Stellen Sie sich diese Szene vor: Zwei unterschiedliche Kräfte haben eine Vereinbarung getroffen, bei der es um Bilder und die Nutzung von KI geht.
Getty Images und das KI-Unternehmen Perplexity haben eine globale, mehrjährige Lizenzvereinbarung bekannt gegeben, die es Perplexity ermöglicht, die kreative und redaktionelle Bildbibliothek von Getty Images direkt in seine KI-gestützten Such- und Discovery-Tools zu integrieren.
Jessica Chan, Perplexitys Head of Content and Publisher Partnerships, sagte: „Zuschreibung und Genauigkeit sind grundlegende Voraussetzungen dafür, wie Menschen die Welt im Zeitalter der KI verstehen sollten. Getty Images teilt unsere Überzeugung, dass die Zukunft der KI-gestützten Entdeckung den Urhebern hinter den Inhalten Respekt entgegenbringen muss.“
Die Partnerschaft stellt eine der ersten großen Kooperationen zwischen einem Marktplatz für visuelle Inhalte und einer generativen KI-Suchplattform dar und signalisiert einen Wandel darin, wie Bildlizenzen und Zuschreibungen im Zeitalter der KI-gestützten Suche funktionieren werden.
Die Vereinbarung ermöglicht es Perplexity, Gettys Bilder in seinen Produkten anzuzeigen und dabei Gettys API-Technologie zu nutzen, um visuelle Inhalte in Antworten einzubetten. Die Unternehmen erklären, dies werde die Nutzererfahrung verbessern, indem textbasierte KI-Antworten mit hochwertigen, rechtmäßig lizenzierten Bildern kombiniert werden. Außerdem stärkt dies die korrekte Praxis der Quellenangabe – etwas, dessen Vernachlässigung vielen KI-Modellen vorgeworfen wird.
Zuschreibung und Authentizität in der KI
Da KI-Modelle zunehmend aus dem Web kopierte Inhalte generieren und anzeigen, haben Urheber und Rechteinhaber Bedenken hinsichtlich der Nutzung ihrer Werke geäußert.
Nick Unsworth, Getty Images’ Vice President of Strategic Development, sagte, die Partnerschaft mit Perplexity „erkennt die Bedeutung korrekt zugeordneter Inhalte und ihren Wert für die Verbesserung KI-gestützter Produkte an“.
Die Initiative steht zudem im Einklang mit den zunehmenden Forderungen nach Transparenz bei KI-Ausgaben. Indem sichergestellt wird, dass jedes über Perplexity angezeigte Bild mit einer Quellenangabe versehen und mit seiner ursprünglichen Quelle verknüpft ist, könnte die Vereinbarung einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie KI-Unternehmen mit Urheberrecht und der Vergütung von Urhebern umgehen.
Warum das für KI und Medien wichtig ist
Für Perplexity stärkt die Partnerschaft die öffentliche Positionierung des Unternehmens für ethische und überprüfbare Informationen im Zeitalter der generativen KI. Das Unternehmen hat sich als „Antwortmaschine“ positioniert, die KI-generierte Zusammenfassungen mit Links zu glaubwürdigen Quellen kombiniert – anders als herkömmliche Suchmaschinen, bei denen ausschließlich Links im Vordergrund stehen.
Die Partnerschaft zwischen Getty und Perplexity kommt inmitten einer zunehmend intensiven Debatte darüber, wie KI-Systeme urheberrechtlich geschützte Inhalte für Training und Darstellung nutzen. Getty hat zuvor rechtliche Schritte gegen andere KI-Unternehmen eingeleitet, die seine Bilder ohne Genehmigung verwendet hatten, und entwickelt gleichzeitig eigene generative KI-Tools, die ausschließlich mit lizenzierten Daten trainiert werden.
Diese Vereinbarung deutet auf einen kooperativeren Weg in die Zukunft hin – einen Weg, bei dem KI-Unternehmen für den Zugriff auf lizenzierte Materialien bezahlen, statt sich auf das Scraping des Webs zu verlassen. Analysten zufolge könnten solche Vereinbarungen zum Branchenstandard werden, während politische Entscheidungsträger und Gerichte auf klarere Regeln für KI-Trainingsdaten und Quellenangaben drängen.
Getty ist zufrieden, andere jedoch nicht. Die Social-Media-Plattform Reddit hat eine Urheberrechtsklage eingereicht gegen Perplexity und wirft dem Unternehmen vor, Beiträge und Kommentare von Millionen Reddit-Nutzern illegal automatisiert gesammelt zu haben.


