Und wieder einer weniger. OpenAI hat einen weiteren massiven Führungsumbau erlebt.
Hannah Wong, die Führungskraft, die OpenAI durch seine chaotischste Zeit gesteuert hat, hat ihren Abschied aus dem Unternehmen angekündigt.
Wong verkündete die Nachricht auf LinkedIn. Erst vor vier Monaten wurde sie zur Leiterin der Kommunikationsabteilung befördert, doch nun ist sie bereits auf dem Weg nach draußen.
„Nach fast fünf Jahren bei OpenAI und gründlicher Überlegung habe ich entschieden, dass es für mich an der Zeit ist, einen Schritt zurückzutreten und in mein nächstes Kapitel aufzubrechen. Es gibt nie einen guten oder einfachen Moment, um sich von einem Ort zu verabschieden, der einem so sehr am Herzen liegt. Doch während wir uns auf 2026 zubewegen – nach ChatGPTs drittem Geburtstag und mit einer starken, spannenden Roadmap für das kommende Jahr – fühlt sich dies wie der richtige Zeitpunkt an“, sagt sie.
Lindsey Held Bolton wird vorübergehend das Kommunikationsteam leiten, während Kate Rouch nach der nächsten Leitung der Kommunikationsabteilung sucht. Wong sagt, sie werde eine Auszeit nehmen, „bevor sie entscheidet, was als Nächstes kommt“.
Die Krise
Wong wurde während einer dramatischen fünftägigen Krise im November 2023 unverzichtbar, als CEO Sam Altman entlassen und anschließend wieder eingesetzt wurde. Sie spielte eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung des PR-Albtraums, der das Unternehmen beinahe über Nacht zerstört hätte.
Die Zahlen aus dieser Krise zeigen, dass 93 % der Beschäftigten mit ihrer Kündigung drohten und ChatGPT tatsächlich vollständig zu kollabieren drohte. Wong navigierte durch dieses Chaos, während das Unternehmen am Rand des organisatorischen Zusammenbruchs taumelte.
Sie leitete das Kommunikationsteam außerdem, als sich ChatGPT von einem Forschungsprojekt zu einem der weltweit größten Verbraucherprodukte entwickelte und die Nutzerbasis Berichten zufolge erst vor acht Monaten 800 Millionen erreichte.
Abgänge
Wongs Abschied setzt ein beunruhigendes Muster fort, das OpenAI im gesamten Jahr 2025 geplagt hat.
Vor vier Monaten wechselte Mitgründer John Schulman zum Konkurrenten Anthropic, während ein weiterer Mitgründer, Greg Brockman, ein Sabbatical antrat.
Dann kündigten im September Chief Technology Officer Mira Murati und zwei weitere Forschungsleiter ihren Abschied an, wodurch ein erheblicher Verlust an Fachkräften in den Führungsrängen des Unternehmens entstand.
Tom Cunningham, ein Wirtschaftsforscher, verließ das Unternehmen im September ebenfalls, nachdem er zunehmend frustriert über Einschränkungen beim Veröffentlichen bestimmter Arten von Arbeiten war.
OpenAIs anhaltende Instabilität
Diese Instabilität in der Führung kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt: OpenAI braucht eine verlässliche Leitung, um seine Position als führendes KI-Unternehmen zu behaupten und zugleich den zunehmenden Wettbewerb, die regulatorische Kontrolle sowie den komplexen Übergang vom Forschungslabor zum kommerziellen Schwergewicht zu bewältigen.
Was als einzelne Abgänge begann, offenbart nun ein umfassenderes Muster.
Eine erfreulichere Nachricht: ChatGPT ist im US-amerikanischen App Store von Apple offiziell zur meistgeladenen App des Jahres 2025 geworden.


