalen Märkte nie erreicht, zeigt Honors Markteinführung, dass Smartphone-Hersteller wieder mit Hardware experimentieren, statt sich ausschließlich auf Software- und KI-Funktionen zu verlassen. Das Robot Phone wird die Branche vielleicht nicht über Nacht neu definieren, zeigt aber eine mögliche Richtung für Smartphones auf, die darauf ausgelegt sind, physisch mit der Welt um sie herum zu interagieren.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel erschien ursprünglich in unserer Schwesterpublikation TechRepublic.


