Ilya Sutskever, Mitgründer und ehemaliger Chief Scientist von OpenAI, nimmt für sein KI-Startup Safe Superintelligence (SSI) bei einer Bewertung von mehr als 30 Milliarden US-Dollar über 1 Milliarde US-Dollar auf.
Sutskever, der OpenAI im Mai 2024 nach fast einem Jahrzehnt als Chief Scientist verließ, gründete SSI im Juni gemeinsam mit Daniel Gross, einem ehemaligen KI-Leiter bei Apple, und Daniel Levy, einem früheren OpenAI-Forscher. SSI hat bislang weder ein Produkt noch Umsatz, doch Investoren setzen große Hoffnungen auf Sutskevers Vision vom Aufbau eines leistungsfähigen und sicheren KI-Systems.
Laut Bloomberg, wird die Finanzierungsrunde von Greenoaks Capital Partners angeführt, einer in San Francisco ansässigen Risikokapitalgesellschaft, die SSI 500 Millionen US-Dollar zugesagt hat. Weitere Investoren bleiben bislang ungenannt, doch zu den früheren Geldgebern gehören prominente Namen wie Sequoia Capital und Andreessen Horowitz. Die aktuelle Bewertung entspricht einer Versechsfachung gegenüber dem bisherigen Wert von 5 Milliarden US-Dollar, den SSI noch vor wenigen Monaten hatte.
Keine Produkte, kein Umsatz – aber eine klare Mission
Was SSI hervorhebt, ist der messerscharfe Fokus auf Sicherheit. Anders als andere KI-Unternehmen, die um die Veröffentlichung von Produkten wetteifern, plant SSI, in absehbarer Zeit nichts zu verkaufen. Stattdessen hat Sutskever erklärt, dass das erste und einzige Produkt des Unternehmens „sichere Superintelligenz“ sein werde.
„Dieses Unternehmen ist etwas Besonderes, weil sein erstes Produkt die sichere Superintelligenz sein wird und es bis dahin nichts anderes tun wird“, sagte Sutskever im Juni gegenüber Bloomberg. „Es wird vollständig von dem äußeren Druck abgeschirmt sein, sich mit einem großen und komplizierten Produkt auseinandersetzen zu müssen und in einem kompetitiven Hamsterrad festzustecken.“
Dieser Ansatz findet bei Investoren Anklang, die Sutskevers Vision und Erfolgsbilanz offenbar vertrauen. Als einer der Pioniere der neuronalen Netze, ist Sutskever seit Langem eine prägende Stimme in der KI-Forschung. Seine Arbeit bei OpenAI, unter anderem als Co-Leiter des Teams für „Superalignment“, konzentrierte sich darauf, sicherzustellen, dass KI-Systeme an menschlichen Werten ausgerichtet bleiben.
Vom Konflikt bei OpenAI zu einem Neuanfang
Sutskevers Weg verlief allerdings nicht ohne Kontroversen. Ende 2023 spielte er eine zentrale Rolle bei der kurzzeitigen Absetzung von OpenAI-CEO Sam Altman – ein Schritt, der interne Turbulenzen auslöste. Altman wurde wenige Tage später wieder eingesetzt, und Sutskever verließ das Unternehmen schließlich.
Trotz des Dramas gewinnt Sutskevers neues Unternehmen an Dynamik. Die Website von SSI gibt einen Einblick in die Philosophie des Unternehmens: „Wir verfolgen Sicherheit und Leistungsfähigkeit parallel als technische Probleme, die durch revolutionäre Ingenieurskunst und wissenschaftliche Durchbrüche gelöst werden sollen.“
Das große Bild: eine wachsende Welle von KI-Startups
Während das Startup weiterhin von einem Schleier des Geheimnisses umgeben ist, haben seine ambitionierten Ziele und Sutskevers Ruf es bereits zu einem wichtigen Akteur im KI-Wettlauf gemacht. Interessanterweise ist Sutskever nicht der einzige OpenAI-Veteran, der in der KI-Branche für Aufsehen sorgt. Mira Murati, ehemalige Chief Technology Officer von OpenAI, hat kürzlich ihr Startup Thinking Machines Labgegründet. Das Startup hat bereits ein Team von etwa 30 führenden Forschern und Ingenieuren aus anderen renommierten Technologieunternehmen zusammengestellt, darunter OpenAI, Meta und Mistral.


