Qualcomm-CEO: KI-Agenten könnten die neue App werden

Qualcomm CEO Cristiano Amon delivers a keynote speech at Computex in Taipei, Taiwan, May 19, 2025.

Qualcomm CEO Cristiano Amon at Computex in Taiwan. Image: Ann Wang | Reuters

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eWEEK Staff
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Jun 17, 2026
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Qualcomm-CEO Cristiano Amon glaubt, dass KI-Agenten die Art und Weise verändern könnten, wie Menschen Apps nutzen – allerdings nicht, weil Apps bald verschwinden werden.

Sein Argument lautet, dass ein Agent zur ersten Ebene werden könnte, die Menschen nutzen. Wenn er versteht, was jemand möchte, eine Verbindung zu Onlinediensten herstellt und geräteübergreifend funktioniert, müssen Nutzer möglicherweise nicht für jede Aufgabe eine App öffnen.

In einem CNBC-Interview sagte Amon, Agenten könnten „die neue App“ werden, zugleich seien Apps aber „nicht tot“.

Für Unternehmen könnte dieser Wandel den Schwerpunkt der Produktteams verlagern. Wenn Agenten zur ersten Ebene werden, mit der Nutzer interagieren, müssen Unternehmen möglicherweise weniger über reine App-Bildschirme nachdenken und stärker über Berechtigungen, APIs und die Frage, ob ihre Dienste von Agenten sicher genutzt werden können.

Apps rücken in den Hintergrund

Amon nannte Banking als einfaches Beispiel. Statt eine Banking-App zu öffnen, sich durch Menüs zu bewegen und Transaktionen manuell zu prüfen, könnte ein Nutzer einen KI-Agenten bitten, die Informationen zu finden oder die Aufgabe zu erledigen.

Das bedeutet nicht, dass die Banking-App oder das Backend-System verschwindet. Der Agent wird zur ersten Ebene, mit der der Nutzer spricht. Die App existiert weiterhin, könnte aber weniger sichtbar werden, wenn der Agent direkt auf den richtigen Dienst zugreifen kann.

Das ist die realistischste Version von Amons Vorhersage. Apps werden wahrscheinlich nicht so bald verschwinden, insbesondere nicht im Banking, im Gesundheitswesen, bei Unternehmenssoftware und in anderen Bereichen, in denen Authentifizierung, Prüfpfade und Nutzerkontrollen wichtig sind. Der Ausgangspunkt für alltägliche Aufgaben könnte sich jedoch verschieben, wenn Agenten zuverlässig genug werden.

Für Unternehmen wirft das bekannte Fragen in einem neuen Umfeld auf: Wer kontrolliert den Zugriff, welche Daten darf der Agent nutzen, wie werden Aktionen protokolliert und wann muss ein Mensch den nächsten Schritt genehmigen? Diese Fragen gehören bereits zur umfassenderen Planung von KI-Agenten, insbesondere wenn Agenten über einfache Zusammenfassungen hinaus echte Aktionen ausführen.

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Qualcomm will die Geräteebene kontrollieren

Amons Äußerungen erklären auch, warum Qualcomm Agenten an Hardware koppelt. CNBC zufolge arbeitet das Unternehmen an mehr als 40 KI-gestützten Gerätedesigns, darunter Smart Glasses, tragbare Pins und mit Kameras ausgestattete Ohrhörer.

Diese Geräte sind wichtig, weil nützliche Agenten Kontext benötigen. Ein Smartphone kann Standort, Nachrichten, Apps und Identität bereitstellen. Brillen und Ohrhörer können visuelle und akustische Signale hinzufügen. Autos und PCs können weitere Details darüber liefern, was eine Person gerade tut und was sie als Nächstes benötigen könnte.

Qualcomms größte Chance könnte in den Geräten liegen, auf denen diese Agenten ausgeführt werden. Wenn Agenten teilweise auf Smartphones, PCs, in Autos, Brillen und Ohrhörern statt ausschließlich in der Cloud laufen, werden Chips mit hoher KI-Leistung direkt auf dem Gerät wichtiger. Qualcomm treibt diese Richtung bei PCs, Robotik und vernetzter Hardware bereits voran, darunter sein Snapdragon X2 Plus und seine Robotikarbeit.

Der Markt für Smart Glasses ist ein weiterer Bereich, in dem Qualcomm diese Strategie umsetzen kann. Snap hat kürzlich Qualcomm für KI-Brillen der nächsten Generation ausgewählt und Amon hat Smart Glasses als einen Bereich genannt, in dem Agenten nützlicher werden könnten.

Die Herausforderung besteht darin, dass die Vision von Agenten weiterhin von Bausteinen abhängt, die noch nicht feststehen. Plattformen müssen Agenten genügend Zugriff gewähren, damit sie dienstübergreifend arbeiten können. Nutzer müssen Agenten persönliche Aufgaben anvertrauen. Unternehmen müssen Regeln für Identität, Berechtigungen und Aufsicht festlegen.

Amons Behauptung ist gewagt, aber eine realistischere Version lautet: Apps verschwinden nicht, doch mehr von ihrer Arbeit könnte hinter agentengesteuerten Oberflächen stattfinden. Wenn es dazu kommt, will Qualcomm seine Chips in den Geräten sehen, in denen diese Agenten zuhören, sehen und handeln.

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