RealSense, Intels einst interne Einheit für KI-Bildverarbeitung und Robotik, verfolgt nun als vollständig unabhängiges Unternehmen einen eigenen Kurs – unterstützt durch ehrgeizige Pläne und 50 Millionen US-Dollar an Finanzierung.
Das neu gegründete Unternehmen ist auf 3D-Tiefensensorkameras und integrierte Bildverarbeitungstechnologie spezialisiert, die Robotern und Maschinen helfen, ihre Umgebung zu interpretieren. Nach Schätzungen des Unternehmens sind seine Systeme in mehr als 60 % der autonomen mobilen Roboter (AMRs) und humanoiden Robotern weltweit integriert.
Zur neuen Ausrichtung des Unternehmens erklärte CEO Nadav Orbach in einer Pressemitteilung: „Wir freuen uns darauf, unsere führende Position bei der 3D-Wahrnehmung in der Robotik auszubauen, und sehen erhebliches Wachstumspotenzial im Aufstieg der physischen KI.“ Er fügte hinzu: „Unsere Unabhängigkeit ermöglicht es uns, schneller zu agieren und mutiger zu innovieren, um uns an die sich rasch verändernde Marktdynamik anzupassen, während wir bei der KI-Innovation und der bevorstehenden Robotik-Renaissance eine Vorreiterrolle einnehmen.“
RealSense gab bekannt, in einer Series-A-Finanzierungsrunde 50 Millionen US-Dollar eingesammelt zu haben. Damit steigt das Unternehmen offiziell als eigenständiger Akteur in den globalen Robotik- und Bildverarbeitungssektor ein. Die Finanzierungsrunde wurde von einem namhaften Private-Equity-Unternehmen aus dem Halbleiterbereich angeführt; auch Intel Capital und der MediaTek Innovation Fund beteiligten sich. Mit der neuen Investition will RealSense seine Produktionskapazitäten rasch ausbauen, seine internationale Präsenz erweitern und seine KI-gestützten Bildverarbeitungslösungen für Robotik und biometrische Systeme weiterentwickeln
Neue Technologie, neue Märkte
Mit seiner neuen Unabhängigkeit bringt RealSense sein neuestes Produkt auf den Markt: die Tiefenkamera D555, die auf seiner Vision-SoC-V5-Plattform der nächsten Generation basiert. Das Gerät ist mit Power over Ethernet (PoE) und integrierter KI ausgestattet und eignet sich damit sowohl für die Robotik als auch für fortschrittliche Sicherheitssysteme.
Nach Angaben des Unternehmens wird die Finanzierung dazu beitragen, die Produktion hochzuskalieren und die globale Markteinführungsstrategie auszubauen – insbesondere in aufstrebenden Märkten, in denen die Nachfrage nach Robotik- und Gesichtserkennungssystemen rasant wächst.
Die Abspaltung von RealSense erfolgt zu einem entscheidenden Zeitpunkt für Intel, das sich nach einem schwierigen Jahr neu strukturiert. Der Schritt ermöglicht es RealSense, agiler zu agieren, während Intel seinen Fokus wieder auf sein Kerngeschäft mit Chips richtet.
Obwohl das Unternehmen seine Bewertung nicht bekannt geben und keine Angaben zum Zeitplan für einen Börsengang machen wollte, sagte Orbach gegenüber Reuters, dass RealSense für künftige Übernahmen oder einen Börsengang offen sei. Vorerst konzentriert sich das Unternehmen weiterhin darauf, die Fertigung hochzuskalieren, seine KI-Fähigkeiten auszubauen und die wachsende Nachfrage nach Bildverarbeitungswerkzeugen für die Robotik und darüber hinaus zu bedienen.
Einen ausführlichen Überblick über die diesjährige Innovationslandschaft der Robotik finden Sie in unserem Leitfaden zu den führenden Robotikunternehmen.


