Netflix entfernte ein Poster, das für die zweite Staffel seiner animierten Steampunk-Action-Abenteuerserie Arcane warb, nachdem Zuschauer empört darauf reagiert hatten, dass es von künstlicher Intelligenz erstellt worden war. Netflix handelte schnell und entfernte das Poster aus seinem Netzwerk, doch der Streaming-Riese blieb dem Zorn der Fans der Serie nicht erspart. Das Poster zeigt die Hand einer der Hauptfiguren der Serie mit anatomischen Fehlern, was darauf hindeutet, dass es von einer KI generiert wurde.
„Wir vertreten eine strikte Haltung, dass für alles, was mit Arcane zu tun hat, keine KI verwendet wird, denn das wäre respektlos gegenüber den unglaublichen Künstlern, die an der Serie gearbeitet haben“, veröffentlichte Arcane-Markenchef Alex Shahmiri auf X. „Dieses Bild war ein Fehler und wurde inzwischen entfernt.“
Das Gaming-Magazin Gamesradar nannte den Vorfall „besonders enttäuschend.”
Arcane basiert auf dem beliebten Videospiel League of Legends von Riot Games. Seine Popularität bescherte der Serie eine große Fangemeinde unter Gamern und Animationsbegeisterten. Die fesselnde Handlung und die visuelle Kunstfertigkeit der Serie zeugen von der unersetzlichen Rolle menschlicher Künstler in der Kreativbranche. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt von Riot Games und dem französischen Animationsstudio Fortiche für Netflix, das die zweite und letzte Staffel im November veröffentlichte. Das Studio arbeitete intensiv daran, digitale und handgezeichnete Elemente zu verbinden, wodurch sich die visuelle Kunstfertigkeit der Serie besonders hervorhebt.
Netflix hat sich offen dafür gezeigt, KI-Algorithmen in seiner Datenbank einzusetzen. Dennoch löste dieser Schritt, ein Computerprogramm zur Erstellung von Illustrationen für die Bewerbung einer von Künstlern und Animatoren geschaffenen Serie einzusetzen, einen Aufschrei aus, der die öffentliche Stimmung angesichts der Möglichkeit widerspiegelt, dass KI Menschen ersetzt bei Aufgaben, die menschliche Kreativität erfordern.
„Ich kann nur über das sprechen, woran ich arbeite“, sagte Shahmiri. „Auf rein persönlicher Ebene bin ich kein Fan von KI, denn was Kunst so besonders macht, ist die menschliche Verbindung und das Gefühl. Ob durch Kunst, Musik oder ein anderes kreatives Medium – ich möchte nie erleben, dass dies durch KI ersetzt wird.“
Es wird heftig darüber debattiert, welche Rolle generative KI in Musik und Kunst spielt. Meta-CEO Mark Zuckerberg bezeichnete KI-generierte Musik kürzlich als „seelenlos“, und Coca-Cola sah sich öffentlicher Kritik ausgesetzt, weil das Unternehmen in seiner neuesten Weihnachtswerbung statt menschlicher Künstler und Kreativprofis auf den „geschmacklosen“ Einsatz von KI setzte.


