Das chinesische KI-Start-up MiniMax Group hat einen spektakulären Börsenstart hingelegt: Die Aktien stiegen in Hongkong zeitweise um bis zu 100 % über ihren Ausgabepreis.
Das in Shanghai ansässige Unternehmen startete mit 165 Hongkong-Dollar je Aktie und erreichte Höchststände von 330 Hongkong-Dollar, womit der Firmenwert bei etwa 13 Milliarden US-Dollar lag. Privatanleger stürzten sich auf die Aktie und zeichneten mehr als das 1.159-Fache der angebotenen Aktien – ein Vorgang, der nur als reine Marktmanie bezeichnet werden kann.
Diese explosive Entwicklung signalisiert eine enorme Nachfrage der Anleger nach chinesischen KI-Unternehmen, die derzeit an die Börse drängen. Die Euphorie kommt nur einen Tag, nachdem der Rivale Zhipu bei seinem Debüt in Hongkong 16 % zulegte – im Anschluss an einen Börsengang im Umfang von 558 Millionen US-Dollar, durch den das Unternehmen zum ersten der chinesischen „KI-Tiger“ wurde, das an die Börse ging.
Chinesische KI-Tiger übertreffen das Silicon Valley
Auf den globalen KI-Märkten tut sich etwas Interessantes: Chinesische Unternehmen lassen ihre US-amerikanischen Pendants beim Wettlauf an die Börse deutlich hinter sich. Das bemerkenswerte Debüt von Zhipu markierte einen Wendepunkt für die Branche: Das in Peking ansässige Start-up wurde zum ersten großen Anbieter großsprachlicher Modelle, der einen Börsengang abschloss.
Sowohl MiniMax als auch Zhipu gehören zu Chinas KI-Tigern – Start-ups, die LLMs entwickeln, um direkt mit OpenAI und Anthropic zu konkurrieren. Während US-amerikanische KI-Giganten wie OpenAI und Anthropic ihre Börsenpläne noch ausarbeiten, sichern sich chinesische Wettbewerber bereits Milliarden an öffentlichem Kapital und erreichen enorme Marktbewertungen.
Betrachtet man den zeitlichen Vorsprung: OpenAI wandelte seine gewinnorientierte Sparte bereits im September 2025 in eine Public Benefit Corporation um, während Anthropic erst im vergangenen Monat eine Anwaltskanzlei mit dem Start des Börsengangs beauftragte. Das deutet darauf hin, dass ihre Börsendebüts bereits in diesem Jahr stattfinden könnten. Chinesische Unternehmen sind unterdessen schon börsennotiert und nehmen Hunderte Millionen ein.
Der multimodale Vorteil von MiniMax
MiniMax wurde Anfang 2022 vom ehemaligen SenseTime-Manager Yan Junjie gegründet und agiert als Hybridunternehmen für Basismodelle, das sowohl den Verbraucher- als auch den Unternehmensmarkt bedient.
Was unterscheidet MiniMax von seinen auf Text fokussierten Wettbewerbern? Das in Shanghai ansässige Unternehmen entwickelt multimodale KI-Modelle wie MiniMax M1, Hailuo-02, Speech-02 und Music-01, die Text, Audio, Bilder, Videos und Musik verarbeiten können.
Die Wachstumskennzahlen zeigen ein globales Phänomen in vollem Gang. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer schnellte von 3,1 Millionen im Jahr 2023 auf 27,6 Millionen im September 2025 hoch – ein Beleg für die rasche weltweite Verbreitung. Noch überraschender: Nur 26 % des Umsatzes von MiniMax stammen aus China, 20 % aus den USA; der Rest entfällt auf Singapur und andere Märkte. Das zeigt, dass das Unternehmen ein globaler LLM-Anbieter und kein rein chinesischer Champion für den heimischen Markt ist.
Die brutale Ökonomie hinter der Euphorie
Trotz der Markteuphorie offenbaren die Finanzzahlen von MiniMax die erbarmungslose Ökonomie des Wettbewerbs im KI-Wettrüsten. Aus den Finanzdaten geht hervor, dass das Unternehmen bis September 2025 Verluste von 211 Millionen US-Dollar verbuchte – verursacht durch Infrastruktur- und Forschungskosten.
Die Ausgaben zeigen eine Branche, die in beispiellosem Tempo Geld verbrennt. MiniMax gab 2025 mehr als 150 Millionen US-Dollar für Cloud-Kosten aus, während Forschung und Entwicklung rund 250 Millionen US-Dollar verschlangen. Das entspricht jährlichen Kosten von 400 Millionen US-Dollar allein dafür, im globalen KI-Wettlauf konkurrenzfähig zu bleiben.
Das Umsatzwachstum erzählt eine völlig andere Geschichte. Der Umsatz von MiniMax stieg im Vergleich von 2024 zu den ersten neun Monaten 2025 um 130 % – von 30 Millionen US-Dollar auf 53 Millionen US-Dollar. Die Bruttomarge bleibt jedoch trotz einer Senkung der Inferenzkosten um 45 % im vergangenen Jahr bei lediglich 23 %.
Dieses explosive Debüt deutet darauf hin, dass Anleger bereit sind, trotz der schwierigen aktuellen Wirtschaftlichkeit große Wetten auf diese Zukunft abzuschließen.
OpenAI übernimmt das Team hinter Convogo, einem KI-Tool für Führungskräfte-Coaching – ein Schritt, der eine Hinwendung zu personalisierter KI-gestützter Führungskräfteentwicklung signalisiert.


