xAI wollte Minnesotas neues KI-„Nudifizierungsgesetz“ aussetzen lassen, während das Unternehmen die Regelung vor Gericht anfocht. Ein Bundesrichter lehnte dies ab – und Grok war in dem Bundesstaat bereits verändert worden, bevor das Urteil erging.
US-Bezirksrichter Donovan Frank lehnte xAIs Antrag auf eine einstweilige Verfügung am 4. Sept. ab. Damit bleibt das Gesetz in Kraft, während die Verfassungsklage des Unternehmens weiterläuft.
Die Entscheidung klärte nicht, ob das Gesetz gegen den Ersten Verfassungszusatz verstößt. Doch die Produktänderungen, die xAI nach Inkrafttreten des Gesetzes an Grok vorgenommen hatte, flossen in die Prüfung des Gerichts ein, ob ein Eilrechtsschutz gerechtfertigt war.
Gericht sieht keinen unmittelbaren Grund, das Gesetz zu blockieren
Gouverneur Tim Walz unterzeichnete das Gesetz im Mai, doch Elon Musks KI-Unternehmen wartete bis Ende Juli, um kurz vor dem Inkrafttreten am 1. Aug. Eilrechtsschutz zu beantragen. Franks Anordnung zufolge schwächte die Verzögerung die Argumentation des Unternehmens, das Gericht müsse sofort handeln.
xAI warnte außerdem vor Strafen von bis zu 500.000 US-Dollar pro Verstoß und erklärte, Änderungen an Grok könnten Geld und Nutzer kosten. Das Gericht stellte fest, dass das Unternehmen nicht nachgewiesen hatte, dass diese Verluste wahrscheinlich kurzfristig eintreten würden.
Die Produktänderungen stellten ein weiteres Problem für den Antrag dar. Groks Bildfunktionen waren für Nutzer in dem Bundesstaat bereits angepasst worden, als das Gericht über die einstweilige Verfügung beriet.
Frank entschied nicht, ob das Gesetz gegen den Ersten Verfassungszusatz verstößt. Seine Verfassungsmäßigkeit bleibt ungeklärt.
xAI wirft Minnesota ein Überschreiten seiner Befugnisse vor
Die Klage des Unternehmens konzentriert sich darauf, wie das Gesetz KI-Anbieter reguliert und wie weit es reicht.
In seiner Klage vom 27. Juli erklärt xAI, das Gesetz könne geschützte Ausdrucksformen einschränken und Anbieter für von Nutzern erstellte Bilder verantwortlich machen, selbst wenn Schutzvorkehrungen vorhanden seien. Die Anwälte des Unternehmens argumentieren außerdem, dass es auch bestimmte einvernehmlich erstellte Bilder erfassen könne.
Generalstaatsanwalt Keith Ellison hat die Übertragung der Verantwortung auf Unternehmen verteidigt, die Nudifizierungswerkzeuge anbieten. Sein Büro verwies auf Menschen, deren Abbild in realistische sexuelle Bilder ohne ihre Zustimmung verwandelt wurde. In seiner Stellungnahme wurden außerdem Bedenken im Zusammenhang mit Kindern geäußert.
Was eWeek herausgefunden hat: Ein Gesetz auf Bundesstaatsebene hat bereits eine andere Version von Grok geschaffen
Der Rechtsstreit ist noch nicht entschieden, doch Minnesotas Gesetz hat bereits verändert, wie xAI zufolge Grok innerhalb des Bundesstaats funktioniert.
| Bereich | Was sich in Minnesota geändert hat |
| Nudifizierungswerkzeuge | xAI zufolge hat das Unternehmen die Nudifizierungsfunktion für Nutzer in dem Bundesstaat deaktiviert |
| Standortkontrollen | Grok Imagine erhielt speziell für Minnesota geltende Einschränkungen |
| Moderation | xAI meldete einen Anstieg der Moderation von Bildbearbeitungsaufforderungen durch Nutzer aus Minnesota um mehr als 10 % |
| Unternehmensrichtlinie | Die bestehenden Regeln zur akzeptablen Nutzung von xAI verbieten bereits, reale Menschen zu nudifizieren oder das Abbild einer Person in einen sexuellen Kontext zu setzen |
Der Vergleich legt das umfassendere Problem hinter der Klage offen. xAI verbietet durch seine eigenen Richtlinien bereits einen Teil des Verhaltens, gegen das sich Minnesota richtet, doch das Gesetz ergänzt staatliche Durchsetzung und finanzielle Strafen.
Noch wichtiger ist, dass der Fall zeigt, wie die Regulierung von KI auf Bundesstaatsebene ein einzelnes Produkt fragmentieren kann, bevor die Gerichte die zugrunde liegenden Rechtsfragen geklärt haben. Grok mag technisch gesehen ein landesweiter Dienst sein, doch Nutzer in verschiedenen Bundesstaaten könnten zunehmend auf unterschiedliche Funktionen, Schutzvorkehrungen und Einschränkungen stoßen, während Gesetzgeber prüfen, wie weit KI-Unternehmen für die von Nutzern erstellten Inhalte verantwortlich gemacht werden können.
Andere KI-Bildgeneratoren könnten vor derselben Herausforderung stehen, wenn weitere Rechtsgebiete eigene Vorschriften erlassen.
xAI reichte eine Berufungsmitteilung noch am selben Tag ein und bat das US-Berufungsgericht für den Achten Gerichtsbezirk, Franks Entscheidung zu überprüfen.
Im Berufungsverfahren wird entschieden, ob xAI Minnesotas Einschränkungen vorübergehend entkommen kann, während der größere Verfassungsstreit weitergeht. Eine Folge ist jedoch bereits sichtbar: Die KI-Regulierung auf Bundesstaatsebene beginnt zu bestimmen, was einzelne Nutzer mit demselben KI-Produkt tun können – abhängig davon, wo sie leben.
Weitere Nachrichten: Überschneidende Ausfälle bei ChatGPT, Claude, Grok und Gemini führten bei Teams, die auf KI angewiesen sind, zu einem ungewöhnlichen Zuverlässigkeitsproblem.


